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Lokalsport
Für Gastgeber "wichtigstes Spiel der Saison"

Dormagen. Der TV Neuhausen will heute Abend mit einem Heimsieg über den TSV Bayer Dormagen für eine Vorentscheidung im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga sorgen. Gäste wieder mit Max Bettin. Von Volker Koch

Vielleicht sollte sich Aleksandar Stevic mal einen Taschenrechner kaufen. Vor der heutigen Partie (20 Uhr, Hofbühlhalle) gegen den TSV Bayer Dormagen macht der Trainer des TV Neuhausen laut Südwest Presse Online nämlich folgendes "simple Rechenbeispiel" auf: "Wenn wir gewinnen, kann uns Dormagen nicht mehr einholen."

Fakt ist: Die Gäste haben derzeit (bei einem mehr absolvierten Spiel) sechs Plus- und acht Minuspunkte Rückstand auf den Tabellenvierzehnten. Bei einer Niederlage wären es acht beziehungsweise zehn Zähler, was in den sechs noch folgenden Begegnungen durchaus zu kompensieren wäre. Zumindest rein rechnerisch.

Stevics Aussage offenbart nur eins: Im "verrücktesten Zweitliga-Abstiegskampf aller Zeiten" (so kürzlich Hagens Trainer Lars Hepp) liegen die Nerven blank. Offensichtlich auch bei den Mannen aus dem schwäbischen Metzingen, die vor drei Jahren ein Kurzgastspiel in der Ersten Liga gaben und sich am vergangenen Samstag durch einen überraschenden 33:32-Sieg beim TV Emsdetten ein wenig aus der akut gefährdeten Zone absetzen konnten. Trotzdem sprechen sie an der Erms mit Blick auf den heutigen Abend von der "wichtigsten Partie im bisherigen Saisonverlauf." Warum, verrät wiederum Aleksandar Stevic: Sollte Dormagen gewinnen, "machen sie Boden auf uns gut und wir stecken drin im Schlamassel."

Tobias Plaz ist die schwäbische Mentalität ebenfalls nicht fremd. Vielleicht, weil er schon fast anderthalb Jahrzehnte im Rheinland lebt, geht der Mannschaftsverantwortliche des TSV Bayer Dormagen die Sache etwas nüchterner an: "Von diesen 'wichtigsten Spielen' haben wir in dieser Saison schon reichlich gehabt", sagt der 34-Jährige, unter dessen Regie der TSV zuletzt 8:4 Punkte holte und vier Spiele in Folge ohne Niederlage blieb. Für ihn ist Fakt: "Das wird eine ganz schwere Aufgabe. In ihrer kleinen Halle haben die Neuhausener eine tolle Unterstützung. Aber wir fahren in der festen Absicht dahin, zu gewinnen."

Und nicht nur das. Erstmals seit langem haben die Dormagener das dabei, was man gemeinhin "Bestbesetzung" nennt - bis auf den Dauerverletzten Dennis Marquardt ist der Kader komplett. Auch Max Bettin und Robin Doetsch haben das Training wieder aufgenommen. Nur Alexander Feld klagte nach dem Derbysieg über TuSEM Essen über starke Knieprobleme, wird aber, so Plaz, heute auflaufen können.

Weil ihm deshalb zwei Torhüter und elf Feldspieler zur Verfügung stehen, kann er heute und am Sonntag, wenn sich um 17 Uhr der kurz vor der Rückkehr in die Erstklassigkeit stehenden Tabellenzweite GWD Minden im Bayer-Sportcenter vorstellt, getrost auf die Leihgaben aus der A-Jugend verzichten. "Die sollen sich ganz auf das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaften konzentrieren", sagt Plaz - das Hinspiel steigt am Sonntag (16 Uhr) bei der SG Pforzheim/Eutingen, das Rückspiel eine Woche später im Sportcenter.

Die Partie gegen Minden haben die Dormagener unter der Woche erst einmal ausgeblendet, Plaz will sich frühestens auf der heutigen Fahrt mit dem Gegner von Sonntag beschäftigen: "Unser Fokus lag ganz klar auf Neuhausen." Und das nicht nur wegen der Bedeutung der Partie: "Die spielen eine 3-2-1-Deckung, und das ist für uns im Training immer schwierig, nachzustellen", sagt Tobias Plaz. Wenn ihm auch das gelingt, sollte sich der Mannschaftsverantwortliche mal langsam Gedanken über einen Trainerschein machen.

Quelle: NGZ
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