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Lokalsport
Fußball: DJK Gnadental kämpft weiter um Kunstrasen

Gnadental. Es ist ein leidiges Thema: Die DJK Gnadental und ihr gleichermaßen verbissener wie bislang erfolgloser Kampf um einen Kunstrasenplatz. Dass der Verein nicht locker lässt, wurde auf der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend einmal mehr deutlich. Jürgen Fells, der für den auf eigenen Wunsch ausscheidenden Hans Schroers einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt wurde, fand deutliche Worte: "Wir lassen uns nicht länger auf der Nase herumtanzen. Wenn sich herausstellt, dass wir tatsächlich übergangen werden, dann geht es hier aber richtig los. Dann machen wir Politik." Von Christos Pasvantis

Der Hintergrund: Bei der Entscheidung der Stadt Neuss, wer neben dem BV Weckhoven den Zuschlag für einen Kunstrasenplatz erhält, droht der TSV Norf - mit seinem politisch bestens vernetzten Vorsitzenden Dr. Hermann-Josef Baaken - den Vorzug vor der DJK zu erhalten. Für Fells völlig unverständlich: "Es kann nicht sein, dass ein einziges Schreiben von Herrn Baaken ausreicht, um den TSV Norf auf der Warteliste ganz nach oben zu bringen. Wir bemühen uns seit 16 Jahren und werden ständig vertröstet. In unserem Verein spielen doppelt so viele Fußballer wie in Norf. Und denen steht im Gegensatz zum TSV auch nur ein Ascheplatz zur Verfügung. Der Zustand unseres Platzes ist und bleibt ein Desaster."

Unter dem Gnadentaler Ascheplatz hat sich über die Jahrzehnte eine zentimeterdicke Eisenschicht gebildet, die ein Ablaufen von Regenwasser beinahe unmöglich macht, was seitens des Vereins und der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten bestätigten. Insbesondere in den Wintermonaten wird der Platz daher immer häufiger für unbespielbar erklärt. "Wir kommen mit dem Nachholen von Spielen überhaupt nicht mehr hinterher. Und wenn diese dann unter der Woche mal nachgeholt werden können, muss dafür das Training der anderen Mannschaften ausfallen", sagt Fells, der diesen Umstand auch für die Tatsache verantwortlich macht, dass der Verein in dieser Saison keine A-Jugend stellen kann.

Weil der bisherige Vorstand um Schroers und den zweiten Vorsitzenden Ernst Rohr sich über die Rückendeckung der Mitglieder angesichts des bisher erfolglosen Kampfes nicht mehr sicher war, stellte er die Vertrauensfrage. Das Misstrauensvotum endete allerdings mehr als deutlich mit der einstimmigen Entscheidung pro Vorstand. Der anwesende SPD-Stadtverordnete Tören Welsch gab Grund zur Hoffnung: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass in Gnadental schon nächstes Jahr mit dem Bau des Kunstrasens begonnen werden kann. Das ist aber natürlich kein einhundertprozentiges Versprechen."

Die DJK Gnadental, die unterdessen weiterhin nach einem Jugendleiter sucht, konnte fast nebenbei den seit dem Ausscheiden von Michael Odenthal vakant gewesenen Posten des Geschäftsführers neu besetzen: Johannes Schneider rückt gemeinsam mit seinem Vertreter Michael Aldenhoven in den Vorstand.

Quelle: NGZ
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