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Ganz Jüchen feiert!

Lokalsport: Ganz Jüchen feiert!
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Jüchen. Dominanter als der Bezirksliga-Meister in der abgelaufenen Saison kann man kaum auftreten. Der Lohn ist der Aufstieg in die Landesliga. Von Christos Pasvantis

Seitdem der SC Rheindahlen 2012 in einem Herzschlagfinale in Kaarst den Aufstieg in die Landesliga feierte, ist die Bezirksliga - zumindest an der Tabellenspitze - zu einer langweilige Angelegenheit geworden. 2013 hatte die SpVg Odenkirchen 17 Punkte Vorsprung auf ihre machtlosen "Verfolger", der TSV Bayer Dormagen hatte 2014 gar 19. Der VfL Jüchen/Garzweiler stieg mit einem Polster von zehn Zählern auf.

Doch was dem Aufstiegskampf in den vergangenen Jahren fehlte, machte der VfL mit seiner spielerischen Klasse mehr als wett. Der VfL zerlegte seine Konkurrenten mit reifem, überlegtem Fußball, individueller Überlegenheit auf nahezu jeder Position sowie Erfahrung auf und neben dem Platz. Jüchen anno 2014/15 ist eine Mannschaft, die den Ball geduldig laufen lässt, keine Fehler macht, eiskalt kontern kann, bei Standardsituationen die mit Abstand gefährlichste Elf der Liga war und gegen den Ball kaum Lücken preisgibt. Ganzen zwei Mannschaften, dem TuS Grevenbroich und der SG Rommerskirchen/Gilbach, gelang ein Sieg gegen den VfL. Die Niederlage beim TuS ereilte Jüchen dabei schon am ersten Spieltag, im Schlossstadion verlor man 2:3 und zeigte dabei die wohl schlechteste Saisonleistung. "Das war nichts", sagte Trainer Georg Krahwinkel damals, wirkte dabei aber dennoch hundertprozentig überzeugt. So als wüsste er, was folgen sollte. Denn was folgte, kann man schlichtweg als Demonstration bezeichnen: 22 Spiele blieb der VfL ungeschlagen, gewann währenddessen zehnmal mit mindestens vier geschossenen Toren und sechsmal mit dem Lieblingsergebnis 4:1.

Dass Jüchen, über die vergangenen Jahre kontinuierlich aus dem Mittelfeld in Richtung Spitzengruppe geklettert, den entscheidenden Sprung von einer guten zu einer sehr guten Mannschaft machte, lag vor allem an einer Personalie: Thorben Schmitt wechselte vor der Saison aus Odenkirchen an die Stadionstraße und machte trotz mangelnder Physis als hängende Spitze mit seinen Gegnern, was er wollte. Kleines, dickes Schmitt erzielte 32 Tore und bereitete zwölf vor. Das Gerüst um ihn steht hingegen seit Jahren. Danny Hepner ist im Sturm genauso eine Instanz wie Mittelfeldmotor René Teppler oder die Abwehrrecken Andreas Fuchs, Sebastian Muyres, Thomas Thierling und Benjamin Burda. Beinahe alle Spieler sind Ende 20 oder Anfang 30, wissen genau, was sie tun. Das traf auch auf Krahwinkel zu, der in der letzten seiner weit mehr als 30 Saisons als Fußballtrainer eine Mannschaft vorfand, mit der er größtenteils sogar befreundet war. "Wir haben uns auch privat bestens verstanden. Man kann schon sagen, dass ich in Jüchen einige Freunde gefunden habe", meint der Coach.

Dazu gehören auch der Vorsitzende Christoph Sommer und Mäzen Walter Muyres, die an einem Kader basteln, der in der Landesliga eine gute Rolle spielen soll. In Hermann-Josef Otten hat man bereits einen besonnenen, erfahrenen und damit passenden Trainer gefunden. Als Neuzugänge stehen in Trainersohn Frederic Otten und Rückkehrer Alexander Wirtz bereits zwei Stürmer fest. Für das Mittelfeld kommt aus Odenkirchen in Christoph Spinrath ein Hochkaräter im besten Alter, zwei, drei Namen will Sommer dazu noch vorstellen.

Quelle: NGZ
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