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Gesucht: ein neuer Wandschneider

Neuss. Aus Sicht der Beteiligten sind die Entscheidungen nachvollziehbar und richtig: Für Erik Wudtke bedeutet die Beförderung zum (Junioren-) Bundestrainer einen Schritt nach vorn in seiner Trainerlaufbahn (dass ein Mann seiner Qualitäten dauerhaft als Nachwuchskoordinator arbeiten würde, erschien eh utopisch). Für Alexander Koke ist der Gang zur Uni ein Schritt in größere finanzielle Sicherheit - für einen jungen Familienvater sicher nicht ganz unwichtig. Man muss in Deutschland (außerhalb des Profi-Fußballs) schon ziemlich sport-verrückt sein, um ganz auf die Karte Trainer zu setzen - ein Beruf mit hohen, vor allem mentalen, Anforderungen und wenig, vor allem materieller, Anerkennung. Mit diesem Problem hat nicht nur der Handball zu kämpfen - immer mehr aktive oder zukünftige Trainer wandern in den Lehrerberuf oder ins Ausland ab. Doch ohne gute Trainer gibt es bald keine guten Sportler - und keine Erfolge mehr.

Aus Sicht der Beteiligten sind die Entscheidungen nachvollziehbar und richtig. Für den TSV Bayer Dormagen sind sie einfach nur ärgerlich, denn er muss sich im Bereich der sportlichen Leitung völlig neu aufstellen. Und das in einer Phase, in der sich seine Handballer ohnehin im Umbruch befinden. Wudtke und Koke sind engagiert und qualifiziert, aber sie befanden sich am Höhenberg offensichtlich nur auf der Durchreise. Was der TSV Bayer jetzt braucht, ist ein neuer Kai Wandschneider, ein neuer Jörg Bohrmann - Leute, die sich mit dem Verein, seinen Zielen und Prinzipien auf Dauer identifizieren.

volker.koch@ngz-online.de

Quelle: NGZ
 
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