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Lokalsport
Gladbach gelingt idealer Saisonstart

Mönchengladbach/Köln. Nach Wetterkapriolen dauert die zweite Hälfte in Köln mehr als eine Stunde.

) Vater geworden, Geburtstag gefeiert und dann auch noch das Siegtor erzielt: Kapitän Lars Stindl war nach dem "idealen Saisonstart" von Borussia Mönchengladbach völlig ausgelaugt, aber rundum zufrieden. "Ich bin stolz und überglücklich", sagte Stindl, der sein spätes Siegtor beim 2:1 (1:0) gegen Bayer Leverkusen kurz zuvor mit Daumen im Mund vor der Fankurve gefeiert hatte. "Das war ein Gruß an meine Frau und die Kleine", sagt Stindl, dessen Frau Tanita im Mai nach Komplikationen während der Schwangerschaft eine gesunde Tochter zu Welt gebracht hatte. Am Freitag hatte Stindl zudem seinen 28. Geburtstag gefeiert, nur Stunden später folgte der entscheidende Treffer.

"Vier Spiele, vier Siege - wir sind ideal gestartet. Den Knaller gegen Leverkusen zu gewinnen, tut sehr gut", sagte André' Hahn, der vor der Pause die Führung erzielt hatte (45.+1). Trotz des Ausgleichs durch Joel Pohjanpalo (80.) verließ die Borussia wie schon im Pokal in Drochtersen und den Play-offs zur Champions League gegen Bern als Sieger den Platz. Und wieder war die Offensive das Prunkstück. "Wir haben Spieler, die können in zwei Sekunden vier Tore machen", sagte Oscar Wendt über das Prunkstück der Borussia, das Hoffnungen auf eine große Saison weckt. Thorgan Hazard, gegen Bern ebenso wie Regisseur Raffael dreifacher Torschütze, wurde beim achten Heimsieg in Folge erst in der 84. Minute eingewechselt und spielte prompt den entscheidenden Pass auf Stindl. Zudem drängen Patrick Herrmann, Ibrahima Traoré und Fabian Johnson in die Startelf.

Trainer André' Schubert steht somit vor dem Luxusproblem, immer wieder prominente Namen auf die Bank setzen zu müssen. "Auch ich als Trainer muss das lernen, einen so guten Kader hatten wir in der Breite noch nicht", sagte Schubert. Angesichts der Dreifach-Belastung bis zur Winterpause betonte der Coach aber auch: "Wir spielen künftig quasi alle drei Tage. Jeder Spieler wird gebraucht."

Nach der längsten Bundesliga-Halbzeit des Jahrtausends dachte Timo Horn mit einem Schmunzeln zurück an Olympia. "In Brasilien hat sich das Wetter auch alle paar Minuten geändert", sagte der Torhüter des 1. FC Köln nach dem 2:0 (1:0) gegen Darmstadt 98: "Aber da haben wir einfach weitergespielt." Doch der Unterschied war auch dem 23-Jährigen bewusst. "Am Ende sind Hagelkörner runtergekommen wie Tennisbälle", sagte er: "Da hat man schon ein bisschen Angst bekommen." Mehr als eine Stunde dauerte letztlich der zweite Durchgang, weil das Wetter mehr Kapriolen schlug als der FC zu besten Diva-Zeiten - dabei hatte es in der ersten Halbzeit wegen großer Hitze noch eine Trinkpause gegeben. Kölns Manager Jörg Schmadtke machte sich derweil Gedanken um die Sicherheit der Zuschauer: "Aber zum Glück habe ich mir umsonst Sorgen um die 50.000 Zuschauer gemacht." Als einen "Schatten über dem Sieg" bezeichnete Schmadtke die Verletzung von Abwehrchef Dominic Maroh, der mit einem doppelten Rippenbruch vorerst ausfallen wird.

Sorgen ganz anderer Natur muss sich Darmstadt 98 machen. Das Team agierte konfus, der FC hätte deutlich mehr Tore schießen können als die durch Marcel Risse (11.) und Anthony Modeste (61.). "Das war einfach scheiße", stellte Defensivspieler Florian Jungwirth fest: "Es ist klar, dass viele sich noch an die Liga gewöhnen müssen."

(sid)
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