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Lokalsport
Gnadental zittert sich zum Bezirksliga-Verbleib

Gnadental. Das hart erkämpfte 1:1 gegen den bereits geretteten SV Lürrip reicht der DJK, weil der Rheydter SV beim TuS verliert. Von Christos Pasvantis

Auf dem Platz konnte Marco Bruno seiner Mannschaft schon seit Monaten nicht mehr helfen. Dafür hatte der an der Leiste verletzte Kapitän der DJK Gnadental gestern im finalen Saisonspiel gegen den SV Lürrip eine vielleicht sogar viel wichtigere Aufgabe: Er versorgte Team, Trainer und Zuschauer mit den Zwischenständen aus Grevenbroich, wo der Rheydter SV im Fernduell mit Gnadental um den Ligaverbleib kämpfte. Und spätestens als Bruno in der Nachspielzeit das 3:1 für den TuS verkündete, war klar, dass der DJK der Klassenverbleib gelungen war - auch wenn ihr das 1:1 (0:0) nicht reichte, um diesen aus eigener Kraft zu sichern.

Dabei war den Gastgebern vor 150 Zuschauern anzumerken, wie viel für sie auf dem Spiel stand. "Ich habe mir vor dem Spiel noch gedacht, dass ich mir so etwas nie mehr antun will", meinte Trainer Jörg Ferber. So schmiss sich seine Mannschaft zwar aufopferungsvoll in jeden Zweikampf, ließ aber in den entscheidenden Situationen die Kälte im Torabschluss vermissen. Keine drei Minuten waren gespielt, als Ali Gürcali im Strafraum zur Führung hätte treffen müssen, Serkan Avgören ließ sich in ähnlich guter Position viel zu viel Zeit statt in freier Schussbahn abzuziehen (17.). Besser machte es Max Fells, dessen Distanzschuss das Tor kurz vor der Pause nur um Zentimeter verfehlte.

Blank lagen die Nerven spätestens nach dem Lürriper Führungstor von Michael Harrison (50.), nach dem die junge Gnadentaler Mannschaft (Durchschnittsalter gestern 22,5 Jahre) kurzzeitig völlig zusammenbrach. Mit dem Wissen, dass es in Grevenbroich "nur" 1:1 stand, machte die DJK in der Abwehr unerklärliche Stellungsfehler, die die Gäste aber ebenso unerklärlicherweise nicht ausnutzten. Zweimal Kevin Schmitz, Nico Hermanns und Yannick Müller vergaben reihenweise Hochkaräter. So fiel der Ausgleich für die vor der Pause deutlich stärkeren Gnadentaler nach einem Patzer von Thomas Stryia im Spielaufbau, den Serkan Avgören prompt bestrafte (81.). Danach drückte die DJK mit aller Macht auf den Sieg, den es am Ende gar nicht brauchte.

Der ehemalige TuS-Coach Ferber wusste, wo er sich zu bedanken hatte: "Ich habe mit vielen Spielern vom TuS gesprochen, die halbe Mannschaft habe ich ja noch selber trainiert. Es ist super, dass die und auch Kaarst sich nicht hängen lassen haben." Dass am Ende einer Achterbahn-Saison der Klassenverbleib steht, sei für ihn nicht selbstverständlich: "Als ich gekommen bin, hatten die Jungs sieben Spiele am Stück nicht gewonnen, es war eine ganz schwierige Situation. Wir hatten die ganze Rückrunde über nur einen Torwart, viele Verletzte, keine richtige Vorbereitung, die Mannschaft war viel zu jung. Dass wir es geschafft haben, ist eigentlich ein kleines Wunder. Aber das haben wir uns verdient."

Im Sommer soll nun viel passieren. Ferber spricht von acht bis neun Neuzugängen, von denen er allerdings noch keinen namentlich nennen will. Fest steht nur der Wechsel von Torhüter Nico Bayer, der vom VdS Nievenheim II kommt.

Quelle: NGZ
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