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Lokalsport
Grimm will keine Schnellschüsse

Lokalsport: Grimm will keine Schnellschüsse
Auch die drei Treffer von Marcel Görden konnte die neuerliche Niederlage des TV Korschenbroich in Hüttenberg nicht verhindern. Hüttenbergs Peter Dettling schaut interessiert zu. FOTO: NGZ
Der TV Korschenbroich zieht die Notbremse: Nach der neunten Niederlage im neunten Meisterschaftsspiel wird beim noch sieg- und punktlosen Aufsteiger nichts mehr so sein wie es war: "Nach neun Spielen müssen wir feststellen, dass nicht alle Akteure den Anforderungen der Zweiten Bundesliga gerecht werden", ging TVK-Trainer Olaf Mast nach der 23:28-Schlappe (Halbzeit 12:18) beim TV Hüttenberg, die den Klassenerhalt in der Zweiten Handball-Bundesliga wieder ein Stückchen hat unwahrscheinlicher werden lassen, mit seinem Personal schonungslos ins Gericht. Von Tobias Käufer

"Wir brauchen jetzt Akteure die uns sofort weiterhelfen. Spieler, die wir an die Zweite Bundesliga heranführen wollen, haben wir im Überfluss. So kann es jedenfalls nicht weitergehen", redete Mast bei der Pressekonferenz in der gemütlichen Sofaecke der Hüttenberger Bürgerstube Klartext. "Wir stehen mit zwei Spielern in Kontakt", bestätigt der Coach, ohne dabei die Namen nennen zu wollen und setzt damit die Korschenbroicher Vorstandsetage unter Druck.

TVK-Manager Jupp Grimm reagiert entsprechend zurückhaltend: "Wir haben auch in Hüttenberg gesehen, dass es für die Zweite Bundesliga nicht reicht. Trotzdem werden wir jetzt nicht in Panik verfallen, sondern Entscheidungen mit Augenmaß fällen. Schnellschüsse wird es nicht geben. Wenn wir etwas tun, dann muss es finanziell realisierbar sein und zum TV Korschenbroich passen."

Im Umkehrschluss würde dies bedeuten: Der TVK muss seinen nach der Reaktivierung von Ex-Nationalspieler Mirko Bernau auf 18 Köpfe angewachsenen Kader um einige Spieler reduzieren, um diesen finanziellen Kraftakt stemmen zu können. Hinter den Kulissen wird derweil offen spekuliert: Werden die Forderungen des Trainers nicht erfüllt, dürfte Mast angesichts der Aussichtslosigkeit der sportlichen Lage seinen Hut nehmen.

"Der November wird für uns der Monat der Wahrheit, dann müssen wir unsere Heimspiele gewinnen, wenn wir zumindest noch einmal den Anschluss herstellen wollen", sagt der TVK-Coach und gibt auch eine zeitliche Vorgabe: "Spätestens nach dem Spiel in Düsseldorf müssen wir uns neu aufgestellt haben." Am 7. November gastiert der TVK beim rheinischen Rivalen, ehe die beiden wichtigen Heimspiele gegen Friesenheim und Bittenfeld anstehen.

In Hüttenberg konnte der TV Korschenbroich vor knapp 1300 Zuschauern nur in der Anfangsviertelstunde mithalten: Doch nachdem Matthias Deppisch in der 14. Minute zur 7:5-Führung traf, gab es wieder einen Riss im Korschenbroicher Spiel. Zwei höchst fragwürdige Zeitstrafen gegen Jörn Ilper und Dirk van Walsem innerhalb von 18 Sekunden ließen das Korschenbroicher Kartenhaus schnell zusammenbrechen. Aus dem 5:7-Rückstand machten die Gastgeber innerhalb von zehn Minuten eine 14:9-Führung und hatten die Partie durch diesen Zwischenspurt praktisch schon entschieden.

Bis zur Pause erholte sich der TVK von diesem Rückschlag nicht mehr, Hüttenberg war im ersten Spiel nach der Renovierung des heimischen Sportzentrums auf 18:12 davongezogen. Nach der Pause waren die Gastgeber zunächst noch mit den Gedanken beim offenbar schwer verletzten Arne Rigetrink, der sich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff bei einem Zusammenprall am Arm verletzt hatte.

Doch auch die sechs Minuten andauernde Hüttenberger Torflaute konnten die Gäste nicht nutzen. Erst als der reaktivierte Mirko Bernau für den einmal mehr wirkungslosen David Breuer aufs Parkett kam, wurde im Korschenbroicher Angriff so etwas wie eine Struktur erkennbar und der bis dato einzig gefährliche Rückraumspieler Dennis Marquardt etwas entlastet. Näher als bis auf 22:26 kam der TVK aber nicht mehr heran.

Quelle: NGZ
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