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GWN-Athleten kehren mit Gold zurück

Lokalsport: GWN-Athleten kehren mit Gold zurück
Zurück aus Los Angeles: Thomas Gindra (l.) ist zufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge Oliver Burbach (Mitte) und Jörg Hader, die stolz ihre Medaillen präsentieren. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Bei den "Special Olympics World Games" in Los Angeles gewannen die Neusser Tischtennisspieler Oliver Burbach und Jörg Hader im Unified-Doppel Bronze. Im Mixed-Doppel war Burbach mit seiner Doppelpartnerin nicht zu schlagen. Von Stephan Glasmacher

Als Oliver Burbach, Jörg Hader und Thomas Gindra mit der deutschen Delegation in das traditionsreiche Los Angeles Memorial Coliseum einmarschierten, konnten die Neusser ihr Glück kaum fassen. Denn die Eröffnungsfeier der "Special Olympics World Games"- die weltweiten Sportwettkämpfe für Menschen mit geistiger Behinderung - bot mit 60 000 Zuschauern und 7000 Athleten eine beeindruckende Kulisse. Sowohl Tischtennisspieler Oliver Burbach als auch sein Unified-Partner Jörg Hader und Trainer Thomas Gindra waren von der Atmosphäre sichtlich angetan. "Das Einziehen mit der deutschen Delegation war sehr schön. Dabei musste man einfach Gänsehaut bekommen", berichtet Jörg Hader überglücklich. Die der Athleten der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) waren erst am Mittwochabend aus Kalifornien an den Rhein zurückgekehrt. "Es war wie bei Olympia", so Hader weiter über die stimmungsvolle Eröffnungsfeier, an deren Ende die US-amerikanische First Lady Michelle Obama die alle vier Jahre stattfindenden Weltspiele für Menschen mit geistiger Behinderung offiziell eröffnete.

Auf die anschließenden Tischtennis-Wettbewerbe können die Neusser Sportler mehr als zufrieden zurückblicken, auch wenn sich vor allem Oliver Burbach von der großen Kulisse anfangs noch sehr beeindruckt zeigte. "Wegen der vielen Zuschauer war ich im Einzel sehr nervös. Die Anfeuerungen waren zwar motivierend, aber auch sehr ablenkend", erklärte Burbach fast entschuldigend seinen immer noch guten vierten Platz im Einzel.

Dass er es auch besser kann, zeigte der Neusser Tischtennisspieler bereits wenige Tage später im Unified-Turnier, bei dem je ein Sportler mit und ohne geistige Behinderung zusammen Doppel spielten. Gemeinsam mit seinem Doppelpartner Jörg Hader gewann er die Bronzemedaille.

Mit Blick auf eine Fünf-Satz-Niederlage gegen ein serbisches Doppel wäre fast sogar noch mehr drin gewesen. "Wenn man einmal im fünften Satz ist, dann macht man sich natürlich die Hoffnung, zu gewinnen", erläuterte Hader. Nachdem er sich unmittelbar nach dem Spiel noch über die recht unglückliche Niederlage geärgert habe, könne er sich mittlerweile über die gewonnene Bronzemedaille freuen.

Mit Edelmetall im Gepäck konnte Oliver Burbach im abschließenden Mixed-Doppel befreit aufspielen und zeigte dabei sein ganzes Können, als er mit seiner Doppelpartnerin aus Thüringen die Goldmedaille gewann. "Im Mixed lief einfach alles", sagte der GWN-Athlet. "Der ganze Druck war weg." Auch Trainer Thomas Gindra war mit der Leistung des Neussers mehr als zufrieden. "Weil er im Mixed-Doppel ohne Druck aufspielen konnte, hat er in diesem Wettbewerb seine besten Spiele gemacht", stellte der GWN-Sportlehrer, der sich ebenfalls über Bronze im Unified-Doppel sehr glücklich zeigte, lachend fest.

Doch nicht nur das Sportliche stand für die Neusser in den Tagen von Los Angeles im Vordergrund. Bei Teilnehmern aus 165 Nationen war auch der Austausch mit anderen Kulturen von großer Bedeutung. "Es gab eine sehr gute Verständigung unter den Völkern", sagte Trainer Thomas Gindra. "Wir waren in ständigem Kontakt mit anderen Kulturen. Daraus sind auch Freundschaften entstanden."

Was es heißt, an Weltspielen teilzunehmen, hätten die Neusser vor allem rund um die Sportstätten erfahren, wie Unified-Partner Jörg Hader erklärte: "Wegen unserer Akkreditierungen von Special Olympics wurden wir überall auf die Weltspiele angesprochen. Die Begeisterung der Menschen dort für Special Olympics war groß."

Gesteigertes Interesse an den Weltspielen gab es auch seitens des deutschen Bundestages, der eine Delegation nach Los Angeles sendete. Für Thomas Gindra stellt dies ein wichtiges Signal für die Zukunft dar: "Es zeigt, dass Special Olympics in der Politik angekommen ist. Es ist eine ganz neue Art der Wertschätzung."

Quelle: NGZ
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