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Lokalsport
Handball: Die junge Garde dreht das Spiel

Dormagen. 3. Liga West: TSV Bayer Dormagen macht in Schalksmühle aus einem 4:9-Rückstand einen 26:24-Sieg. Von Volker Koch

Ein 55 Jahre alter Rückraum rettete dem TSV Bayer Dormagen den sechsten Sieg im siebten Meisterschaftsspiel der 3. Handball-Liga West. Doch es war kein in die Jahre gekommener Profi, der einen 4:9-Rückstand bei der SG Schalksmühle-Halver in ein 26:24 (Halbzeit 12:13) drehte.

Sondern drei blutjunge Talente, von denen zwei im Sommer mit Deutschland Platz drei bei den Jugend-Europameisterschaften belegt hatten: Lukas Stutzke, Eloy Morante Maldonado (beide 18) und Ian Hüter, dem seine Teamkollegen mit diesem Sieg das schönste Geschenk zu seinem 19. Geburtstag am Samstag machten. Weil bei den "Routiniers" Max Bettin (22) - verwandelte dafür alle neun Siebenmeter erfolgreich - und Johnny Eisenkrätzer (26) in der Offensive wenig zusammenlief und Linkshänder Kevin-Christopher Brüren mit gerissenem Außenband nur zuschauern konnte, vertraute Trainer Alexander Koke angesichts eines 3:7-Rückstandes nach elf Minuten auf seine Youngster.

Mit durchschlagendem Erfolg: Bis zur Pause hatten sich die Dormagener vor 437 Zuschauern wieder bis auf 12:13 herangekämpft, zogen nach dem Seitenwechsel sogar schnell auf 16:13 (36.) davon. Doch die Hausherren blieben dran, und nachdem Jacek Wardzinski, einer von vier "Fremdenlegionären" im Schalksmühler Team, zum 17:17 ausgeglichen hatte (42.), entwickelte sich in der Sporthalle Halver ein echter Krimi. In dem die Dormagener meist die Nase vorn hatten, sich aber nie weiter als bis auf zwei Tore absetzen konnten.

So auch in der Schlussphase: Alexander Kübler und Torhüter Sven Bartmann, der ins leere Schalksmühler Gehäuse traf, hatten aus einem 22:22 (52.) eine 24:22-Führung der Gäste (53.) gemacht. Doch zwei Rückraumtreffer ihren gefährlichsten Angreifers Lutz Weßeling (insgesamt 7 Tore) ließen die Hausherren wieder ausgleichen (24:24, 57.).

60 Sekunden später war erneut Kübler erfolgreich, danach fehlte den wesentlich routinierteren Sauerländern die Cleverness: Erst leisteten sie sich einen bösen Fehlpass, dann kassiert der Ex-Dormagener Maciej Dmytruszynski eine unnötige Zeitstrafe - die Überzahl nutzen die Dormagener zu einem der wenigen Anspiele auf Linksaußen, das der 20 Jahre alte Pascal Noll 18 Sekunden vor Schluss zum 26:24-Endstand nutzt. "Es war toll, wie wir wieder ins Spiel gefunden haben", kommentierte Koke, "und die drei Youngster haben maßgeblich dazu beigetragen."

Quelle: NGZ
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