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Handball-Pokalhit steigt in Dormagen

Lokalsport: Handball-Pokalhit steigt in Dormagen
Die TSV-Elfen: (h.v.l.) Renate Wolf (Geschäftsführerin/Trainerin), Natalie Hagel (TW-Trainerin), Jutta Ehrmann-Wolf (Team-Managerin), Andreas Thiel (TW-Trainer), Pia Adams, Jennifer Rode, Kim Berndt, Denisa Glancovikova, Smidty, Anne Jochin, Elisa Burkholder, Johanna Heldmann, Jenny Karolius, Kim Naidzinavicius, Rene Brauer (Physiotherapeut), Hans-Josef Vogt (Betreuer), Hanna Klingelmann (Physiotherapeutin). (v.v.l.) Nataliya Gaiovych, Kim Braun, Nina Schilk, Ramona Ruthenbeck, Michaela Janouskova, Assina Müller, Natalie Adeberg, Anna Seidel, Vanessa Fehr. FOTO: TSV Bayer 04 Leverkusen
Dormagen. Da die Smidt-Arena am Wochenende ausgebucht ist, weicht der TSV Bayer 04 Leverkusen mit dem DHB-Pokalspiel der zweiten Runde gegen Erstliga-Spitzenreiter TuS Metzingen am Samstag (Anwurf 19 Uhr) ins TSV-Bayer-Sportcenter aus. Von Dirk Sitterle

Auf der nach oben offenen Richterskala ist das Duell der zweiten Runde im DHB-Pokal mit dem TuS Metzingen für Renate Wolf eine glatte 10. "Das ist ein Hammerlos", sagt die Trainerin des Frauenhandball-Bundesligisten TSV Bayer 04 Leverkusen. Sieht ganz so aus, als hätte Thüringens als Losfee fungierende Bildungsministerin Dr. Birgit Klaubert den Handballfreunden im Rhein-Kreis Neuss einen echten Leckerbissen beschert.

Denn weil den "Elfen" aus Leverkusen die heimische Smidt-Arena am Wochenende nicht zur Verfügung steht, sind sie mit dem Pokalhit kurzerhand ins Dormagener TSV-Bayer-Sportcenter umgezogen. Nachbarschaftliche Hilfe, die Renate Wolf ausgesprochen stark findet und die für sie auch noch einen angenehmen Nebeneffekt hat. "So etwas ist nämlich auch immer eine gute Gelegenheit, neue Zuschauer für den Frauenhandball zu begeistern und vielleicht den einen oder anderen mal zu einem Heimspiel in die Smidt-Arena zu locken. Es ist ja nur eine halbe Stunde Fahrt von Dormagen über den Rhein."

Zudem werden die Bayer-Mädels jede Unterstützung von den Rängen benötigen, schließlich führt der TuS Metzingen nach drei Spieltagen die Tabelle der 1. Liga an. Der gelungene Start mit 5:1 Punkten ist indes keine wirkliche Überraschung, haben die Schwaben ihr Team nach Rang drei und der damit verbundenen Qualifikation fürs internationale Geschäft (EHF-Cup) in der Vorsaison doch weiter verstärkt. Der auf 750.000 Euro aufgestockte Etat hat zum Beispiel die Verpflichtung der auf der Königsposition im Rückraum tätigen norwegischen Nationalspielerin Tonje Loeseth möglich gemacht. In Anna Loerper und Julia Behnke hat Frauen-Bundestrainer Jakob Vestergaard auch zwei Akteurinnen des TuS für die beiden Qualifikationsspiele zur EURO 2016 gegen die Schweiz (7. Oktober in Coburg) und in Island (11. Oktober in Reykjavik) nominiert. Ihre Teamkollegin Marlene Zapf steht auf Abruf bereit. Die 25-Jährige habe ihren handballerischen Feinschliff ebenso wie Loerper einst in Leverkusen erhalten, will Renate Wolf festgehalten wissen. "Sie lernen bei uns und werden dann von zahlungskräftigeren Konkurrenten weggeholt", stellt sie bedauernd fest. Und ein Ende sei nicht in Sicht. Mit Blick auf Kim Naidzinavicius ("Eine absolute Granate"), die ebenso wie ihre Vereinskameradin Jennifer Rode dem DHB-Kader angehört, prophezeit die TSV-Trainerin: "Sie ist die Nächste."

Aber eine neue Generation steht bereits in den Startlöchern: Aus der A-Jugend, die seit 2013 dreimal in Serie Deutscher Meister geworden ist, gehören bereits fünf Spielerinnen zum Kader der ersten Mannschaft. Das sind Torhüterin Vanessa Fehr (18), die in Leverkusen unter den Fittichen des von 1991 bis 2001 im Kasten des TSV Bayer Dormagen stehenden "Hexers" Andreas Thiel (257 Länderspiele für Deutschland) trainiert, Elisa Burkholder (18), Pia Adams (19), Ramona Ruthenbeck (19) und Kim Braun (18). Im eigenen Stall der "Elfen" ausgebildet wurden auch die 20-jährigen Johanna Heldmann und Anna Seidel.

Da verwundert es kaum, dass der zwölfmalige Deutsche Meister etwas holprig in die Saison gestartet ist. Nach der 22:29-Niederlage am Wochenende beim Pokalsieger Buxtehuder SV war Renate Wolf schwer enttäuscht. Für Samstag fordert sie deshalb: "Da müssen wir eine große Schippe drauflegen, sonst gibt es für uns ein böses Erwachen."

Quelle: NGZ
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