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Lokalsport
Handball: TVK-Kollektiv spielt Mindener Reserve schwindelig

Korschenbroich. Verkehrte Welt im Handball-Rhein-Kreis: Wer hätte gedacht, dass der TV Korschenbroich nach einem guten Drittel der Saison die Dritte Liga mit seinem Tempohandball aufmischt, während der Neusser HV auf einem Abstiegsplatz steht? Durch den 29:26-Heimsieg (14:11) über GWD Minden II hat sich der TVK auf dem vierten Tabellenplatz festgesetzt. Von Christos Pasvantis

Dabei genügt eigentlich schon die Tatsache, dass die beiden Außen Max Zimmermann (6) und Mathias Deppisch (4) zusammen zehn Treffer erzielten, um zu erklären, welche Art von Spiel die 504 Zuschauer in der Waldsporthalle sahen. "Korschenbroich hat seine Ballgewinne im Gegenstoß sofort in Tore umgemünzt, das hat heute den Ausschlag gegeben", sagte Gästecoach Markus Ernst, dessen Team mit der aggressiven Deckung der Korschenbroicher überhaupt nicht zurechtkam. So produzierte Minden schon in der ersten Halbzeit elf Ballverluste, die der TVK in schnelle Tore verwandelte. "Wir haben die Partie durch unser Tempospiel gewonnen", stellte Trainer Ronny Rogawska fest.

Dennoch sprach der Däne von einem "komischen Spiel": "Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass wir den Gegner die ganze Zeit im Griff hatten. Dann führen wir auch mit sechs Toren, aber plötzlich wird es wieder spannend." Nach einem 0:3-Start (4. Minute) drehte Korschenbroich das Spiel schnell auf 5:4, setzte sich zur Halbzeit auf drei Tore ab und entschied das Spiel eigentlich mit Michel Mantschs Treffer zum 24:18 (50.). Dass Minden aber noch einmal auf 27:25 herankam, sei laut Rogawska der mangelnden Erfahrung seiner Schützlinge geschuldet: "Da wollten wir auf einmal alles zeigen, statt das Spiel in Ruhe zu Ende zu bringen." Trüben kann das die gute Stimmung aber trotzdem nicht. Der TVK feierte den dritten überzeugenden Heimsieg in Folge, zauberte im Angriff teilweise und stellt mit seiner Schnelligkeit momentan jeden Gegner vor Probleme.

Das ist umso überraschender, da in Gerrit Stassen (rechter Rückraum) und Dennis Backhaus (Kreisläufer) in dieser Saison zwei Neuzugänge zum Stammpersonal gehören, die ihren Vorgängern Henrik Schiffmann (Kreuzbandriss) und Marcel Görden (wechselte nach Krefeld) rein von der individuellen Klasse deutlich unterlegen sind. Beide fügen sich aber nahtlos in die Mannschaft ein. "Die Mannschaft fängt das im Kollektiv überragend auf, Gerrit und Dennis machen das richtig gut," sagt Rogawska. Stassen, der vom Oberligisten Borussia Mönchengladbach nach Korschenbroich wechselte, fühlt sich bestens aufgenommen: "Es ist einfach, in diese Mannschaft reinzukommen. Das ist einfach eine super Truppe."

Die muss im US-Nationalspieler Antoine Baup nun einen weiteren Spieler integrieren. Der Kreisläufer, der nur Englisch und Französisch spricht, feierte in den letzten 20 Minuten sein Debüt, erzielte einen Treffer. Rogawska ist optimistisch: "In der Mannschaft wird nur Deutsch gesprochen, das ist für ihn nicht einfach. Aber Antoine gibt sich Mühe, in einem halben Jahr versteht er erfahrungsgemäß die meisten Handball-Grundbegriffe."

Quelle: NGZ
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