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Handball
Handballer gehen in die Vollen

Handball: Handballer gehen in die Vollen
Warfen sich gestern auf dem Schützenfest in Büttgen ein fürs große Spiel am 13. Juli: (v.l.) Handballer Florian Kehrmann, VfR-Präsident Franz-Josef Kallen und Volker Gärtner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Neuss. FOTO: L. Berns
Handball. Am 13. Juli trägt der TVB Lemgo im Rahmen der Feiern zum 100-jährigen Bestehen des VfR Büttgen ein Spiel gegen die HG Kaarst-Büttgen aus. Organisiert hat das der in Büttgen aufgewachsene Ex-Weltmeister Florian Kehrmann. Von Dirk Sitterle

Schon um kurz vor elf stand Florian Kehrmann gestern Morgen mit seiner kleinen Familie, Ehefrau Diana, den beiden Wildfängen Len (5) und Liv (3) sowie Mutter Marlies, vor dem Schützenzelt in Büttgen. Eine Selbstverständlichkeit, findet er, "schließlich bin ich auch an einem Schützenfest-Sonntag geboren", verrät der Handballer, der seit heute 35 ist, lachend.

Obwohl der Weltmeister von 2007 schon seit 17 Jahren nicht mehr in Büttgen wohnt, hat er den Kontakt zur Heimat nie abreißen lassen. Dass er den von vor einer Woche im Alter von nur 63 Jahren verstorbenen Herbert Ahlert verfolgten Plan, den Bundesligisten TBV Lemgo im Rahmen der Feiern zum 100-jährigen Bestehen des VfR Büttgen ein Freundschaftsspiel gegen die HG Kaarst-Büttgen austragen zu lassen, weiterverfolgt, ist Ehrensache für ihn. Zum einen war er dem langjährigen Vorstandsmitglied des VfR freundschaftlich eng verbunden, zum anderen zählt er wie Berti Vogts, Udo Hempel und Günther Schumacher zu den Ehrenmitgliedern des 1912 gegründeten Vereins.

Duelle mit dem Nationalkeeper

Bei ihm laufen nun alle Fäden zusammen. Am 13. Juli, so ist es mit VfR-Präsident Franz-Josef Kallen (wurde am Sonntag 63) besprochen, kommen die Handballer aus Lemgo nach Büttgen. Nach einer lockeren Trainingseinheit mit Fußball und Kraftübungen (ab 11 Uhr) geht's zum Mittagessen ins Sportforum Kaarst-Büttgen, wo der Deutsche Meister von 1997 und 2003 auch die Nacht verbringen wird. Bis zum Anpfiff der Partie um 19 Uhr ist unter anderem eine Trainingsstunde Kehrmanns mit dem Nachwuchs der HG geplant. In der Halbzeitpause der Abendpartie steht Lemgos Nationaltorhüter Carsten Lichtlein für ein vergnügliches Siebenmeterwerfen zur Verfügung.

Kehrmann bringt sich voll ein, will, dass das Sportforum richtig voll wird. Er fühlt sich wohl in Büttgen, wäre hier um ein Haar sogar mal Schütze geworden. "Mit 16 wollte ich mit meinen Jungs einen Zug gründen", erinnert er sich, "dann haben wir es um ein Jahr verschoben – und am Ende ist gar nichts draus geworden."

Dass aus dem "Flo", wie Kallen zu berichten weiß, statt eines Weltklasse-Rechtsaußens auch leicht ein "grandioser Fußballer" hätte werden können, dürfte seinem ersten Trainer Helmut Ludwig sicher jetzt noch den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Als Kehrmann kürzlich beim Familienurlaub in der Türkei Gladbachs Profi Mike Hanke traf, zeigte sich dieser beeindruckt von den Künsten des Kollegen am Leder. Kehrmann: "Der wollte nicht glauben, wie gut Handballer Fußball spielen können."

Während die Kinder gestern mit Oma den Aquazoo unsicher machten, bummelten Papa und Mama gemütlich durch die Düsseldorfer Altstadt. Heute geht's zurück nach Lemgo, Trainingsauftakt ist am 5. Juli. "Aber jetzt trinken wir erst mal ein Alt", schlägt Kehrmann vor, schließlich sei Schützenfest. Prost!

Quelle: NGZ
 
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