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Heim-WM wird zur Enttäuschung

Lokalsport: Heim-WM wird zur Enttäuschung
FOTO: Augusto Bizzi
Dormagen. Die Dormagener Max Hartung und Matyas Szabo scheiden bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Leipzig gestern bereits im Achtelfinale aus und sorgen somit für das schlechteste Ergebnis der deutschen Säbelfechter seit fast einem Jahrzehnt. Von Volker Koch

Als die Fecht-Weltmeisterschaften in der Arena Leipzig gestern Nachmittag offiziell eröffnet wurden, waren sie für die deutschen Säbelfechter bereits beendet. In der Einzelkonkurrenz schied das Quartett des TSV Bayer Dormagen schon vor der Eröffnungsfeier aus: Europameister Max Hartung und der Olympiaachte Matyas Szabo scheiterten im Achtelfinale, Ex-Europameister Benedikt Wagner und Richard Hübers eine Runde zuvor.

Jetzt heißt die Devise, fit zu werden für den Mannschaftswettbewerb, der am Montag ab 10 Uhr auf dem Programm steht - sowohl physisch wie psychisch. "Bis zum Teamwettbewerb gilt es jetzt, den Kopf frei zu bekommen", sagte ein sichtlich niedergeschlagener Max Hartung nach seiner 11:15-Niederlage gegen den Ungarn Andras Szatmari.

Noch größer dürften die Probleme bei Matyas Szabo sein, der gegen Konstiantyn Voronov eine fünfminütige Verletzungszeit nehmen musste. "Er hatte bereits beim Abschlusstraining Probleme im Rücken. Im Gefecht gegen Voronov ist er beim 1:1 noch einmal auf den Rücken gefallen und hatte zum Ende hin starke Schmerzen", berichtete TSV-Fechtkoordinator Olaf Kawald aus Leipzig, "wir hoffen, dass er zum Teamwettkampf wieder fit ist."

Vor der Verletzungsunterbrechung hatte sich Szabo von einem 4:8-Pausenrückstand bis auf 11:11 herangekämpft, danach gelang ihm gegen Voronov - der Israeli belegte 2015 Rang zwei beim Junioren-Weltcupturnier in Dormagen und war für sein Geburtsland Ukraine bereits Junioren-Weltmeister - kein Treffer mehr. Eine Runde zuvor hatte sich der 25 Jahre alte Sohn von Bundestrainer Vilmos Szabo in einem wahren Krimi gegen den 14 Jahre älteren Aldo Montano durchgesetzt. Gegen den Olympiasieger von Athen 2004 führte Szabo bereits mit 14:8, ehe der Italiener noch einmal bis auf 12:14 herankam. Zum Auftakt hatte sich der Dormagener mit 15:7 gegen den Kasachen Ilya Mokretcov durchgesetzt, in der Endabrechnung landete Szabo auf dem dreizehnten Rang.

Drei Plätze vor ihm findet sich Max Hartung in der Ergebnisliste wieder. Zu wenig, wie der 27-Jährige zugab: "Ich habe mir natürlich mehr vorgenommen, aber heute hat es gegen Szatmari, den ich zuletzt zweimal deutlich geschlagen habe, nicht gereicht." Vielleicht hatte er das Gefecht schon zu früh im Kopf abgehakt, nachdem er in den Runden zuvor jeweils lockere Siege - 15:7 gegen den Belgier Jules-Emile Visscher, 15:8 gegen den Venezolaner Jose Quintero - gefeiert hatte und auch gegen den Ungarn schnell 5:1 in Front lagen. Doch Szatmari, auf der Weltrangliste drei Plätze hinter dem Dormagener (7.) gelistet, fightete zurück: Beim 6:6 hatte er ausglichen, in die Pause nahm er eine 8:7-Führung und baute die auf 10:7 aus. Danach fiel Hartung nicht mehr wirklich viel Konstruktives ein, um dem Gefecht noch eine Wende zu geben. Paradox: Wie der Europameister, scheiterte auch sein EM-Finalgegner Aaron Szilagyi in der gleichen Runde - der Olympiasieger von London und Rio verlor gegen Kamil Ibragimov mit 12:15.

"Natürlich hatten die Jungs große Erwartungen an sich selbst und wollten im eigenen Land eine Medaille holen. Daher ist es schon eine Enttäuschung, dass es nicht gereicht hat", meinte Bundestrainer Vilmos Szabo, dachte aber gleich weiter: "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir als Team diese Enttäuschung schnell in Motivation für Montag ummünzen können." Seit 2009 gab es nämlich erst eine medaillenlose WM für seine Schützlinge - 2013 in Budapest.

Quelle: NGZ
 
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