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HTC SW Neuss geht den Neustart an

Lokalsport: HTC SW Neuss geht den Neustart an
NGZ-Foto: Andreas Woitschützke FOTO: Woitschützke Andreas
Neuss. Routinier Matthias Gräber rückt aus dem Sturmzentrum auf die Trainerbank des Absteigers aus der Hockey-Bundesliga. Von Dirk Sitterle

Hieß es beim HTC SW Neuss in der vergangenen Spielzeit noch "Oranje boven", so lautet das Motto nach dem Abstieg aus der Hockey-Bundesliga nun: Nachwuchs an die Macht! "Wir machen eine ziemliche Kehrtwende", sagt Teammanager Stephan Busse und stellt klar: "Das damit verbundene Risiko gehen wir ganz bewusst ein."

Die wichtigste Personalie: Goalgetter Matthias Gräber beendet mit 35 Jahren seine aktive Laufbahn und löst auf der Trainerbank der Zweitliga-Truppe den nach Mülheim abgewanderten Omar Schlingemann ab. Der Niederländer hatte den Verein und viele seiner Spieler schlichtweg überfordert. Als der 38-Jährige erkannte, dass sein ins Auge gefasster Plan, das Team mal in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu führen, in Neuss zumindest mittelfristig auf keinen Fall umzusetzen ist, führte das zunehmend zu Spannungen zwischen ihm und dem aktiven Personal. Busse redet Klartext: "Wir haben mit Omar Schiffbruch erlitten, das muss man schon so sagen. Er wollte in eine ganz bestimmte Richtung, die wir als Verein nicht unterstützen konnten."

Während Schlingemann, so Busse weiter, "fertige Spieler wollte, mit denen er direkt Erfolg haben kann", steht Gräber für den Versuch, mit jungen Akteuren den lange überfälligen Neuaufbau zu schaffen. "Wir sind nun mal ein Familienverein", sagt er. Nicht mehr dazugehören wollten Schlingemanns Landsleute Joris Eshuis und Roderick Musters, die im Trikot des Crefelder HTC in Liga eins bleiben. Die Zukunft des urlaubenden Arnoud Weehuizen ist noch offen. Alle anderen bleiben, Routiniers wie Ex-Weltmeister Sebastian Draguhn (32), Philipp Weide (33), Christoph Martial (34), Ivo Otto (27) oder auch Abbas Haider (26) hängen zumindest noch eine weitere Saison dran. Auch der mit Schlingemann gekommene Sushi-Riese Natsu Foods aus Neuss bleibt bei der Stange. In Gesprächen mit Geschäftsführer Tim Hörnemann hat Busse sogar Signale erhalten, "dass sein Engagement bei uns auch über das Jahr 2017 hinausgehen könnte. Dazu müssen wir ihm aber ein tragfähiges Konzept vorlegen."

Vorrangigstes Ziel des Klubs ist es nun, möglichst schnell junges Personal von außerhalb ins Jahnstadion zu lotsen. Fünf Spieler würde Busse gerne einbauen, ein Vorhaben, das er zu 80 bis 90 Prozent erfüllt sieht, wenngleich es bislang noch zu keinen Vertragabschlüssen gekommen sei. Er ist sich indes ganz sicher: "Klappt das - dazu kommen neben unseren erfahrenen Spielern ja noch fünf, sechs eigene Nachwuchsleute - , haben wir den Generationswechsel vollzogen."

Die Vorbereitung beginnt im August, eine Woche nach dem Schützenfest liefert das eigene Turnier um dem Natsu-Cup (3. und 4. September) wichtige Aufschlüsse über die Leistungsstärke der neuen Truppe. Zurück in den Fahrstuhl - seit 2009 spielte der HTC nur zwei Jahre hintereinander in derselben Liga - will in Neuss niemand mehr. Busse: "Wir wollen leistungsorientiert Hockey spielen, aber nicht den Erfolg um jeden Preis. Wir geben den Aufstieg nicht als Ziel aus, aber wir schließen auch nix aus."

Quelle: NGZ
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