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HTC SW Neuss tankt Selbstvertrauen

Lokalsport: HTC SW Neuss tankt Selbstvertrauen
Aufmerksam: Zwar fehlt es ihm noch an der nötigen Fitness, aber der Pakistani Sibtain Raza (r.) könnte sich für den Erstliga-Aufsteiger HTC SW Neuss (hier gegen H.I.C. Amstelveen) als echte Verstärkung erweisen. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Mit seinem Sieg beim 2. Natsu-Cup macht sich der Hockey-Bundesligist Mut für eine Saison, in der es für den Aufsteiger nur um den Klassenverbleib geht. "Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen", sagt Trainer Omar Schlingemann. Von Dirk Sitterle

Der HTC SW Neuss, gerade zum dritten Mal seit 2009 ins Oberhaus der Feldhockey-Bundesliga aufgestiegen, tut alles, um den Makel der Fahrstuhlmannschaft loszuwerden. Und darum hatte Trainer Omar Schlingemann bereits gestern Morgen die Videos von den beiden Spielen seiner Jungs beim 2. Natsu-Cup ausgiebig studiert. Vom Bett aus, denn der Niederländer liegt seit Samstag mit einer Blasenentzündung im Neusser Lukaskrankenhaus. Sein Urteil nach dem Turniersieg: "Wir haben gekämpft und sind auch ein höheres Tempo als vorher gegangen. Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen."

Mächtig beißen mussten die Hausherren vor allem im Halbfinale gegen H.I.C. Amstelveen. Dass seine Jungs gegen den griffigen Zweitligisten aus Holland rasch mit 0:3 ins Hintreffen gerieten, war dem Trainer piepegal, "weil das zwar dumme persönliche, aber keine strukturelle oder technische Fehler waren." Ihm imponierte vielmehr, wie Sebastian Draguhn (3) und der junge Niclas Garms die Partie mit ihren Treffern zum 4:3 drehten. Selbst der erneute 4:5-Rückstand vermochte die von Co-Trainer Jonas Termijtelen betreuten Neusser nicht zu beeindrucken. Mit dem Schlusspfiff nach 4x17,5 Minuten erkämpften sie sich eine weitere Strafecke. Die führte zwar wie zuvor auch alle anderen nicht direkt zum Erfolg, bei der Wiederholung bugsierte Philipp Weide den Ball jedoch im Nachsetzen in den Kasten. Im Siebenmeterschießen parierte der für Routinier Martin Wagner gekommene Jonas Radeke zweimal, für Neuss verwandelten Joris Eshuis, Roderick Musters, Matthias Gräber, Arnoud Weehuizen und Ivo Otto.

Dass es zwischen den Teams während der Partie mitunter gehörig zur Sache ging, sah Schlingemann sogar ausgesprochen gerne. Denn: "Wenn wir diesmal in der Bundesliga bleiben wollen, müssen wir alles machen, was ehrlich ist, um unsere Spiele zu gewinnen." Doch auch für die feineren Momente verfügt der Aufsteiger nun über international erprobtes Personal: Arnoud Weehuizen könnte der Abwehr Stabilität verleihen und hilft dem HTC darüber hinaus ebenso wie sein Landsmann Roderick Musters auch in der Halle weiter. Was die beiden Malaien Faiz Jali und Muhammad Rashid Baharom können, bleibt abzuwarten, die kennt der Coach bislang nämlich nur vom Video. Im Tor ist Schwarz-Weiß mit Wagner (34), Radeke (22) und Jonathan Lumme (17) gut aufgestellt. Durchaus Potenzial hat der erst 19 Jahre alte Pole Sebastian Sellner. Auf jeden Fall eine Verstärkung ist der Pakistani Sibtain Raza. Der über Abbas Haider an den Rhein gekommene Stürmer bringt vieles mit. "Er versteht das Spiel einfach", lobt Schlingemann, fügt aber hinzu: "Fit ist er noch nicht und auch Abwehr muss er noch lernen - davon haben die in Pakistan noch nie gehört."

Dass diese ungewollt ziemlich international geratene Truppe funktionieren kann, zeigte am Sonntag der 4:2-Sieg im Finale über Rot-Weiß Köln. Der Deutsche Meister war zwar ohne die zurzeit bei der Europameisterschaft in London aktiven Nationalspieler Christopher Rühr, Mathias Müller, Marco Miltkau und Mats Grambusch sowie die Olympiasieger Benny Wess und Christopher Zeller angereist, doch das kümmerte Schlingemann nicht wirklich: "Auch wenn Rot-Weiss nicht mit dem Top-Kader gekommen ist, ein Sieg über Köln tut gut und bringt was fürs Selbstvertrauen." Nach den Toren von Sebastian Draguhn (2), Steven Dühr und Matthias Gräber stellte Teammanager Stephan Busse fest: "Was die Liga angelangt, bin ich nach diesem Wochenende ganz optimistisch."

Am Freitag steht beim niederländischen Erstligisten HC Den Bosch ein weiteres Testspiel auf dem Programm, danach verabschieden sich die Neusser Hockey-Jungs erst mal zum Schützenfest ...

Quelle: NGZ
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