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Lokalsport
In den Mai gespurtet

Lokalsport: In den Mai gespurtet
Impressionen eines großen Radsportabends: Nils Schomber schaut erleichtert, nachdem Henning Bommel den Sieg herausgefahren hatte, Franz-Josef Kallen, Ulrike Nienhaus und Lars Witte (v.r.) freuen sich über den starken Nachwuchs. Weltmeister unter sich: Andreas Beikirch und Berti Vogts (oben v.r.). FOTO: A. Woitschützke
Büttgen. Im ersten Bahnrennen nach Platz fünf im olympischen Finale von Rio de Janeiro gewinnt Lokalmatador Nils Schomber den "Spurt in den Mai". Von Volker Koch

Wer zu lange die Beine hoch legt, den bestraft das Leben: Weil Nils Schomber und Henning Bommel in den ersten vier Wettbewerben des nach Art eines Sechstagerennens ausgetragenen "Spurt in den Mai" nicht genügend Punkte gesammelt hatten, mussten die beiden Olympiafünften von Rio de Janeiro bei der abschließenden "Großen Jagd" auf dem 250 Meter langen Holzoval des Büttgener Sportforums mächtig Gas geben.

Das war genau nach dem Geschmack der gut und gerne tausend Zuschauer, die für eine weitaus größere und stimmungsvollere Kulisse der Traditionsveranstaltung sorgten als in den vergangenen Jahren. Weil sein schon früh herausgefahrener Rundengewinn schnell von vier weiteren Zweierteams egalisiert worden war, musste der halbe deutsche Bahnvierer am Ende aufs Ganze gehen.

FOTO: Woitschützke Andreas

Mit gewaltiger Übersetzung und ebenso gewaltiger Kraftanstrengung fuhren der 23 Jahre alte Grevenbroicher und der elf Jahre ältere Routinier aus Finsterwalde einen weiteren Rundengewinn heraus - und mussten den zehn Runden lang gegen die attackierende Konkurrenz, angeführt von ihren rad-net Rose-Teamkollegen Leif Lampater und Lucas Liß, verteidigen. Was schließlich vor allem dank einer Energieleistung von Henning Bommel auch gelang: "Nils hat ja vorher gesagt, ich sei sein Wunschpartner, da konnte ich ihn ja nicht hängenlassen", sagte der 34-Jährige, nachdem beide wieder zu Atem gekommen waren. Schomber bedankte sich artig: "Meine Beine wurden von Runde zu Runde schwerer, da habe ich schon gemerkt, dass mir noch Rennpraxis auf der Bahn fehlt." Schließlich bedeutete der "Spurt in den Mai", den er 2014 schon ein Mal gewonnen hatte, damals an der Seite von Marcel Kalz (belegte diesmal mit Vorjahressieger Andreas Müller Rang drei), das erste Bahnrennen für ihn seit dem olympischen Finale von Rio de Janeiro, das ihm Platz fünf und einen neuen deutschen Rekord beschert hatte.

Ob's an Olympia lag oder an den Vorboten der Tour de France, die 38. Auflage des "Spurt in den Mai" knüpfte jedenfalls an die großen Zeiten des Büttgener Bahnradsports an. "Deutlich mehr los als sonst", konstatierte Stammgast Hans-Jürgen Petrauschke mit Blick in den bestens besetzten Innenraum und die gut gefüllten Tribünen. Friedhelm Kirchhartz mochte dem Landrat nicht widersprechen: "So macht das wieder Spaß", meinte der Gesamtleiter der beiden Büttgener Radsporttage. Nur Cornelia Gadde als Vertreterin des Hauptsponsors Sparkasse Neuss vermisste das Dernyrennen: "Die knatternden Mopeds gehören einfach dazu."

FOTO: Woitschützke Andreas

Bleibt als - unlösbares (?) - Problem einzig die Beschallung: "Wir hätten gerne noch mehr Werbung für die Tour de France gemacht, aber es hört ja keiner", meinte der wie immer bestens aufgelegte Moderator Christian Stoll. So blieb der Andrang am Infostand von Ude Hempel überschaubar. Allerdings schaute ein ungebetener Besucher vorbei - und ließ ein "Tour hautnah"-Banner mitgehen.

Quelle: NGZ
 
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