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In Mannheim ist der HTC maximal gefordert

Lokalsport: In Mannheim ist der HTC maximal gefordert
Flugeinlage: Will Kapitän Ivo Otto heute mit Neuss beim TSV Mannheim gewinnen, darf keine Aktion des Kontrahenten zu spektakulär sein. FOTO: Woi
Neuss. Im Kellerduell der Aufsteiger mit dem TSV darf Hockey-Bundesligist Schwarz-Weiß Neuss heute Abend (ab 17 Uhr) alles - nur nicht verlieren. Von Dirk Sitterle

Fußballtrainer Louis van Gaal hat in seiner Amtszeit an der Isar (1. Juli 2009 bis 10. April 2011) nicht nur den FC Bayern München neu erfunden, sondern sich auch um die Verankerung niederländischer Sprichwörter im Deutschen verdient gemacht. In entscheidende Partien schickte der Ritter im Orden von Oranien-Nassau seine Kicker mit dem Satz: "Wir bekommen Gladiolen, oder wir sind tot." Omar Schlingemann kommt auch aus Holland, und obwohl es für den Coach des HTC SW Neuss in der Hockey-Bundesliga nicht wie bei van Gaal um Ruhm und Ehre, sondern "nur" um den Klassenverbleib geht, macht er es ähnlich dramatisch: "Wir müssen kämpfen bis zum Tod."

Gefahr für Leib und Leben besteht heute Abend (Anpfiff 17 Uhr, Sportzentrum am Hans-Reschke-Ufer) im Kellerduell zwischen Gastgeber TSV Mannheim und Schwarz-Weiß zwar nicht, die Bedeutung der Partie für den weiteren Saisonverlauf könnte jedoch in der Tat kaum größer sein. Das zeigt schon der Blick auf die Tabelle: Als wieder punktloses Schlusslicht trennen SW Neuss sechs Zähler vom TSV und von BW Berlin auf dem rettenden zehnten Rang. Will sich Schwarz-Weiß nicht schon vor Abschluss der Hinrunde aus dem Rennen um den Ligaverbleib verabschieden, darf der Aufsteiger damit heute alles - nur nicht verlieren.

Aus den beiden Partien des Wochenendes - morgen Nachmittag (Anpfiff 14.30 Uhr) muss der HTC außerdem noch beim Spitzenreiter Mannheimer HC ran - will Teammanager Stephan Busse, der heute Abend als Bürger Kaiserswerths mit einer Düsseldorfer Stadtauswahl im "Löwen-Pokal" gegen Mülheim selber zum Schläger greift, unbedingt Zählbares mitnehmen: "Mit einem Punkt wäre ich glücklich, drei Punkte würden mich total happy machen." Der Neusser Coach peilt lieber direkt drei Punkte an, "dann wären wir voll im Soll. Wir hatten uns für die Hinrunde von Anfang an zwei bis vier Punkte zum Ziel gesetzt." Klappt das, wäre der Neuling mit einem Schlag wieder dick im Geschäft, muss die komplette direkte Konkurrenz in der Rückrunde doch noch nach Neuss. "Dann wäre wieder alles offen", sagt Busse. Für Fehler ist darum kein Platz. Schlingemann: "Alle wissen, in Spiel beim TSV Mannheim fällt eine Vorentscheidung: Verlierst du da, brauchst du ein Wunder. Gewinnst du da, hast du es selber in der Hand." Genau darum macht er auch sein eigenes Schicksal als Trainer von diesem Match abhängig: "Du kannst dich bis ins letzte Detail auf den Gegner vorbereiten, dir hundert Videos angucken - aber am Ende des Tages geht das nur über Charakter. Ich sehe das unabhängig vom Ergebnis. Wenn wir als Mannschaft nicht in der Lage sind, bis zum Ende füreinander zu kämpfen, bin ich nicht mehr der richtige Mann!" Mannschaft und Trainer sind schon seit gestern Abend in Mannheim. Bis 22 Uhr erwartete Omar Schlingemann das gesamte Personal im Hotel: "Und ab diesem Zeitpunkt muss jeder bereit sein, 200 Prozent für den Verein zu geben."

Die Erfahrung spricht sicherlich für Neuss, doch dafür hat die junge Mannschaft des TSV schon Heimsiege über BW Berlin (5:4) und den Berliner HC (5:4) vorzuweisen.

Quelle: NGZ
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