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Lokalsport
Internationale Handball-Show mit vielen Facetten

Neuss. Am 34. Quirinus-Cup des Neusser HV nehmen an Pfingsten rund 3000 Nachwuchshandballer aus ganz Europa teil. Von Dirk Sitterle

Quirinus-Cup an Pfingsten, na klar. Das Turnier für den Handball-Nachwuchs aus ganz Europa. Die vom Neusser HV mit seinen Co-Veranstaltern ART Düsseldorf, TSV Bayer Dormagen, TSV Norf, HG Kaarst/Büttgen, TuS Grevenbroich und dem Förderverein "Druschba Neuss-Pskow" verantwortete Mega-Veranstaltung gibt es schon seit 1983. In seiner 34. Auflage führt das trotzdem noch familienfreundlich gebliebene Hochleistungsevent in anderthalb Wochen (13. bis 15. Mai) voraussichtlich an die 3000 Sportler in 183 Mannschaften aus zwölf Nationen an Rhein und Erft. Mit exakten Zahlen kann Chef-Organisator Wolfgang Spangenberger, der mit dem Turnier längst fest verwachsen scheint, ebenso noch nicht aufwarten wie mit einem Spielplan. Erst am Auftakttag weiß der als Nachfolger von Cup-Urgestein Jochen Kallenberg für den Spielbetrieb zuständige Jörg Klause, welche Teams wirklich da sind. "Aber das ist kein Problem", beruhigt Spangenberger und fügt gelassen an: "Bisher haben wir das noch immer hinbekommen." Der Besuch internationaler Eliteklubs wie MVM Veszprém und Pick Szeged aus Ungarn, deren gerade erst eingegangener Bewerbung Spangenberger natürlich gerne entsprochen hat ("Teilnehmer an der Champions League kannst du ja schlecht ablehnen.") oder ZRK Celje aus Slowenien gibt der Veranstaltung ihre Bedeutung, seine unvergleichliche Atmosphäre erhält das Handballfest über Pfingsten jedoch durch seine hautnahen Kontakte. Und das ist durchaus wörtlich gemeint. Die fachliche Expertise liefert Erik Wudtke. Der Jugendkoordinator des in Sachen Nachwuchsarbeit deutschlandweit hochgeschätzten TSV Bayer Dormagen ist schon zum dritten Mal dabei. Als Sportlicher Leiter der SG Hamburg Nord, "mit rund 1000 spielenden Mitgliedern der größte Handballverein in Deutschland", feierte er sein Debüt in Neuss. 2001 gewann er als Trainer des BTB Aachen im Finale der männlichen A-Jugend gegen die SG Leutershausen. Dort saß im Übrigen in Carsten Klavehn der heutige Coach der Deutschen Jugend-Nationalmannschaft auf der Bank. Wudtke ist als Co-Trainer der DHB-Junioren im Einsatz. "Das unterstreicht den Stellenwert dieses Turniers", sagt er.

Entgangen ist ihm bei seinen Aufenthalten in Neuss auch nicht die "soziale Komponente". Zwar wisse er nicht, ob es schon ein Quirinus-Cup-Kind gebe, "aber ich weiß, dass es an den drei Tagen zu einem regen Austausch zwischen den Teams kommt." Er könne sich jedenfalls gut vorstellen, fügt der 43-Jährige schmunzelnd an, dass es der Motivation seiner Jungs durchaus zuträglich wäre, "wenn etwa Spielerinnen aus Dänemark oder Schweden da sind." Das kann die stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Quiring-Perl sogar recht gut nachvollziehen. "Wenn ich mich an meine Zeit als Austauschschülerin in Frankreich erinnere, da wurde es ja fast schon erwartet, dass daraus zumindest ein, zwei Brieffreundschaften entstehen." Den Gedanken an ein "Quirinus-Cup-Baby" findet sie darum richtig sympathisch. "Dafür würde ich sehr gerne die Patenschaft übernehmen", kündigt sie lachend an.

Als Eheanbahnungsinstitut bestens geeignet ist das Schulzentrum an der Weberstraße, das an den drei Turniertagen in knapp 100 Klassenräumen mehr als 1300 Handballer beherbergt. In Neuss und Umgebung fallen 2400 Übernachtungen an. Ein Bedarf, der nur mithilfe befreundeter Hotels zu decken ist. So sind im Holiday Inn Düsseldorf/Neuss 160 Zimmer für die Handballer reserviert.

Was für die einen das pure Vergnügen ist, ist für das rund um den Cup durchweg ehrenamtlich tätige Personal harte Arbeit. Die rund 500 Spiele bis zur Endrunde am Pfingstsonntag in der Humboldt-Halle an der Bergheimer Straße werden in 13 Hallen von insgesamt 130 Helfern betreut. Um die Ausgabe der 6200 vorbestellten Essen kümmern sich 45 "Servicekräfte". "Insgesamt", hat Stefan Müller, in dessen Ressort der mit 25 Personen bestückte Auf- und Abbau sowie der Fahrdienst fällt, ermittelt, "sind für den Quirinus-Cup circa 200 Ehrenamtler unterwegs."

Quelle: NGZ
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