| 20.17 Uhr

Lokalsport
„Jedes Jahr eine Sensation“

Lokalsport: „Jedes Jahr eine Sensation“
Jubel bei Quirinus Cup 2006. FOTO: NGZ
Es geht immer noch größer. Über Pfingsten (9. bis 11. Mai) zieht der internationale Quirinus-Cup des Neusser HV in seiner bereits 26. Auflage zum ersten Mal seit der Premiere 1983 mehr als 200 Handball-Nachwuchsteams an Rhein und Erft. Von Dirk Sitterle

Genau 220 werden es in diesem Jahr sein. "Bei 224 sind wir am Limit", sagt der im zweiten Jahr für die Spielpläne zuständige Peter Kippes und verrät: "In Spitzenzeiten lagen mir 240 Meldungen vor, was irgendwie schon eine Art Luxus ist, denn ich musste zum ersten Mal Vereine ablehnen". Selbst Chef-Organisator Wolfgang Spangenberger, seit fast einem Vierteljahrhundert mit dem Quirinus-Cup verbunden, kann sich nicht daran erinnern, "dass es schon mal eine Warteliste gab".

Dabei hielt sich die Werbung in Grenzen. Zwei Anzeigen im Fachblatt "Handball-Woche", einige Flyer, die die Trainer mit zu Turnieren und Fortbildungen nahmen, "mehr ist nicht gelaufen", versichert Spangenberger. Und trotzdem geben fast 60 neue Mannschaften ihr Debüt beim Cup. Das findet Kippes toll: "Sonst hatten wir viele Mannschaften, die kannten sich schon in und auswendig. Das ist dem Spaßfaktor nicht gerade förderlich."

Teil des Erfolgsrezepts ist zudem von Anfang an die Mund-zu-Mund-Propaganda gewesen. Wer einmal als Handballer die unvergleichliche Cup-Atmosphäre geschnuppert hat, der vergisst dieses Erlebnis nie mehr. Joey Duin, gerade mit dem TSV Bayer Dormagen als souveräner Meister in die 1. Bundesliga aufgestiegen, erinnert sich noch gut an seine beiden Auftritte in Neuss. 2000 stand der mittlerweile 26 Jahre alte Niederländer mit dem HV Volendam sogar im Halbfinale.

Dass er mit seiner Truppe damals gegen den Neusser HV den Kürzeren zog, ärgert ihn noch heute. "Aber wir waren damals mächtig stolz und auch im Verein wird dieser Erfolg noch immer sehr hoch angesehen." Gereizt hat ihn der internationale Vergleich auf hohem Niveau. "Und wir spielten mal nicht nur für unsere Eltern, sondern für Leute, die Spaß daran hatten, uns Handball spielen zu sehen."

Ins gleiche Horn stößt Maike Götz, am Ball für die weibliche B-Jugend des NHV. "Der Quirinus-Cup ist jedes Jahr eine Sensation bei uns", schwärmt sie. Sie muss es wissen, ist sie doch schon seit ihrem sechsten Lebensjahr mit von der Partie. "Ich bin quasi seit es mich gibt beim Quirinus-Cup."

Und trotzdem muss sie sich gemeinsam mit mehr als 3000 Handballern aus 14 Nationen - darunter neben den Franzosen aus La Réunion im indischen Ozean, den Partnerstädten Pskow, Rijeka, Celje und Châlons-en-Champagne auch Neueinsteiger wie VOC Amsterdam, RK Bjelovar (Kroatien), MKB Veszprém (Ungarn) oder RM Vâlcea (Rumänien) - an eine ganz entscheidende Veränderung gewöhnen.

Zum ersten Mal seit 1985 finden die Endspiele wieder in der Hammfeldhalle statt (die NGZ berichtete). "Dort haben wir ganz andere Möglichkeiten als im Jahnstadion", ist Spangenberger überzeugt, "sind zum Beispiel mit unserem großen Zelt viel näher dran an der Halle. Und außerdem stören wir da keine Anwohner".

Freilich: Am Finaltag dürfte auch das neue Domizil aus allen Nähten platzen. Philipp Schneider (Neusser HV ) nimmt's für sich und seine Kollegen der männlichen A-Jugend fix als zusätzliche Motivation. "Denn, wenn man nicht das Finale erreicht, ist es schon ziemlich schwer, überhaupt in die Halle reinzukommen."

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: „Jedes Jahr eine Sensation“


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.