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Hallen-Hockey
Jetzt braucht der HTC mehr als ein Wunder

Hallen-Hockey: Jetzt braucht der HTC mehr als ein Wunder
Hier kommt keiner durch: Der Düsseldorfer Jan Fischer (r.) versperrt Ivo Otto den Weg. Der die vollen 60 Minuten auf dem Platz ackerende Kapitän des HTC SW Neuss erzielte trotzdem zwei Tore. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Noch vier Minuten vor Schluss lag Neuss im Derby der Hallen-Hockey-bundesliga gegen Düsseldorf mit 4:2 vorne - am Ende stand es aber 4:4. Von Dirk Sitterle

"Ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!" Mehr hätte Stephan Busse nach dem Lokalduell der Hallenhockey-Bundesliga mit dem Düsseldorfer HC am liebsten gar nicht gesagt. Nachvollziehbar. Denn dieses 4:4-Unentschieden (Halbzeit 2:2) vor rund 500 Zuschauern in der Stadionhalle fühlte sich für den Teammanager des HTC SW Neuss an "wie eine Niederlage."

Ein Sieg hätte hergemusst, "dann wäre im Kampf um den Klassenerhalt wieder alles offen gewesen", sagte der 43-Jährige frustriert. Nun aber geht das Schlusslicht im Westen ab dem 9. Januar mit einem Rückstand von vier Punkten in die letzten vier Partien. "Ich will nicht sagen, dass es aussichtslos ist", fügte Busse zwar an, doch da es in diesen Spielen mit Ausnahme von SW Köln ausschließlich gegen die in jeder Beziehung entrückten Spitzenteams geht, braucht der HTC nun schon mehr als nur ein Wunder, um dem Abstieg noch zu entgehen.

Dabei waren die Neusser gestern auf dem besten Weg, sich eine wesentlich bessere Ausgangsposition zu verschaffen. In einem vor allem von größter Vorsicht geprägten Derby brachten Matthias Gräber, der in der 13. Minute direkt die erste Strafecke der Hausherren nutzte, und Christoph Martial (24.) mit einem abgefälschten Schuss die Schwarz-Weißen im ersten Abschnitt zweimal in Führung. Dem DHC, der in Daniele Cioli mit einem Siebenmeter am famosen Martin Wagner im Neusser Kasten scheiterte (28.), gelang durch Cioli (15.) und Julius Heimanns per Strafecke (30.) jeweils der Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel lief es zunächst prächtig für den HTC: Ivo Otto, der in der Abwehr ebenso wie der bereits 36-jährige Axel Schmitz durchspielte, brachte den Ball bei der zweiten Strafecke zum 3:2 (34.) im Düsseldorfer Gehäuse unter und war auch beim dritten Versuch in der 48. Minute erfolgreich. Danach hatte DHC-Coach Akim Bouchouchi, dessen Schützlinge zuvor zwei Ecken vergeben hatten, eine ziemlich gute Idee: Ab der 50. Minute setzte er den ehemaligen Neusser Lennard Leist auf die Bank und ließ anstelle des Torhüters im erfahrenen Jan Fischer (30) einen zusätzlichen Feldspieler von der Leine. Weil es den nun sichtlich müden Gastgebern gar nicht mehr gelang, sich zu befreien, war es nur eine Frage der Zeit, bis die mit Macht drückenden Düsseldorfer ihr Ziel erreichten. Die vierte Strafecke fischte Wagner, dem vor dem Anpfiff ein Ball mit voller Wucht an die Stirn geschlagen war ("Danach hat mir der Schädel gebrummt und das Geschrei in der Halle hat es nicht besser gemacht."), Felix Meyer gerade noch vom Schläger (55.), doch fast genau vier Minuten vor dem Ende zielte der von Fischer bediente Meyer besser. Dass Julius Heimanns kurz vor Schluss zur fünften Strafecke des DHC antreten durfte - und diese sicher zum 4:4 (59.) verwandelte -, erzürnte die Hausherren sehr. "Denn vorher gab es zwei identische Szenen - und da wird anders entschieden", monierte Martial. Obwohl in diesem Fall seine Kollegin Gaby Schmitz zur Pfeife griff, stand mal wieder Schiedsrichter Christian Deckenbrock im Mittelpunkt der Kritik. Der entgegnete jedoch trocken: "Ich habe es nicht gesehen. Aber wer sich in den letzten zehn Minuten keine Torchance mehr erspielt, darf sich nicht beschweren." Bouchouchi resümierte: "Ich war diesmal nicht zufrieden mit unserer Chancenauswertung. Aber der späte Ausgleich war auf jeden Fall verdient." Das stimmt.

Quelle: NGZ
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