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Jetzt braucht der SCK ein ganz dickes Fell

Lokalsport: Jetzt braucht der SCK ein ganz dickes Fell
Sichere Beute: VfB-Keeper Bastian Sube pflückt das Leder vor den Kapellenern David Dygacz (l.) und Jan Bresser herunter. Die Hildener Florian Grün (27) und Kapitän Stefan Schaumburg brauchen nicht einzugreifen. FOTO: Hubert Wilschrey
Kapellen. Nach einer mit Fehlern gepflasterten Leistung unterliegt der seit sechs Spielen sieglose SC Kapellen dem VfB Hilden 0:3. Von Dirk Sitterle

Seit sechs Spielen nicht mehr gewonnen, dabei kümmerliche zwei Punkte eingebracht und nur noch einen Rang vom am Saisonende auf direktem Weg in die Landesliga führenden 15. Tabellenplatz entfernt - das eisige Herbstwetter passte gestern Abend zur Stimmungslage im und rund ums Erftstadion. Selbst Trainer Toni Molina wirkte nach der deprimierenden 0:3-Heimpleite (Halbzeit 0:2) des Fußball-Oberligisten SC Kapellen gegen den VfB Hilden seltsam angepackt. Tieftraurig sagte der 43-Jährige: "Das ist zu wenig."

Dabei hatte er seine Mannschaft für das Duell mit seinem Heimatklub extra umgebaut: David Dygacz rückte in der Zentrale der Viererkette an die Seite von Kapitän Tim Rubink, Marcel Koch übernahm auf der rechten Außenbahn den Job von Robert Wilschrey. Der rückte wie Frederik Leufgen ins Mittelfeld vor. Die Maßnahme, klug erdacht, um das Offensivspiel zu beleben, schien auch aufzugehen. "Ich fand uns von der Struktur her besser", durfte Molina unwidersprochen feststellen: Allerdings nur in der ersten halben Stunde. Dummerweise reicherten die fahrigen Gastgeber ihren Auftritt mit haarsträubenden Fehlern an: Weil es der SCK in der 15. Minute nach einer Ecke von Kapitän Stefan Schaumburg trotz zahlreicher Gelegenheiten nicht schaffte, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen, durfte der eigentlich nur wegen seiner Kopfballstärke nach vorne geeilte Maurice Fiolka den VfB mit seinem Schuss aus knapp 20 Metern in Führung bringen. Dem Treffer zum 0:2 (27.) des Koreaners Park Ilkwon ging ein schlimmer Ballverlust Leufgens in der eigenen Hälfte voraus. Unter Umständen hätte das Match einen anderen Verlauf genommen, wenn Manu Ioannidis noch vor dem zweiten Gegentreffer aus günstiger Position nicht an VfB-Keeper Bastian Sube gescheitert wäre (24.). Weil die Hausherren im Angriff jedoch trotz größter Mühe - vor allem Talha Demir spulte gegen seine ehemaligen Teamkollegen ein laufintensives Programm ab - ziemlich harmlos agierten, brachte Molina nach dem Seitenwechsel den so gerade eben von einer Bänderdehnung am Sprunggelenk genesenen Spielmacher Lennart Ingmann. Richtig gefährlich wurde es für die sicher stehenden Gäste allerdings nur bei einer kapitalen, von Sube aber routiniert entschärften Salve Demirs (60.). Als dann auch noch Schiedsrichterin Caroline Telahr bei einer Abseitsstellung von ihrem Assistenten im Stich gelassen wurde, durften Vorbereiter Pascal Weber und Torschütze Khalid Al-Bazaz mit dem 3:0 (65.) ganz entspannt die Entscheidung auf den Weg bringen.

Dass Hilden auf dem Weg zum letztlich ungefährdeten Auswärtssieg noch nicht mal gut spielen musste, spricht Bände über die Vorstellung des SCK, bei dem mittlerweile selbst zuverlässige Leistungsträger wie Tim Rubink und Frederik Leufgen komplett neben der Kappe stehen. Dabei mangelt es nicht am Willen, Kicker wie Robert Wilschrey, Marcel Koch, Talha Demir, Kani Taher und Jan Bresser gehen stets ans Limit, doch in der Offensive geht bei Kapellen fast nichts. Und weil sich nun auch im Defensivgefüge große Lücken auftun, muss man sich ernsthafte Sorgen um die Jungs von der Erft machen. Hilfreich wäre darum ein dickes Fell. Molina: "Es hilft ja nichts, es muss weitergehen."

Quelle: NGZ
 
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