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Lokalsport: Jetzt geht's los
FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Mit Heimspielen gegen den Deutschen Meister RW Köln und den Crefelder HTC startet der HTC SW Neuss in die Feldhockey-Saison. Von Dirk Sitterle

"Drei Wochen war der Coach so krank! Jetzt raucht er wieder. Gott sei Dank!" In leicht abgewandelter Form trifft der von Wilhelm Busch in seinem Münchener Bilderbogen "Die beiden Enten und der Frosch" veröffentlichte Reim auf den als Trainer für den Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss zuständigen Omar Schlingemann zu. Denn in der Vorbereitung auf die mit Spielen an heimischer Jahnstraße gegen RW Köln (morgen 14 Uhr) und den Crefelder HTC (Sonntag 14 Uhr) beginnende Saison lag der schwer erkrankte Niederländer lange flach. Erst seit knapp einer Woche ist der 41-Jährige wieder bei der Mannschaft - und voller Tatendrang: "Wir haben richtig Bock! Ganz seriös, ich habe das Gefühl, dass wir am Wochenende punkten."

Mut macht ihm der 4:2-Sieg über Rot-Weiß Köln im Finale des Natsu-Cups vor gut einem Monat. Der Deutsche Meister war zwar ohne die bei der Europameisterschaft in London aktiven Nationalspieler Christopher Rühr, Mathias Müller, Marco Miltkau und Mats Grambusch sowie die Olympiasieger Benny Wess und Christopher Zeller angetreten, doch das spielt für den Neusser keine Rolle: "Wir haben gewonnen - alles andere ist mir total egal." Und in den Duellen mit Krefeld sah Schwarz-Weiß schon oft richtig gut aus: "Die mögen unsere Art, Hockey zu spielen nicht besonders", weiß Teammanager Stephan Busse und erinnert an die beiden jüngsten Vergleiche im Oberhaus, aus denen die kämpferischen Neusser ungeschlagen herausgingen (2:2 in Krefeld, 3:2 daheim). "Unsere Achillesferse", ist Busse sehr bewusst, "ist die Abwehr. Wenn wir es schaffen, hinten ohne große Patzer zu agieren, können wir in der Bundesliga mit jeder Mannschaft mithalten." Steht die Defensive um ihren neuen Chef Arnoud Weehuizen "und spielen wir diszipliniert in unserem System, sind wir scharf", fügt Schlingemann voller Selbstvertrauen an: "Lass' den Gegner einen Fehler machen, dann sind wir da!"

Obwohl er die deutsche Eliteklasse für "riesenstark" hält, erkennt er keinen Grund, warum seine Jungs keine erfolgreiche Saison hinlegen sollten: "Ich sehe nicht, warum wir unten mitspielen müssen." Blickt er auf seinen international besetzten Kader, entdeckt er immerhin "zehn ehemalige oder aktuelle A-Kaderspieler." Dass im neuen Team neben den Pakistanern Abbas Haider und Sibtain Raza, den Malaien Faiz Jali und Muhammad Rashid Baharom (das Duo gibt erst nächste Woche in Berlin sein Debüt), dem Polen Sebastian Sellner sowie den frühestens im Oktober zur Verfügung stehenden Australiern Jeremy Edwards und Kurt Mackey in Arnoud Weehuizen, Roderick Musters und Joris Eshuis gleich drei Niederländer stehen, findet Schlingemann ziemlich logisch: "In Holland gibt es 20.000 gute Hockeyspieler, die bis nach Neuss weniger als 100 Kilometer fahren müssen. Sie besetzen bei uns zeitweise Positionen, für die wir in Deutschland keine Spieler dieser Qualität bekommen konnten. Und von ihnen können unsere jungen Jungs lernen." Und von denen gibt es an der Jahnstraße wieder eine ganze Menge. Beim Durchzählen ist der Coach auf neun U19-Spieler gekommen, "davon kommen sieben aus der eigenen Jugend."

Mit großer Freude hat der Niederländer außerdem registriert, dass Teamleiter Carlos Navarrete nach seinem heftigen Flirt mit dem in die 2. Liga abgestiegenen Lokalrivalen Düsseldorfer HC wieder zur Neusser Bundesliga-Truppe zurückgekehrt ist. "Ein Mann in dieser Position muss immer an meiner Seite sein. Ich entscheide nur über Hockey, alles andere entscheidet er. Er delegiert. Carlos ist jemand, dem ich 100 Prozent vertraue. Außerdem ist er ganz wichtig für die Stimmung in der Mannschaft. Ein Abbas Haider spielt doppelt so gut, wenn Carlos in der Nähe und gut drauf ist."

Zum Personal: Am Wochenende muss der HTC SW Neuss gegenüber der Vorbereitungsphase nur auf den angeschlagenen Routinier Matthias Gräber verzichten.

Quelle: NGZ
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