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Lokalsport
Jetzt steht der HTC maximal unter Druck

Neuss. Nicht heute Abend, wenn sich Tabellenführer Uhlenhorst Mülheim in der Stadionhalle vorstellt, aber am Sonntag im Heimspiel gegen Düsseldorf muss der Hockey-Erstligist aus Neuss unbedingt punkten, sonst ist der Abstieg fast perfekt. Von Dirk Sitterle

Dieses üble Déjà-vu-Erlebnis braucht keiner: Wie schon rund um den dritten Advent beschert auch das vierte Spielwochenende der Hallenhockey-Bundesliga dem HTC SW Neuss am (heutigen) Freitag (19.30 Uhr) zunächst ein Duell mit der Elite (Uhlenhorst Mülheim), bevor es dann am (morgigen) Sonntag (12 Uhr) im Tabellenkeller (gegen den Düsseldorfer HC) um vorentscheidende Punkte im Kampf um den Klassenverbleib geht. Vor einer Woche ging das böse in die Hose: Bei RW Köln setzte es Prügel (3:18) und der immens wichtige Vergleich mit dem bis dahin ebenfalls noch sieglosen Aufsteiger SW Köln endete mit einer frustrierenden 4:8-Pleite.

Damit steht das wackere Schlusslicht, das saisonübergreifend mittlerweile seit 17 Partien auf ein mit drei Punkten belohntes Erfolgserlebnis wartet, vor dem Rückspiel gegen Düsseldorf nun maximal unter Druck: Eigentlich muss gegen den alten Rivalen, der seit dem 9:3-Auftaktsieg über Neuss leer ausgegangen ist, aber morgen Schwarz-Weiß Köln empfängt, die volle Miete eingebracht werden. Läuft es für die Null-Punkte-Crew aus Neuss ganz dumm, schlägt Köln den DHC und hätte dann schon sieben Zähler auf seinem Konto. Im Anschluss gewinnt Düsseldorf in Neuss und stünde dann auch schon bei sechs Punkten. In diesem Fall wären die Jungs um Ex-Weltmeister Sebastian Draguhn bereits vor der Weihnachtspause so gut wie abgestiegen.

Dieser Gefahr ist sich natürlich auch HTC-Teammanager Stephan Busse bewusst. "Gehen wir mit null Punkten aus diesem Wochenende raus, hilft uns selbst ein Wunder nicht mehr - so viele Wunder kann es gar nicht geben. Und ich glaube nicht, dass der Weihnachtsmann zu uns kommt."

Die Hoffnung auf die Rettung hat er indes noch nicht aufgegeben. "Wir müssen versuchen, an die Leistung vom Spiel bei Schwarz-Weiß Köln anzuknüpfen", fordert er. Im Kellerduell hatten die Gäste sogar mit 4:2 vornegelegen. Ab der 50. Minute schluckten die Neusser indes fünf Treffer. Ein Negativerlebnis mit Langzeitwirkung, weiß Busse aus eigener Erfahrung: "Dieser Nackenschlag in den letzten zehn Minuten hat die Mannschaft getroffen. Das nagt auch an mir immer noch sehr. Denn von der Einstellung konntest du der Mannschaft keinen Vorwurf machen."

Die Vorbereitung aufs Wochenende war freilich nicht ganz optimal. So nahmen der gerade erst von einer Fußverletzung genesene Routinier Philipp Weide und Sebastian Sellner an einem Lehrgang der polnischen Nationalmannschaft teil. Ihr Nahziel ist die Teilnahme an der Hallenhockey-Europameisterschaft vom 15. bis 17. Januar in Prag. Busse hofft, dass Weide seinen Ehrgeiz nicht mit einem Rückschlag bezahlen muss. "Das war hoffentlich kein Schuss in den Ofen - und er kommt nicht verletzt, sondern leistungsstärker zu uns zurück."

Denn auch weil die beiden Niederländer Arnoud Weehuizen und der zudem angeschlagene Roderick Musters in der Halle doch nicht die erhofften Verstärkungen sind, hat der HTC ein echtes Qualitätsproblem: Nach der ersten Sechs mit Martin Wagner im Tor, den Verteidigern Ivo Otto und Axel Schmitz sowie Philipp Weide (gab in Köln seinen Saisoneinstand), Matthias Gräber und Sebastian Draguhn wird es dünn, sind nur noch der schlitzohrige Christoph Martial, Steven Dühr und mit Abstrichen Carsten Merge erstligatauglich. Mehr als der erschreckend müde Vortrag beim 3:9 in Düsseldorf ist jedoch auch dieser Truppe zuzutrauen. Busse: "Normalerweise musst du dich auf so ein Spiel freuen. Das macht Spaß."

Quelle: NGZ
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