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Lokalsport
Jüchen macht Kurzzeit-Tabellenführung froh

Lokalsport: Jüchen macht Kurzzeit-Tabellenführung froh
Auf vom Regen durchnässten Geläuf bestach Jüchens "Zehner" Thorben Schmitt durch feine Zuspiele in die Spitze. Daran vermochte ihn auch Jannik Schulte (l.) nicht zu hindern. FOTO: Georg Salzburg
Jüchen. Im Kreisduell der Landesliga fertigen die Hausherren in Hälfte zwei saft- und kraftlose Nievenheimer überraschend deutlich mit 4:0 ab. Von Dirk Sitterle

Walter Muyres hatte ganz genau hingeschaut. Schon nach dem Treffer von Konstantine Jamarishvili zur 2:0-Führung verkündete der an der Stadionstraße auch als Sponsor wirkende 2. Vorsitzende des Fußball-Landesligisten VfL Jüchen/Garzweiler mit unverhohlenem Stolz: "Wir sind Tabellenführer!" Zwar währte der Höhenflug der Viktoria am Samstag wie erwartet nur knapp zwei Stunden bis zum 4:0-Erfolg des SC Union Nettetal über den TSV Meerbusch II, doch das nahm dem am Ende überraschend deutlichen 4:0-Sieg (Halbzeit 1:0) der Gastgeber im Kreisduell mit dem VdS Nievenheim nichts von seinem Glanz. "Nach drei Spielen noch ungeschlagen und ohne Gegentor - alles ist gut", stellte Trainer Michele Fasanelli glücklich fest.

Dabei begann der (Party-)Abend, der mit der Geburtstagsfeier von Walter Muyres zum "60." in der Bolten-Brauerei seinen Höhepunkt fand, durchaus zäh. Bei scheußlichem Wetter brachten beide Teams auf tiefem Naturrasen zunächst wenig Erbauliches zustande. Der offensive Output der erneut stark ersatzgeschwächt angetretenen Gäste bis zur Halbzeitpause: Ein Freistoß von Kevin Scholz aus rund 20 Metern genau in die Abwehrmauer (7.) und ein vom ausgezeichneten Tim Paulußen im VfL-Kasten locker parierter Kopfball von Andreas Plödereder (44.). Sicher, wirklich überzeugend brachten sich in den ersten 45 Minuten auch die Hausherren nicht ein, doch einer ihrer zwei Versuche saß: Fatlum Ahmeti, eher ungeplant in Ballbesitz geraten, scheiterte aus aussichtsreicher Position mit einem harmlosen Schüsschen noch an dem aus der Zweitvertretung in die Landesliga-Startelf beförderten Paul Lenk (39.). Kurz darauf flutschte dem jungen Ersatzkeeper das Leder aber nach einem Freistoß von Metin Türkay und dem anschließenden Kopfball von Abwehrmann Philip Erkes durch die Handschuhe.

Mit Beginn der zweiten Hälfte stellten die Kicker des VdS ihre Angriffsbemühungen dann sogar (fast) vollständig ein. Die personellen Engpässe und die daraus resultierenden körperlichen Defizite wollte Trainer Thomas Bahr ("Uns haben acht Leute gefehlt, und das bleibt auch erstmal so.") indes nicht als Ausrede gelten lassen. "Wir wir nach vorne gemacht, war eine Katastrophe. Kein Druck, gar nichts!" Dass er im Gehäuse nicht auf seinen wesentlich erfahreneren Torwart-Trainer Patrick Grevenig gesetzt hatte, nahm er dagegen auf seine Kappe. "Da habe ich mich belabern lassen."

Der VfL nutzte die unübersehbaren Probleme ihres Kontrahenten, der in Hälfte zwei nur einmal aufs Tor schoss (Scholz/90.), nach Herzenslust aus: Jamarishvili veredelte einen Steilpass von Sven Rixen mit dem 2:0 (52.) und markierte auch das 3:0 (67.), lässig eingesetzt von Fatlum Ahmeti, der kurz zuvor nach feinem Durchstecker von Thorben Schmitt in Lenk seinen Meister gefunden hatte. Ahmeti sorgte kurz vor Schluss für das 4:0 (86.), ein Ergebnis, mit dem die von der englischen Woche sichtlich gezeichnete Gäste sogar noch zufrieden sein durften.

Dass Jamarishvili (58.), Schmitt (75.), der eingewechselte Danny Hepner (77.) und Ahmeti (81.) bei weiteren Großchancen einen weitaus höheren Sieg verpassten, sah ihr Coach gar nicht mal ungern: "4:0 ist schon okay, so hebt hier wenigstens keiner ab. Ich habe immer betont, wie wichtig die ersten sechs Spiele für uns sind. In dieser Phase müssen wir uns ein Polster nach unten erarbeiten, so dass wir nicht nach jeder Niederlage direkt mit dem Rücken zur Wand stehen." Derweil fühlte sich sein bedienter Kollege, freilich ohne jede Freude, in seiner Einschätzung bestätigt: "Für uns geht es in dieser Saison einzig und alleine darum, den Abstieg zu vermeiden."

Quelle: NGZ
 
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