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Lokalsport
Junger Flüchtling aus Afghanistan läuft auf Platz eins

Neuss. Wer in seinem Geburtsland nur die Wahl hat, entweder von der Taliban-Bewegung oder dem Islamischen Staat (IS) ermordet zu werden, ist schon mit kleinen Siegen zufrieden. Jahanzeb Arman aus Afghanistan war sogar mehr als das. Nach seinem Triumph beim Neusser Sommernachtslauf in 19:17 Minuten im "Comfort-Fünfer" über 5000 Meter wusste der Jugendliche gar nicht so recht, wohin mit seinen Gefühlen. In schon erstaunlich gutem Deutsch stellte er schließlich vorsichtig fest: "Ich bin glücklich!"

Der Afghane, der vom sozialen Dienstleister "mikas" im Auftrag des Jugendamtes betreut wird, gehört zu einer Wohngruppe von Flüchtlingen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren, die sich auf eigene Faust bis nach Deutschland durchgeschlagen haben. "Die meisten kommen gut klar", sagt "mikas"-Geschäftsführer Michael Karrenberg, der sich mit seinem Unternehmen um 30 Jugendliche aus dem Iran, Irak, Syrien, Mali und Afghanistan kümmert. Da seine jungen Schützlinge durch ihre Kriegserfahrungen oder die Trauer um Angehörige jedoch oft traumatisiert sind, werden sie in den Wohngruppen rund um die von einem Betreuer begleitet. Eine wichtige Rolle im Integrationsprozess nimmt der Sport ein. Karrenberg: "Die Jungs sind ausgeglichener und können in der Gemeinschaft Freundschaften schließen."

(sit)
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