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Kaarster Kicker kommen auch im Sand klar

Lokalsport: Kaarster Kicker kommen auch im Sand klar
Von wegen auf Sand gebaut: Die Kicker der SG Kaarst (orange Trikots) boten beim Turnier in Dormagen den beach-erprobten Konkurrenten wie hier vom Wuppertaler SV ordentlich Paroli und belegten am Ende Platz drei. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Der Sieg beim ersten Beachsoccer-Turnier im Rhein-Kreis ging zwar nach Düsseldorf, doch auch die heimischen Fußballer hatten Spaß. Von Sophie Rhine

Trotz 40 Grad im Schatten und sengender Hitze kämpften sechs Mannschaften um den Sieg beim ersten Beachsoccer-Turnier im Fußballkreis Grevenbroich/Neuss.

Beachsoccer, eine Abwandlung von Fußball im Sand, entstand bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Brasilien, ist in Deutschland allerdings immer noch relativ unbekannt, die Weltmeisterschaften finden ohne deutsche Beteiligung statt. Erst seit 2013 gibt es mit der German Beachsoccer League (GBSL) einen regelmäßigen Ligabetrieb, zwölf Mannschaften aus ganz Deutschland sind hier vertreten. Das Prinzip ist wie beim "normalen" Fußball: Auf einem 36x27 Meter großen Feld treten zwei Mannschaften mit vier Feldspielern und einem Torwart an und versuchen Tore zu schießen - allerdings barfuß und im Sand. Die offizielle Spielzeit beträgt 3x12 Minuten.

In Dormagen trotzten sechs Teams den sommerlichen Temperaturen: drei Beachsoccer-erfahrene Mannschaften aus Düsseldorf, Wuppertal und Hilden und drei unerprobte Mannschaften aus Kaarst, Dormagen und Helpenstein. Hackenbroich sagte kurzfristig ab - was den gesamten Turnier- und Gruppenplan über den Haufen warf. Statt in zwei Gruppen ging es nun nach dem Modus jeder gegen jeden: "Sehr unangenehm und anstrengend bei dem Wetter", sagt Anton Kniller, der Kapitän der Beach Royals Düsseldorf.

Wie zu erwarten setzten sich die GBSL-erfahrenen Teams durch, die Beach Royals gewannen ungeschlagen mit 13 Punkten vor dem Wuppertaler SV. Doch auch die Neulinge schlugen sich erstaunlich gut, allen voran die SG Kaarst: Obwohl sie noch nie vorher offiziell Beachsoccer gespielt hatten, erkämpften sich die Kaarster neun Punkte und landeten auf Platz drei, noch vor dem Dreamteam Hilden - dafür gab es bei der Siegerehrung ein Fässchen zur Belohnung. Das bekamen auch die Helpensteiner, die zwar auf Rang sechs endeten, aber mit nur fünf Spielern komplett ohne Wechsel durchhielten.

Das Turnier fand Anklang bei Spielern und Zuschauern: "Es war super organisiert und hat Spaß gemacht", sagte Kniller und freute sich über den Sieg, der auch das Ziel war: "Wir sind hierher gefahren, um zu gewinnen." Für sein Team geht es jetzt nach München zu den Süddeutschen Meisterschaften (ähnlich aufgebaut wie der DFB-Pokal). "Da würden wir auch gerne gewinnen, um dann zum deutschen Finale zu fahren", macht Kniller deutlich, dass die Beach Royals noch viel vor haben. Der Verein und die aktuelle Mannschaft existieren seit mittlerweile drei Jahren und spielen seitdem in der Beachsoccer League mit. Angefangen hat alles mit der Nationalmannschaft im Urlaub und dem Wunsch, die Sportart auch mal auszuprobieren. "Dann ging alles über Bekannte, einer hat den anderen mitreingezogen."

Auch Organisator Winfried Titze, der Beauftragte für Freizeit- und Breitensport des Kreises 5, zieht nach der Premiere am Niederrhein ein positives Fazit: "Es ist nicht leicht, etwas Neues zu integrieren, man braucht auch viele Vorkenntnisse", beschreibt er das Turnier als Pilotprojekt, das mit viel Unterstützung aber reibungslos über die Bühne ging: "Es hat dank der Helfer vom TSV Bayer Dormagen, die den Platz umgebaut haben und sehr engagiert waren, wunderbar geklappt. Auch von der Verbandsseite kam Hilfe durch sieben erfahrene Schiedsrichter, die zum Teil auch bei den ganz großen Turnieren pfeifen." Dem nächsten Beachsoccer-Turnier steht also nichts im Wege: "Wir wiederholen das im nächsten Jahr auf jeden Fall", ist Titze sicher und hofft auf noch größere Beteiligung durch Mund-zu-Mund-Propaganda der angereisten Vereine.

Quelle: NGZ
 
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