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Lokalsport
Kaiserau triumphiert bei Flugball-DM

Lokalsport: Kaiserau triumphiert bei Flugball-DM
Die Mannschaft der BSG Grevenbroich stemmt sich im Duell mit Kempen gegen die Niederlage, beendete die nationalen Titelkämpfe jedoch ohne einen Punktgewinn. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Beim nationalen Turnier in Grevenbroich stehen die Gastgeber am Ende ohne Punkte da, sammeln aber wertvolle Erfahrungen. Vor 40 Jahren etablierte Inge Falk den in der Öffentlichkeit noch unbekannten Sport in der Schlossstadt. Von Lucas Bayer

Gibt man in diversen Suchmaschinen im Internet den Begriff "Flugball" ein, so landet man auf Seiten, die eine Schlagtechnik im Tischtennis oder einen speziellen Schuss im Fußball erklären. Wenig Beachtung findet dabei eine Sportart namens Flugball, die in der Mehrheit von Menschen mit Handicap gespielt wird. In Grevenbroich fand nun, erstmals seit sechs Jahren, wieder eine Deutsche Meisterschaft im Flugball statt. Am Ende sicherte sich die RBSG Kaiserau ohne Punktverlust den Titel.

Flugball ist ein Mannschaftsspiel, bei dem pro Team jeweils vier Akteure auf dem Parkett stehen. "Vor ein paar Jahren war es noch ein reiner Frauensport, aber nun nehmen auch Männer daran teil", erklärt Horst Baum, Grevenbroicher Spieler und umtriebiger Mitorganisator der Meisterschaft.

Gespielt wird Flugball auf einem 40 Quadratmeter großen Spielfeld, welches in der Mitte durch ein 1,90 Meter hohes Netz in zwei Hälften getrennt wird. "Mit maximal drei Kontakten, die nur eine Sekunde lang sein dürfen, muss eine Mannschaft einen Volleyball wieder über das Netz werfen. Dabei darf der Ball nicht geschlagen werden", erzählt Baum. Folglich gibt es Punkte, wenn eine Mannschaft den Ball nicht mehr fangen kann. "Dadurch entsteht natürlich eine gewisse Dynamik in dem Spiel. Es besteht die Möglichkeit, den Gegner wie zum Beispiel beim Tennis in die falsche Richtung zu lotsen und zu überraschen", erzählt der Grevenbroicher.

Vor ungefähr 40 Jahren etablierte Inge Falk Flugball bei der BSG Grevenbroich. Anfangs durften nur Mannschaften an Turnieren teilnehmen, wenn die Spieler zusammen eine bestimmte Punktzahl an Handicaps erreichten. "Dieses Ranking wurde vor zwei Jahren vom Deutschen Behindertensportverband runtergesetzt. Heißt, seitdem können auch nicht beeinträchtigte Sportler mitspielen", sagt Horst Baum. Da diese Regelung nur in NRW vollständig umgesetzt wurde, kamen zur Deutschen Meisterschaft am Ende nur sechs Mannschaften. "Eigentlich hatten sich mehr Teilnehmer qualifiziert, aber durch die neuen Regeln fühlen die sich benachteiligt", sagt der Grevenbroicher.

Vor dem Turnier war die Devise für die Mannschaft der BSG klar: "Wir möchten Erfahrung sammeln und wenn wir ein Spiel gewinnen, dann wären wir sehr glücklich." Am Ende der Deutschen Meisterschaft standen die Grevenbroicher zwar ohne Punktgewinn da, doch Horst Baum zeigte sich trotzdem sehr zufrieden: "Bis zur Halbzeit haben wir immer gut mitgehalten, dann waren unsere Gegner allerdings zu erfahren für uns und auf einem anderen Niveau. Wir haben aber alle Spiele gefilmt und aus der Analyse können wir ganz viel mitnehmen." Im Finale setzte sich dann der Dauergarant für den Gewinn der Deutsche Meisterschaft, RBSG Kaiserau, gegen den BVS Weiden mit 28:19 durch. Mit dem Ablauf des Turniers zeigte sich Horst Baum danach sehr zufrieden: "Ich bin sehr froh, dass wir alles so gut über die Bühne gebracht haben. Die Teilnehmer waren alle sehr zufrieden und wir haben bei den Zuschauern bestimmt neue Leute für den Sport gewonnen." Im Hinblick auf das nächste Jahr hat der Organisator dann noch einen Wunsch: "Es wäre bestimmt besser, eine offene Deutsche Meisterschaft auszurichten. Es könnten sich dann einfach alle Mannschaften, die mitspielen wollen, anmelden - und dann kommen mit Sicherheit auch mehr Mannschaften, vielleicht dann wieder nach Grevenbroich."

Quelle: NGZ
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