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Kein Aus mit Graus im DHB-Pokal

Lokalsport: Kein Aus mit Graus im DHB-Pokal
Ian Hüter unterliegt mit dem TSV Bayer Dormagen in Erlangen mit 26:33, enttäuscht dabei aber keineswegs. FOTO: Zaunbrecher
Rhein-Kreis. Obwohl für den TV Korschenbroich, TSV Bayer Dormagen und den Debütanten Neusser HV erwartungsgemäß schon in der ersten Cup-Runde Schluss ist, enttäuschen die drei Handball-Drittligisten aus dem Rhein-Kreis Neuss keineswegs. Von Dirk Sitterle

Das erwartete Aus bereits in der ersten Runde des DHB-Pokals ereilte alle drei qualifizierten Handball-Drittligisten des Rhein-Kreises, doch während der TSV Bayer Dormagen und der TV Korschenbroich die Heimreise mit einem durchaus guten Gefühl antraten, trauerte der Neusser HV den verpassten Chancen nach.

ASV Hamm-Westfalen - Neusser HV 30:23 (15:10). Vor 1734 Zuschauern in der WESTPRESS arena ging der gastgebende Zweitligist zwar schnell mit 4:1 in Führung, doch der Debütant vom Rhein schlug mutig zurück und war beim 6:6 wieder voll im Spiel. Trainer Ceven Klatt hatte freilich schon da das größte Manko seiner Mannschaft ausgemacht: "Wir hatten insgesamt gesehen immer wieder gute Phasen, aber das ist in so einem Spiel eben nicht gut genug." Erschwerend kam noch hinzu, dass sich Regisseur Daniel Pankofer eine Knöchelverletzung zuzog und länger auszufallen droht. Obwohl seine Schützlinge, denen der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, durchaus anzumerken war, bis zum Seitenwechsel auf fünf Tore davonzogen, resümierte der Hammer Trainer Niels Pfannenschmidt nüchtern: "Wir sind sicher etwas schwer ins Spiel gekommen, haben unterm Strich aber gut gespielt." Der NHV arbeitete sich im zweiten Abschnitt von 11:17 (33.) noch mal bis auf 14:17 (38.) heran, war jedoch nach einem 5:0-Lauf des ASV zum 22:14 (43.) geschlagen. Das fand Klatt ausgesprochen schade. Sein Fazit: "Wir haben leider in zu vielen Mannschaftsteilen nicht unser höchstes Niveau abrufen können. Wir hätten die erste Partie des Vereins im DHB-Pokal gerne etwas knapper gestaltet, aber dafür haben wir uns einfach zu viele Fehler erlaubt."

HC Erlangen - TSV Bayer Dormagen 33:26 (16:12). Nach der Partie mit dem wenig überraschenden Ausgang gingen beide Trainer zufrieden zur Tagesordnung über. Erlangens auch schon am Höhenberg aktive Robert Andersson bilanzierte: "Es war das erwartet schwere Spiel gegen ein Team, das uns viel abverlangt hat." Sein für Dormagen zuständiger Kollege Alexander Koke schloss: "Das war eine couragierte Leistung des jungen Teams. Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren." Im Duell des Erstliga-Aufsteigers (Erlangen) mit dem Zweitliga-Absteiger (Dormagen) vermochten sich die Gastgeber um den überragenden Slowaken Martin Stranovsky auf Linksaußen zunächst etwas abzusetzen, doch der TSV, den Kevin-Christopher Brüren in Minute zwölf sogar mit 7:6 in Führung geworfen hatte, blieb dran. Lukas Stutzke, mit acht Treffern am Ende der beste Torschütze der Gäste, verkürzte auf 10:12. "Den Start in die zweite Hälfte haben wir dann leider etwas verschlafen", haderte Koke, der sich mit schmerzendem Wurfarm sehr zurückhielt. Prompt sorgten die Franken mit einem trockenen Zwischenspurt auf 24:15 (37.) für die Vorentscheidung. Es spricht für den TSV, dass er trotzdem weiter dagegenhielt und durch einen Treffer von Jonny Eisenkrätzer sogar noch einmal bis auf vier Tore herankam (22:26). Eine wirkliche Chance hatte er in der Karl-Heinz-Hiersemannhalle aber nicht.

TSV GWD Minden - TV Korschenbroich 37:23 (21:11). Die rund 880 Zuschauer in der Mindener KampaHalle sahen zu Beginn, wie der Bundesliga-Aufsteiger mit 5:1 (8.) in Front zog. In einer Auszeit gelang es TVK-Trainer Ronny Rogawska aber, seine Jungs zu sortieren. In der 18. Minute traf Max Zimmermann, der am Samstag seinen 26. Geburtstag feierte, per Siebenmeter sogar zum 9:11. Fatalerweise stiegen die Gastgeber nach der 21. Minute (10:13) aus ihrem bis dahin so erfolgreichen Konzept aus. Die zahlreichen Fehler, die zu frühen und unvorbereiteten Abschlüsse bescherten Minden einen 8:1-Lauf auf 21:11 und gingen Rogawska kolossal gegen den Strich: "Das war richtig ärgerlich und bitter. Dass Minden das bessere Team ist, war uns klar, doch wir haben uns einfach zu viele Fehler erlaubt." Sein Appell in der Kabine rüttelte den TVK noch mal auf. Mit vier schnellen Toren nach Wiederbeginn verkürzte der Außenseiter den Rückstand auf 15:21. Der Erstligist konterte seinerseits mit einer 5:0-Serie auf 26:15 (42.), in der Folge spielten beide Mannschaften munter auf und boten dem erfreuten Publikum beste Unterhaltung.

Ganz entspannt bilanzierte Ronny Rogawska schließlich: "Mindens Sieg geht natürlich voll in Ordnung. Ich selbst bin nur mit den ersten 20 Minuten meiner Mannschaft zufrieden. In dieser Phase haben wir das Spiel offengestalten können. Ansonsten haben wir bis zum Liga-Start am Freitag noch so einiges an Arbeit vor uns."

Quelle: NGZ
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