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KFC Uerdingen muss aufsteigen

Lokalsport: KFC Uerdingen muss aufsteigen
Uerdingens Neuer: Der Kameruner Mohamadou Idrissou kam 139 Mal in der Ersten und 164 Mal in der Zweiten Bundesliga zum Einsatz. FOTO: dpa
Neuss. Fast alle Vereine der Fußball-Oberliga Niederrhein haben personell mächtig aufgerüstet. Von Dirk Sitterle

Da stockt dem Fußball-Fan fast der Atem: Der KFC Uerdingen hat seinen für Oberliga-Verhältnisse eh schon außergewöhnlich prominent bestückten Kader mit Bundesliga-Profi Mo Idrissou verstärkt. Der inzwischen 35 Jahre WM-Teilnehmer aus Kamerun wechselt vom mazedonischen Erstligisten KF Shkendija in die fünfte Liga, bestritt für Hannover, Freiburg Duisburg und Gladbach zuvor 139 Spiele (27 Tore) in der deutschen Eliteklasse. Mit dem (vorläufigen) Königstransfer liegt der DFB-Pokalsieger von 1985 voll im Trend, denn die Devise am Niederrhein heißt in diesem Sommer: klotzen statt kleckern!

Der Topfavorit Beim Blick auf die Spielerkader der Konkurrenz wird Peter Kempermann, Vorsitzender des SC Kapellen, schon ein wenig mulmig. Ihm schwant: "Wir müssen ganz dringend was an unserem Sponsoring tun, sonst können wir bald nicht mehr mithalten." Für morgen Nachmittag hat er darum schon mal alle bereits für den SCK tätigen Sponsoren und Gönner zum Heimspiel gegen TuRU Düsseldorf eingeladen. Vom KFC Uerdingen trennen die Erftstädter trotzdem Lichtjahre: Für die Mission Wiederaufstieg in die Regionalliga durfte sich Trainer Michael Boris nach Herzenslust mit fähigem (und gewiss teurem) Personal eindecken - allen voran Silvio Pagano vom Regionalligisten Viktoria Köln und Timo Achenbach vom Zweitligisten Sandhausen.

Die Herausforderer In Sichtweite der Krefelder bewegen sich leistungsmäßig wohl nur der 1. FC Bocholt und der Wuppertaler SV. So haben sich die Bocholter in Philipp Goris (RW Oberhausen II) den mit 24 Treffern besten Torschützen der vergangenen Spielzeit gesichert. Aus seinen Ambitionen macht der seit drei Jahren als Sportlicher Leiter am Hünting beschäftigte Marcel de Ruiter gar keinen Hehl: Der ehemalige Zweitligist will schnellstmöglich rauf in die Regionalliga. Dieses Ziel verfolgte in den beiden vergangenen Jahren auch der Wuppertaler SV. Ohne Erfolg. Nun versucht es der einstige Erstligist ganz anders: Um die Routiniers Ercan Aydogmus, Marvin Ellmann (19 Tore) und die Garatic-Brüder herum soll der neue Trainer Stefan Vollmerhausen eine junge Mannschaft entwickeln, mit der der Zuschauerkrösus weit nach oben kommen möchte.

Gut, aber nicht gut genug Germania Ratingen, der TV Jahn Hiesfeld (hat sich nach einigen Turbulenzen offensichtlich wieder gefangen), TuRU Düsseldorf, der MSV Duisburg II und der SV Hönnepel-Niedermörmter sollten eine recht sorgenfrei Saison erleben - vielleicht greift sogar einer dieser Klubs die Spitze an. Die Beteiligten stapeln jedoch tief. So ist Ratingens Trainer Peter Radojewski skeptisch, ob sein personell etwas geschwächte Team Platz drei aus dem Vorjahr wiederholen kann. "Wir starten einen Neuaufbau", sagt er vorsichtig. Auch von seinem in Hönnepel arbeitenden Kollegen Georg Mewes gibt es nach dem Abgang von Regisseur und Co-Trainer Christian Mikolajczak (zum VfB Speldorf) keine Kampfansagen. Ein einstelliger Tabellenplatz würde ihn fürs Erste zufriedenstellen.

Müssen aufpassen RW Oberhausen II, der wiedererstarkte ETB SW Essen, SC Kapellen, TSV Meerbusch, VfB Hilden und wahrscheinlich auch Neuling SC Düsseldorf-West sollten gut genug besetzt sein, um dem großen Zittern um den Klassenverbleib zu entgehen. Dazu aber muss vieles passen, sonst ... Um auf Nummer sicher zu gehen, haben auch diese Vereine investiert: Hilden holte Wuppertals ehemaligen Stammkeeper Bastian Sube und seinen Teamkollegen Florian Grün. Der aus der Fusion des TuS Bösinghoven mit dem ASV Lank entstandene TSV Meerbusch buchte WSV-Kapitän Dennis Schmidt (!) und Aleksander Pranjes vom ehemaligen Bundesligisten 1. FC Saarbrücken. Dazu die Kapellener Robin Kreis und Stephan Wanneck.

Gefährdet Natürlich die Neulinge TV Kalkum-Wittlaer (zwei Aufstiege in Folge), 1. FC Mönchengladbach und Spvg Schonnebeck, aber auch der VfR Fischeln. Die Krefelder waren als Aufsteiger das Überraschungsteam der vergangenen Saison, führten die Tabelle nach 27 Punkten aus den ersten zehn Partien zwischenzeitlich sogar an. Die Rückrunde schloss die Truppe um Supertechniker Kevin Breuer jedoch nur auf Platz 15 ab. Das weiß auch Trainer Josef Cherfi, trotzdem hält er einen gesicherten Mittelfeldplatz für möglich.

Quelle: NGZ
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