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Lokalsport
Klatt: "In einem Derby ist alles möglich"

Lokalsport: Klatt: "In einem Derby ist alles möglich"
Auch wenn Niklas Weis (2.v.l. neben Bennet Johnen) nicht dabei ist, so frei wie in dieser Szene aus dem Hinspiel wird Max Zimmermann morgen Abend wohl nur selten zum Wurf gegen NHV-Keeper Vladimir Bozic kommen. FOTO: Michael Jäger
Neuss. Die Rollen vor dem Lokalduell der 3. Handball-Liga West zwischen dem Neusser HV und dem TV Korschenbroich sind morgen Abend klar verteilt, trotzdem sagt NHV-Trainer Ceven Klatt: "Wir müssen die Aufgabe sehr ernst nehmen." Von Volker Koch

Eindeutiger könnten die Kräfteverhältnisse kaum verteilt sein vor dem ersten Lokalduell der Rückrunde in der 3. Handball-Liga West: Hier der Neusser HV, der die Tabelle anführt und als einziger deutscher Klub in den höchsten drei Handball-Ligen noch keine Niederlage hat einstecken müssen, da der TV Korschenbroich, der sich mit extrem ausgedünntem Kader verzweifelt gegen das Abrutschen in die Abstiegszone wehrt.

Trotzdem warnt Ceven Klatt vor der Partie, die morgen um 19 Uhr von den Schiedsrichtern Philipp Jäckel und Christian Staszak (beide aus Schmelz im Saarland) in der Hammfeldhalle angepfiffen wird, vor den Gästen: "Sicher ist der TVK aufgrund seiner personellen Probleme momentan nicht in der besten Verfassung", sagt der Neusser Trainer, "aber es ist ein Lokalderby. Und in denen ist immer alles möglich."

Deshalb gilt für ihn die Devise, die er unter der Woche auch an seine Spieler weitergegeben hat: "Wir müssen diese Aufgabe sehr ernst nehmen. Die Korschenbroicher werden alles versuchen, um sich so teuer wie möglich zu verkaufen." Genau das hat sein Kollege auch vor: "Neuss einen oder gar zwei Punkte wegzunehmen, das wird extrem schwer", sagt Ronny Rogawska, "für uns geht es in erster Linie darum, eine gute Leistung abzuliefern." Zu welchem Ergebnis die führe, müsse man abwarten.

Vor allem dürfe seine Mannschaft nicht in die Fehler aus dem mit 26:36 verlorenen Hinspiel verfallen: "Wir müssen über 60 Minuten diszipliniert spielen, vorne wie hinten." Denn für ihn steht fest: "Du darfst gegen Neuss keine Bälle verlieren, zum Beispiel durch unkontrollierte Würfe. Das nutzen die mit ihrer starken ersten und zweiten Welle gnadenlos aus."

Das Geheimnis des Neusser Erfolges - "zu den bisherigen Leistungen muss man ihnen einfach gratulieren" - fasst er in zwei Worten zusammen: Daniel Pankofer. "Er macht den entscheidenden Unterschied zur letzten Saison aus", sagt Rogawska über den vom Zweitligisten VfL Bad Schwartau gekommenen Mittelmann, "er ist der Kopf der Mannschaft, mit seiner riesigen Erfahrung sagt er, wo es lang geht." Und nicht nur das, "die Spieler links und rechts von ihm tun auch das, was er sagt." Zweiter Erfolgsgarant ist der Innenblock der Deckung: "Heider Thomas und Bennet Johnen spielen schon so lange zusammen, die verstehen sich blind."

Alles Gründe, warum die morgigen Gastgeber in seinen Augen die besseren Karten im Aufstiegsrennen besitzen. Den wichtigsten Grund hat er beim Rückrundenauftakt am vergangenen Samstag selbst erlebt: "Ich glaube, die Neusser sind hungriger auf die Zweite Liga als Eintracht Hagen, weil sie mehr Spieler haben, für die ein Aufstieg etwas Neues ist. Die meisten Hagener kennen das ja schon." Trotzdem sei die Eintracht in diesem Rennen keinesfalls chancenlos: "Wenn die es schaffen, bis zum letzten Spieltag keinen Punkt mehr abzugeben und es dann in Neuss zum 'Endspiel' kommt, ist Hagen meiner Meinung nach aufgrund seiner größeren Erfahrung favorisiert."

Ceven Klatt sieht das ähnlich: "Wenn ich ehrlich bin, würde ich mich freuen, wenn uns ein solches 'Endspiel' erspart bliebe und wir den Aufstieg schon vorher klar machen könnten." Doch das, betont der NHV-Trainer, sei Zukunftsmusik: "Die Saison ist lang und ohne Pause kräftezehrend. Da kann noch viel passieren." Trotzdem lehnt er sich so weit aus dem Fenster, um zu sagen: "Ich glaube nicht, dass noch ein anderes Team in den Zweikampf zwischen uns und Hagen eingreifen kann." Der Longericher SC sei zwar stark, "wie die locker in Schalksmühle gewonnen haben, war beeindruckend", liege aber angesichts von vier Punkten Rückstand auf den Tabellenführer schon zu weit zurück: "Ich wage zu behaupten: Wir geben keine fünf, sechs Punkte ab" - und das müsste schon passieren, damit die Kölner noch am NHV vorbeiziehen könnten.

Zumindest gegen den TVK hat er zwei Zähler fest eingeplant: "Das muss unser Anspruch sein, allein schon, wenn ich die Breite unseres Kaders im Vergleich zu dem des TVK sehe." Freilich wird sich Ronny Rogawska morgen auf der Bank nicht ganz so einsam fühlen wie am Samstag, als ihm in Peer Pütz nur ein Auswechselspieler zur Verfügung stand: Henrik Schiffmann, Antoine Baup und Torhüter Felix Krüger sollen ins Aufgebot zurück kehren, "ob es zu mehr als Kurzeinsätzen reicht, müssen wir sehen", sagt der Trainer. Sein Kollege muss auf Niklas Weis und möglicherweise Christopher Klasmann verzichten, "aber es sind noch genügend andere da." Wie gesagt: Eindeutiger könnten die Kräfteverhältnisse kaum verteilt sein morgen Abend.

Quelle: NGZ
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