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Lokalsport
Köln dreht Spiel gegen Dortmund

Köln. Die Geißböcke feiern gegen die Westfalen den ersten Heimsieg seit September.

Thomas Tuchel bedankte sich bei jedem seiner Spieler per Handschlag für eine bemerkenswerte Hinrunde, die Fans feierten ihre Mannschaft auch nach dem bitteren Jahresabschluss lautstark: Doch der Stachel der Enttäuschung saß bei Borussia Dortmund nach der 1:2-Niederlage (Halbzeit 1:0) beim 1. FC Köln tief. Die leisen Titelträume sind angesichts von acht Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München wohl endgültig geplatzt. "Das Ergebnis", stellte Kapitän Mats Hummels klar, "schmälert die Hinrunde etwas. Es hätte eine sehr gute Hinrunde werden können". Nach den späten Gegentoren von Simon Zoller (82.) und Anthony Modeste (90.) legte der zur Pause aufgrund muskulärer Probleme ausgewechselte Weltmeister den Finger in die Wunde - in gewohnt offener Art und Weise: "Der Fehler war, dass wir bei eigenem Ballbesitz ziemlich offen gestanden haben. Die Kölner hatten dadurch große Räume, wenn wir den Ball verloren haben". Tuchel bemängelte derweil die Platzverhältnisse in Köln. Ihm sei bei jedem Rückpass das Herz stehengeblieben, sagte der BVB-Coach, der seinen Torhüter Roman Bürki daher auch nach seinem Fehler vor dem Ausgleich durch Zoller in Schutz nahm: "Da kann ich ihm keinen Vorwurf machen."

Tuchel monierte allerdings, dass es sein Team nach der Führung durch Sokratis (18.) versäumt habe nachzulegen. Danach habe Köln das Spiel auf eine emotionale Ebene gehoben. "Wir sind unter Druck gekommen und konnten uns nicht mehr befreien." Daher dürfte der Meisterschaftszug für die beste Offensive der Liga auch abgefahren sein. "Der zweite Platz ist für uns wie eine Meisterschaft", sagte Jonas Hofmann, der einem Wechsel in der Winterpause aufgrund weniger Einsatzzeiten nicht abgeneigt zu sein scheint: "Wir müssen schauen, was noch kommt."

Während die Dortmunder die bittere Niederlage noch verdauen mussten, herrschte bei den Kölnern nach dem ersten Heimsieg seit dem 19. September (1:0 gegen Borussia Mönchengladbach) große Erleichterung. "Wir sind richtig glücklich, dass wir gegen einen außergewöhnlichen Gegner gewinnen konnten", sagte FC-Trainer Peter Stöger. Da auch Matchwinner Modeste seine seit Anfang Oktober andauernde Torflaute beendete, gingen die Rheinländer mit einem richtig guten Gefühl in den Weihnachtsurlaub. "Das Spiel zu drehen, vor so einer Kulisse, besser kannst du nicht in die Pause gehen", sagte Leonardo Bittencourt.

(sid)
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