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Lokalsport
Köln und Bonn kommen Neuss gerade recht

Neuss. In der Hinrunde reichte es für den Hockey-Zweitligisten gegen die beiden mitten im Abstiegskampf steckenden Kontrahenten nur zu einem Punkt. Gräber sagt: "Da haben wir richtig schlecht gespielt." Von Dirk Sitterle

Eigentlich könnten die Hockey-Jungs des Nord-Zweitligisten HTC SW Neuss ganz entspannt ins Wochenende gehen: Bis zum Hamburger Polo Club auf Platz zwei ist es nur ein Punkt und vom ersten Abstiegsplatz trennen den Tabellendritten vier Spieltage vor Saisonschluss satte zwölf Punkte. Aber die beiden anstehenden Aufgaben wecken jede Menge Emotionen: Sowohl mit Schwarz-Weiß Köln, morgen Nachmittag ab 16 Uhr zu Gast in Neuss, als auch mit dem Schlusslicht Bonner THV, das am Sonntag (12 Uhr) ins Stadion an der Jahnstraße kommt, haben die Mannen von Trainer Matthias Gräber noch ein Hühnchen zu rupfen.

In Köln unterlagen die Neusser mit 1:2 und bescherten den Domstädtern damit am fünften Spieltag die ersten Punkte. Beide Teams sind sich seit Jahren in gegenseitiger Abneigung verbunden, was natürlich auch daran liegt, dass es in ihren Duellen mit schöner Regelmäßigkeit ums Ganze geht. In dieser Saison lastet der Druck auf den Gästen, die als Tabellenfünfte gerade mal drei Zähler vom ersten Abstiegsplatz entfernt sind. Im Hinspiel wurde es sogar blutig: Lukas Heckmann lief eine von Sebastian Draguhn ausgeführte Strafecke ab und büßte bei dieser Rettungsaktion eine Fingerkuppe ein. Auch in Bonn ging für Schwarz-Weiß nicht viel, obwohl Draguhn den HTC zweimal in Führung brachte, reichte es nur zu einem 2:2-Unentschieden. "Und viel mehr haben die Bonner in der Hinrunde auch nicht zustandegebracht", erinnert sich Gräber, den die beiden schwachen Auftritte immer noch wurmen: Mit der vollen Ausbeute säßen seine Schützlinge Spitzenreiter Düsseldorfer HC mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken. "Jetzt geht es für uns nur noch um Platz zwei und darum, uns auf die nächste Saison vorzubereiten."

Eine noch größere Rolle als geplant muss dabei der eigene Nachwuchs übernehmen. Denn weil neben Sebastian Binias und Paul Toll in Carsten Merge (Leistenzerrung), Ivo Otto (Sehnenteilabriss im Adduktorenbereich), Philipp Lautenbach (Schulterprobleme) und Abbas Haider (Hüfte verrenkt) weiteres Stammpersonal ausfällt, "können und müssen sich jetzt andere beweisen", sagt der Coach. Ihre Chance genutzt haben Paul Nacken (20) und Vincent Güttler (18). Das wiederum findet Gräber richtig stark, "denn wo kannst du besser zeigen, was in dir steckt, als im Wettkampf?"

Freigeschwommen hat sich mittlerweile auch Jonas Radeke. Der talentierte Torhüter, in der Halle hinter dem erfahrenen Marcin Pobuta (41) noch ins zweite Glied verbannt, "spielt eine starke Rückrunde und ist in vielen Partien über sich hinausgewachsen", lobt Gräber den 24-Jährigen.

Vollgas wollen die Schwarz-Weißen aber noch aus einem ganz anderen Grund geben. Gräber: "Uns soll keiner vorwerfen, wir hätten mit einer laschen Einstellung den Abstiegskampf beeinflusst." Wie frustrierend das sein kann, haben gerade die Neusser schon des Öfteren am eigenen Leib erfahren, als ihnen im Saisonfinale seltsame Ergebnisse auf anderen Plätzen die Arbeit eines ganzen Jahres kaputt machten.

Quelle: NGZ
 
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