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Lokalsport
Kollektiver Blackout der Tigers in Wolfenbüttel

Wolfenbüttel/Neuss. Die von allen guten Geistern verlassenen Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss verlieren Spiel 2 der Playoff-Serie peinlich hoch mit 43:87. Von Dirk Sitterle

Die 59:87-Klatsche am vorletzten Spieltag der Hauptrunde diente als Horrorvision. Bloß nicht noch mal! Doch es wurde tatsächlich noch viel schlimmer für die Tigers: Nur eine gute Woche nach dem so strahlenden 74:71-Heimsieg in Spiel 1 der Play-off-Serie über das Wolfpack Wolfenbüttel kamen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss im Rückspiel mit 43:87 (Halbzeit 26:43) unter die Räder. Ein Auftritt, der Trainerin Janina Pils sprachlos machte: "Ich weiß nicht, was hier passiert ist. Das war ein Totalausfall von allen, für den ich keine Erklärung habe."

Mit dem Kopf bei der Sache schienen gestern nur die bis in die Haarspitzen motivierten Gastgeberinnen, die das erste Viertel deutlich mit 25:9 zu ihren Gunsten entschieden. Leonie Rosemeyer, im Hinspiel kein Faktor erzielte dabei neun Zähler (3/3 Dreier), Christine Hyde folgte mit sechs. Bei den Tigers ging derweil gar nichts: Aus dem Feld traf in den ersten zehn Minuten überhaupt nur Franzi Worthmann (1/3 Würfe und 2/2 Freiwürfe für vier Punkte). Die restlichen fünf Punkte steuerten Karo Tzokov (4/4) und Ronja Spießbach (1/2) von der Freiwurflinie zu.

So konnte, so durfte das natürlich nicht bleiben. Tat es aber. Weil sich in der Offensive allerdings auch die Wölfe eine Pause gönnten, änderte sich am Abstand erstmal wenig, in der 17. Minute lag Wolfenbüttel immer noch mit 16 Punkten Differenz vorne (34:18). Das Team aus der Lessingstadt konnte sich dabei auf seine US-Profis Christine Hyde (zehn Punkte/fünf Rebounds in der ersten Hälfte) und Brianna Rollerson, für die schon nach 20 Minuten ein Double-Double (elf Punkte/zehn Rebounds) zu notieren war, verlassen. Das sah ziemlich trostlos aus für die TG-Mädels, zumal Briana Williams (nur zwei Freiwürfe bis dahin, 0/3 Versuche aus dem Feld) und Jana Heinrich jeweils bereits drei Fouls auf ihrem Konto hatten.

Auch Abschnitt zwei ging nach einem Dreier von Nena Trajchevska noch mit 17:18 verloren, die Tigers starteten also mit einem 17-Punkte-Rückstand in die zweite Hälfte. Das ist zwar auch im Basketball eine Menge Holz, aber für ein gutes Team an einem besonderen Tag aufzuholen. Vor zwei Jahren wäre das den Tigers just gegen Wolfenbüttel um ein Haar mal geglückt. Nach einem Debakel in der ersten Hälfte (31:51) waren sie kurz vor Schluss beim 82:84 nur einen von Karo Tzokov an den Ring gesetzten Dreier von einem gloriosen Comeback entfernt.

Gestern jedoch war kein besonderer Tag für die Tigers - und gut waren sie auch nicht, nein, eigentlich sogar unfassbar mies. Was der Vizemeister der Hauptrunde im dritten Viertel zeigte, geht auf keine Kuhhaut. Diese zehn (bitterbösen) Minuten gingen mit 3:29 (!) verloren. Neuss geriet dadurch mit 29:72 (30.) ins Hintertreffen. Sehr peinlich, gerade in einem Play-off-Halbfinale um den Aufstieg ins Bundesliga-Oberhaus. Und als wäre das nicht schon übel genug, flog Jana Heinrich nach einer Tätlichkeit vom Feld (29.) und fällt damit für das Rückspiel aller Voraussicht nach aus.

Indes: So bitter die Niederlage für die Neusserinnen auch ist. Gewinnen sie am Samstag (16.30 Uhr) in heimischer Elmar-Frings-Sporthalle Spiel 3, stehen sie im Finale. So ist das in den Playoffs halt. Ein echter Trost war das gestern Abend allerdings nicht für die bis ins Mark getroffenen Tigers.

Quelle: NGZ
 
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