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Kreisliga B ohne Meister

Lokalsport: Kreisliga B ohne Meister
Da zur Partie der Kreisliga B in Gohr kein Schiedsrichter kam, spielte der Ball nur eine Nebenrolle. Immerhin schien die Sonne. FOTO: Karin Koster
Rhein-Kreis. Weil wie angekündigt kein Schiedsrichter in Gohr erschien, ist die Aufstiegsfrage weiter offen. Aber Straberg feiert nach 13:0-Sieg bereits. Von Dirk Sitterle

Jetzt ist es amtlich: In der Fußball-Kreisliga B, Gruppe 2, ist die Saison mit dem letzten Spieltag definitiv nicht vorbei. In Tabellenführer VdS Nievenheim III, dem FC Straberg und dem SV Gençlerbirligi Grevenbroich können noch drei Mannschaften in die Kreisliga A aufsteigen. Mit seinem Programm durch ist lediglich Nievenheim III, Straberg hängt eine Partie zurück, der SVG sogar zwei. Womöglich wird die Meisterfrage am "grünen Tisch" entschieden.

Gençlerbirligi fuhr gestern Nachmittag vergeblich nach Gohr. Die Schützlinge von Trainer Erkan Akan absolvierten genau wie die Gastgeber das komplette Aufwärmprogramm und warteten, wie vom ebenfalls angereisten Kreisfußballvorsitzenden Hermann-Josef Koch angewiesen, auf den Schiedsrichter. Als der auch eine halbe Stunde nach dem geplanten Spielbeginn nicht aufgetaucht war, setzten die Gohrer Kicker ihren Saisonausklang mit einem Trainingsspielchen fort und die Gäste zogen unverrichteter Dinge ab. Ein Spielausfall mit Ansage, hatte Dirk Gärtner, Obmann der Unparteiischen im Kreis, doch in Abstimmung mit seinen Kollegen entschieden, erst mal keine Partien des SVG mehr mit einem Schiedsrichter zu besetzen. Er reagierte damit auf die Vorfälle in der Partie der Grevenbroicher gegen Straberg (17. Mai), die nach Angriffen auf den Schiedsrichter vor die Kreisspruchkammer gegangen und von dieser neu angesetzt worden war.

Gegen das Urteil hat der FC Straberg inzwischen Einspruch eingelegt. Mit dem muss sich nun letztinstanzlich die Bezirksspruchkammer des Fußballverbandes Niederrhein befassen. Und das dauert voraussichtlich bis Ende des Monats. Bekommt Straberg die drei Punkte zugesprochen, wäre der SVG aus dem Rennen. Dann könnte das gestern ausgefallene Match in Gohr wohl entfallen. Koch stellt klar: "Da die Gohrer jetzt erst mal auf Tour sind, setzen wir dieses Spiel in dieser Woche ganz bestimmt nicht erneut an. Alles andere warten wir erst mal ab. Entscheidend ist, was die Bezirksspruchkammer sagt." Bis dahin, bestätigt Staffelleiter Ottomar Dohmen, "passiert gar nichts".

Seiner Sache sicher ist sich der FC Straberg. Nach dem 13:0-Kantersieg über den SV Hemmerden II feierten die Jungs von Trainer Markus Esser schon den Aufstieg, trugen fast schon trotzig T-Shirts mit der Aufschrift: "Kreisliga-A-Aufsteiger mit Recht." Im Torverhältnis hat der FC im Duell mit Nievenheim die Nase vorne, entscheidet auch die Bezirksspruchkammer zu seinen Gunsten, wird die Mallorca-Sause ab Donnerstag im Nachhinein zur Titelkür. Nach wie vor fest an seine Chance glaubt allerdings auch der SVG Grevenbroich. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass das Spiel in Gohr ausgefallen ist", räumt Erkan Akan ein, "aber für uns ist die Saison noch nicht zu Ende. Auch wenn das für uns als junge Mannschaft mit einem jungen Trainerstab ein Riesenproblem ist, trainieren wir jetzt ganz normal weiter - zumindest mit den Spielern, die noch da sind. Unser Ziel war von Anfang an der Aufstieg. Aber wenn es am Ende dann doch nicht klappen sollte, versuchen wir es in der nächsten Saison wieder."

Wird die Partie gegen Straberg tatsächlich wiederholt - und fänden sich Schiedsrichter für die Spielleitung (!), - wäre Gençlerbirligi mit einem Schlag wieder dick im Geschäft. Dann würde nämlich ein Sieg gegen wahrscheinlich nur mäßig motivierte Gohrer reichen.

Quelle: NGZ
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