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Lokalsport
KSB wird vor 40 Jahren gegründet

Fusion nach der kommunalen Neugliederung beginnt mit Kampfabstimmung. Von Volker Koch

Öfter mal 'was Neues: Dass der Kreissportbund Neuss auch nur einen Tag ohne ordentlich gewählten Vorsitzenden war, ist bislang in seiner fast 40-jährigen Geschichte nicht verzeichnet - bis zum Rücktritt von Thomas Lang am Vorabend der Mitgliederversammlung am Dienstag in Knechtsteden.

Im Gegenteil: Als der KSB am 24. Mai 1976 im Haus Neurath geburtstechnisch aus der Taufe gehoben wurde, gab es sogar eine Kampfabstimmung um den Vorsitz. Möglich und nötig gemacht hatte dies die kommunale Neugliederung, die zwei Jahre zuvor die bis dahin kreisfreie Stadt Neuss und den Kreis Grevenbroich zu einer (bis heute noch nicht von allen vollzogenen) Einheit verschmelzen ließ.

Dem folgte der Sport nicht nur, der KSB (oder Sportbund Rhein-Kreis Neuss, wie er neuerdings heißt) wurde schnell zum Vorreiter und Vordenker kreis-übergreifender Ideen und Initiativen. Danach sah es anfangs keineswegs aus, als der am 2. Februar 1962 gegründete Kreissportbund Grevenbroich und der Stadtsportbund Neuss erste Annäherungsversuche unternahmen. Selbst die Verbandsjuristen des Landessportbundes mussten sich mit dem Zusammengehen der beiden Organisationen beschäftigen.

Nachdem sich im Februar 1975 Vertreter beider Verbände im Tennisheim des TC Grimlinghausen zu einem gemeinsamen Gespräch getroffen hatten, kam es am 20. Februar 1976 zur ersten gemeinsamen Vorstandssitzung. Nach einigen Diskussionen, bei denen insbesondere die Vertreter des Stadtsportbundes Neuss (Vorsitzender Hubert Schäfer, Eberhard Henke, Michael Bienefeld) heftige Kritik am Fortbestand des KSB nach der kommunalen Neugliederung äußerten, einigte man sich auf eine gemeinsame Jahreshauptversammlung aller Mitgliedsvereine am 24. Mai 1976 im Haus Neurath.

Der Stadtsportbund Neuss setzte für seine Delegierten eigens Busse ein - mit Erfolg: Philipp Meuter, als Verwaltungsdirektor Leiter des Neusser Bauförderungs- und Wohnungsamtes und seit 1972 Präsident des SC Grimlinghausen, erhielt von den 151 anwesenden Vereinen 123 Stimmen, sein Gegenkandidat Werner Schmitz nur 104. Der Wevelinghovener wurde anschließend mit großer Mehrheit zu Meuters Stellvertreter gewählt. Rudolf Borcherding (Kassenwart), Ursula Breuer (Geschäftsführerin), Karl Bongers (Pressewart), Eberhard Henke (Sozialwart), Hans Sturm (Sportwart), Maria Winzen (Frauenwartin), Hubert Palmen (Sportabzeichenobmann) und Michael Bienefeld (Obmann für Übungsleiterlehrgänge) bildeten das erste Vorstandsteam. Aus dem gehört Karl Bongers bis heute ununterbrochen dem Vorstand an: als Pressewart (bis 1980), Sportwart (1978 bis 1990), Zweiter Vorsitzender (1990 bis 1992), Vorsitzender (1992 bis 1994) und seither als Ehrenvorsitzender. Wer weiß, vielleicht muss er in seinem 92. Lebensjahr jetzt noch einmal 'ran.

Quelle: NGZ
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