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Lokalsport
Laufender Pfarrer hat in der Gemeinschaft Spaß

Neuss. Sebastian Appelfeller (35) hat den Marathon in Luxemburg gewonnen. Heute startet er beim Neusser Sommernachtslauf über fünf Kilometer. Von Lucas Beyer

Wenn Pfarrer Sebastian Appelfeller heute Abend beim Neusser Sommernachtslauf um 20.45 Uhr zum fünf Kilometer-Lauf an den Start geht, werden wieder viele begeisterte Augen auf ihn gerichtet sein. Der 35-Jährige aus der evangelischen Kirchengemeinde Neuss-Süd nimmt schon seit fünf Jahren an dem Lauf-Ereignis teil und für ihn ist es immer wieder etwas ganz besonderes: "Morgen werde ich zusammen mit dem Diakonischen Werk die fünf Kilometer bewältigen. Der Lauf ist immer sehr familiär und auch sehr gemeinschaftlich. Toll finde ich auch, dass ich zusammen mit meinen Kindern laufen kann."

Bei seinen intensiven Trainingsläufen wurde der vierfache Familienvater in letzter Zeit immer häufiger von Mitgliedern der evangelischen Gemeinde erkannt und angesprochen. Vor ungefähr zwei Wochen hat der 35-Jährige nämlich den Interreligiösen Marathon in Luxemburg in einer Zeit von unter vier Stunden gewonnen. "Das hat sich anscheinend rumgesprochen und den Bericht in der Zeitung haben anscheinend auch sehr viele gelesen. Das schmeichelt mir alles natürlich sehr. Allerdings würde es natürlich viel mehr Aufsehen erregen, wenn der Papst große Strecken laufen würde", sagt Appelfeller mit einem Lächeln. Wie beim Marathon in Luxemburg wird er heute von Carmen Aust begleitet, die auch zur evangelischen Kirchengemeinde in Neuss-Süd gehört. "Zusammen gehen wir bei so einigen Läufen an den Start", erzählt Appelfeller.

Während andere Sportler immer eine bestimmte Zeit oder einen speziellen Wettkampf anpeilen, steht für den Pfarrer etwas ganz anderes im Vordergrund: "Für mich ist das Soziale sehr wichtig. Ich trainiere zum Beispiel total gerne mit der TG Neuss und dem dortigen Trainer Hans-Peter Heinen zusammen. Es macht dort in der Gemeinschaft einfach Spaß." Im Jahr schafft Appelfeller ungefähr drei bis vier Wettkämpfe und die stolze Strecke von rund 2000 Kilometern. In der Woche fallen dafür ein bis drei Trainingsläufe an. Seine Einheiten sind dabei auch immer unterschiedlich aufgeteilt. "Also, wenn ich in nächster Zeit einen Halbmarathon absolviere, trainiere ich immer relativ kurze Strecken mit schnellem Tempo. Wenn es dann auf einen Marathon zugeht, dann laufe ich schon gut und gerne 30 Kilometer im Training." Da die meisten Gottesdienste samstags und sonntags liegen, sei eine große Anzahl an Wettkämpfen einfach nicht machbar. "Natürlich möchte ich auch so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern verbringen", betont Appelfeller.

Sein Lieblingslauf ist eindeutig der Halbmarathon in Venlo. "Das ist immer ein super Erlebnis. An der wunderschönen Strecke stehen immer viele Zuschauer, die alle Läufer unterstützen. In diesem Jahr habe ich es unter die besten zehn Prozent aller Teilnehmer geschafft." Allerdings ist auch der Sommernachtslauf ein Highlight in Appelfellers Laufkalender. "Darauf freue ich mich immer ganz besonders. Auch wenn die sehr kurvige Strecke keinen Spielraum für Bestzeiten bietet, so kennt man doch sehr viele Menschen, die mitlaufen und einen anfeuern. Das macht diese Ereignisse doch schließlich auch aus."

Quelle: NGZ
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