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Leere Brust sorgt für Frust

Lokalsport: Leere Brust sorgt für Frust
Das Team der Elephants: (h.v.l.) David Markert, Bastian Becker, Marcus Delpeche, Marko Boksic, Lennard Jördell, Alexander Knopf, Hartmut Oehmen, Malcolm Delpeche, Max Boldt, Josh Ober. (v.v.l.) Simon Bennett, Gerrell Martin, Farid Sadek. FOTO: H. Oehmen
Grevenbroich. Obwohl die Basket-baller der Elephants seit gut anderthalb Jahrzehnten das (sportliche) Aus-hängeschild der Stadt Grevenbroich sind, fühlen sie sich in Sachen Sponsoring im Stich gelassen. Von Dirk Sitterle

Die Elephants gehören zu Grevenbroich wie das Alte Schloss, spielen in Gustorf nicht selten vor mehr als 1000 Zuschauern. Doch nun sieht sich der Verein am Scheidweg. Trainer, Manager und 2. Geschäftsführer Hartmut Oehmen spricht Klartext: "Geht die Entwicklung so weiter, wird Regionalliga-Basketball in unserer Stadt bald der Vergangenheit angehören. Manche träumen immer noch von der Zweiten Bundesliga, aber die Realität könnte bald Oberliga heißen."

Dabei fehlt es dem Klub nicht an pfiffigen Ideen. So läuft noch bis Freitag die Verlosungsaktion, bei der Unternehmen für 999 Euro Trikotsponsor werden können. In der abgelaufenen Saison erreichte das Jersey mit dem Schriftzug der Privatbrauerei Bolten fast schon Kultstatus. "Gäbe es nicht diese vier, fünf Unternehmen, die den Verein sensationell unterstützen, würden die Elephants bereits in dieser Saison gegen den Abstieg spielen", warnt Oehmen. Das ansonsten eher zurückhaltende Engagement der regionalen Wirtschaft, die vielen Absagen selbst großer Unternehmen haben ihn sehr enttäuscht: "Das ist ein Trauerspiel! Grevenbroich hat nix und es kommt nix, man ist offensichtlich zufrieden damit, sich auf Dauer als günstiges Schlafzimmer von Düsseldorf und Köln zu positionieren. Die Spiele der Elephants sind seit 15 Jahren das Sportevent mit den mit Abstand meisten Zuschauern, doch die Wirtschaft in der Region lässt uns in Sachen Sponsoring links liegen."

Die Auswirkungen spüre der Regionalligist bereits in diesem Jahr. "Keinen Spieler, der innerhalb der Liga gewechselt ist und den wir verpflichten wollten, haben wir bekommen." Und von den Spielern, die die Elephants halten wollten, sei zuletzt nur Marko Boksic geblieben - jedoch nur, weil ihm der Manager in seinem Sportgeschäft in Krefeld einen Job gegeben hat. Die Konsequenz daraus kennt Oehmen: "Wir müssen schon eine Supersaison spielen, um über die Zuschauereinnahmen was zu machen."

Genau daran arbeitet die Mannschaft unter Hochdruck. Obwohl die vergangenen drei Wochen vor allem dem Grundlagentraining gewidmet waren, zeigten sich die Elephants in den beiden ersten Testspielen gegen die zukünftige Liga-Konkurrenz extrem formstark: Gegen den Pro B-Absteiger Citybasket Recklinghausen gelang ein 67:57-Erfolg, Neuling BG Kamp-Lintfort ging in Gustorf mit 52:85 unter. Dabei ließ Oehmen in der zweiten Hälfte vor allem seine zweite Fünf spielen. Folglich resümierte er zufrieden: "Es läuft", mahnte indes sogleich: "Wir sind natürlich noch nicht da, wo wir hinwollen." Auch am Kader bastelt der Coach noch: Gerne an die Erft holen würde er Aufbauspieler David Markert, der zuletzt für die Rostock Seawolves in der Pro B tätig war. Christopher "Josh" Ober, Sohn des als Spieler und Trainer lange in Diensten des ART Düsseldorf stehenden Chris Cummings, hofft ebenfalls auf einen Vertrag.

Am Wochenende treffen die Elephants im Rahmen eines Vorbereitungsturniers auf den von Raphael Wilder trainierten Drittligisten FC Schalke 04 (Pro B). In der zweiten Partie wartet am Sonntag entweder Gastgeber BG Hagen (Regionalliga) oder der letztjährige Liga-Rivale EN Baskets Schwelm (jetzt Pro B). Nach diesem Match geht es direkt weiter nach Nettetal, wo in der Sporthalle Speckerfeld das Erstrundenspiel im WBV-Pokal beim Bezirksligisten TV Breyell angepfiffen wird (18 Uhr).

Quelle: NGZ
 
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