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Lokalsport
Letztes Aufgebot verkauft sich gut

Dormagen. TSV Bayer Dormagen zieht in Nordhorn nur mit 22:25 den Kürzeren.

Zu welchen Leistungen wäre dieser TSV Bayer Dormagen fähig, wenn er einmal in kompletter Besetzung zu einem Zweitligaspiel auflaufen könnte? Beim gestrigen Gastspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen standen nur zwölf Handballer auf dem Spielberichtsbogen, von denen dann Linkshänder Robin Doetsch noch nicht einmal eingesetzt werden konnte.

Doch das Fähnlein der elf Aufrechten schlug sich beim Aufstiegsanwärter hervorragend. Zwar reichte es diesmal im Gegensatz zum Auftritt vor vier Monaten nicht nur Sensation, dennoch war Trainer Jörg Bohrmann nach der 22:25-Niederlage (Halbzeit 11:11) nicht unzufrieden: "Am Ende haben ähnlich wie in der Vorwoche gegen Wilhelmshaven Kleinigkeiten gegen uns entschieden." Kleinigkeiten, das sagte er nicht, die mit mehr Spielern auf der Bank vielleicht zu vermeiden gewesen wären, denn am Ende machte sich dann doch der Kräfteverschleiß bemerkbar, zumal die besten Torschützen, Johnny Eisenkrätzer (5) und Sebastian Damm (5/3), angeschlagen in die Partie gegangen waren.

Schwindende Kräfte ziehen meist technische Fehler nach sich, und die nutzten die Nordhorner vor der für Euregium-Verhältnisse eher enttäuschenden Kulisse von 1220 Zuschauern, um in der Schlussphase von 19:18 über 22:20 auf den 25:22-Endstand davon zu ziehen. Nicky Verjans, der Schwager des wegen einer Schulterverletzung pausierenden Bayer-Kapitäns Dennis Marquardt, und Pavel Mickal waren mit je sieben Treffern die besten Werfer auf Seiten der Gastgeber. Die im Spielverlauf trotzdem reihenweise an TSV-Schlussmann Sven Bartmann scheiterten, der mit 14 gehaltenen Würfen erneut eine überragende Leistung bot, dabei aber auch von einer starken Abwehrleistung seiner Vorderleute profitierte, in der sich Patrick Hüter ein Sonderlob seines Trainers verdiente: "Er hat sehr gut gestanden."

"Dormagen hat genauso gespielt, wie man das auswärts tun muss, um zu gewinnen", befand Nordhorns Trainer Heiner Bültmann. Dass er zwölf Feldspieler einsetzen konnte, die Gäste nur deren neun, gab am Ende den Ausschlag für die zum Kreis der Aufstiegsanwärter gehörenden Hausherren. Dabei begann die Partie überaus zähfließend: Nach dem 1:0 durch Jens Wiese nach 58 Sekunden dauerte es beinahe zehn Minuten, ehe Luca de Boer auf 2:0 erhöhte. Und erst in der 13. Minute traf Neuzugang Mikk Pinnonen zum ersten Mal für die Dormagener.

Die beim 4:8 (20.) einer "standesgemäßen" Niederlage entgegen zu steuern schienen. Doch gestützt auf Bartmanns Paraden kämpften sich die Gäste zurück in die Partie, Jo-Gerrit Genz gelang mit seinem einzigen Treffer beim 9:9 der erste Gleichstand, der aus der Reserve "ausgeliehene" Sebastian Linnemannstöns brachte die Dormagener beim 11:10 (29.) sogar in Führung, die sie zwischenzeitlich auf 13:11 ausbauen konnten (33.). Am Ende fehlten jedoch Alternativen und Kraft, um die zweite Saisonniederlage zu verhindern. Jetzt hofft Bohrmann, dass ihm im nächsten Heimspiel am Samstag (19 Uhr) gegen den Tabellendritten HSC Coburg ein paar mehr Akteure zur Verfügung stehen.

(-vk)
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