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Lokalsport
Löwe aus Uedesheim ist in der Form seines Lebens

Neuss. Niklas Römer von den New Yorker Lions Braunschweig führt die German Football League als Wide Receiver an. Von Christos Pasvantis

Mit 29 Jahren ist man in einem Sport wie dem American Football körperlich eigentlich schon über dem Zenit. Gerade dann, wenn man auf einer physisch so fordernden Position wie die des Wide Receivers spielt. Das interessiert Niklas Römer allerdings gar nicht.

Der aus Neuss stammende Passempfänger der New Yorker Lions Braunschweig spielt die Saison seines Lebens: Nach fünf Spielen führt er die German Football League (GFL) in Receiving Yards (718) und Touchdowns (10) an. "Dieses Jahr läuft es irgendwie. Ich mache eigentlich überhaupt nichts anders als sonst", sagt Römer, der einst bei den Neuss Frogs mit dem Football begann. Beim Serienmeister fällt ihm das Spielen aktuell leicht wie nie: Wieder einmal pflügen die Braunschweiger nur so durch die Nordstaffel der Ersten Liga, haben bei fünf Siegen bislang 233 Punkte erzielt und erst unfassbare 33 zugelassen. Dazu gelang den Lions vor zwei Wochen bereits der dritte Eurobowl-Sieg in Folge - im Finale wurde Frankfurt Universe auch dank zweier Touchdowns Römers vor 7700 Zuschauern mit 55:14 weggebügelt. Für den Receiver mittlerweile fast Alltag: "Klar, wir haben uns gefreut, den Eurobowl wieder zu holen. Aber unser Fokus liegt ganz klar auf dem German Bowl, der ist viel wichtiger." Das liege auch daran, dass der einst so prestigeträchtige Eurobowl ganz klar an Stellenwert eingebüßt habe: "Das ist, ehrlich gesagt, nicht mehr das, was es mal war. Mittlerweile spielen die Österreicher zum Beispiel ja gar nicht mehr mit."

Ziele hat Römer trotzdem noch: Zunächst einmal stehen in Polen in drei Wochen die World Games an, wo der Uedesheimer, der Deutschland 2014 zum Europameister machte, mit der Nationalmannschaft gefordert ist. Danach geht es in der GFL in den Endspurt. Römer hätte nichts dagegen, seine beeindrucken Zahlen dann zu bestätigen: "Von mir aus kann es einfach so weitergehen." Was ihn selber wundert: "Ich spiele eigentlich seit Monaten mit einer entzündeten Leiste und kann gar nicht richtig sprinten. Aber vielleicht legt man ja unbewusst gerade wegen der Verletzung noch eine Schippe drauf." Wie lange er der Zeit noch davonlaufen kann, weiß der vierfache Deutsche Meister und dreifache Eurobowl-Gewinner aber selber nicht: "Ich werde bald 30 und denke immer häufiger daran, mal aufzuhören. Es geht ja nicht nur um den Körper, sondern auch um den Kopf. Da fragt man sich schon, wie lange man sich den Stress noch antun will."

Als Bereichsleiter ist er in Braunschweig für zwei Fitnessstudios verantwortlich und beschreibt seinen Alltag so: "Heute war ich um 7.30 Uhr auf der Arbeit. Um 17 Uhr komme ich nach Hause, ziehe mich kurz um und dann geht es zum Training. Dann bin ich um halb elf zurück und morgens geht um 5.30 Uhr schon wieder der Wecker." Gut möglich also, dass nicht mehr allzu viele Titel hinzukommen. Wehmut packt ihn schon jetzt: "Diese tollen Momente im Stadion, wenn du Siege und gerade Titel mit deinen Fans feierst. Das würde ich definitiv vermissen."

Quelle: NGZ
 
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