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Lokalsport
Lokalduell wird zum Treffen der Rumpftruppen

Rhein-Kreis. 3. Handball-Liga West: TSV Bayer Dormagen und Neusser HV müssen morgen Abend beide mit Ausfällen leben. Von Volker Koch

Nein, versichert Ceven Klatt, dass er sich mit Blick auf das morgige Lokalduell beim TSV Bayer Dormagen - Anwurf im Bayer-Sportcenter durch die eigens zu diesem Zweck aus Berlin (!) anreisenden Schiedsrichter Christian Kroll und Emanuel Polke ist um 19 Uhr - um den Einsatz von gleich fünf Spielern sorgt, habe nichts mit der Meisterfeier des Neusser HV zu tun. "Aber diese Woche war irgendwie die Seuche drin bei uns," sagt der Trainer des Westdeutschen Meisters. Definitiv verzichten muss er auf Felix Handschke und Marijan Basic, die beiden Kreisläufer Bennet Johnen und Philip Schneider liefen, von Rückenschmerzen geplagt, "durch die Gegend, als wenn sie über 80 wären. Wie das gehen soll, weiß ich noch nicht", sagt Klatt, der hofft, zumindest den erkrankten Thomas Bahn heute im Abschlusstraining begrüßen zu können.

Unter diesen Vorzeichen droht das Lokalderby zu einem Duell der Rumpftruppen zu werden. Denn auch Alexander Koke muss schauen, wie er einen halbwegs schlagkräftigen Kader zusammen bekommt auf Dormagener Seite. Die A-Jugendlichen Lukas Stutzke, Eloy Morante Maldonado und Lars Jagieniak sollen wegen des um 15 Uhr angepfiffenen DM-Viertelfinales nicht eingesetzt werden, sie haben seit zwei Wochen auch nicht mehr mit dem Drittliga-Team trainiert. Ausfallen wird auf jeden Fall Rechtsaußen Mathis Pötzsch, ob Max Bettin und Pascal Noll einsatzfähig sind, entscheidet sich kurzfristig.

Doch nichts ist so schlimm, als wenn es nicht noch schlimmer ginge: Am letzten Spieltag, wenn der TSV beim Longericher SC gastiert (6. Mai, 19 Uhr) wird auch Ian Hüter wegen Lehrgang und Länderspielen der Junioren-Nationalmannschaft fehlen. Einen eigenen Einsatz - es wäre in seinem letzten Heimspiel als TSV-Trainer der erste auf dem Feld seit Ende Januar - zieht Alexander Koke trotzdem nicht in Erwägung: "Die Mannschaft hat sich gewünscht, dass ich nur auf der Bank sitze, daran halte ich mich."

Seit er das tut, läuft es beim TSV, der aus den zehn Spielen seit Anfang Februar 18:2 Punkte holte und dabei ungeschlagen blieb. "Natürlich möchten wir diese Serie gerne fortsetzen - und wenn wir komplett wären, wäre das vielleicht sogar machbar", sagt Koke. So lautet die Devise nun: "Den Meister ärgern und schauen, was möglich ist." Den NHV hält er für "die überragende Mannschaft der Liga. Die sind völlig zu Recht so überlegen Meister geworden, weil sie auch ihren personellen Möglichkeiten das Beste herausgeholt haben", sagt Koke.

Der auf jeden Fall ein solches Debakel wie das 16:28 im Hinspiel, die höchste und einzige zweistellige Niederlage der Saison, vermeiden möchte. Schließlich verabschiedet sich der 37-Jährige mit der morgigen Partie von den heimischen Fans, um sich künftig ganz auf seinen Lehrauftrag an der Universität Halle an der Saale zu konzentrieren. Er gehe "nicht ohne Wehmut", sagt Koke, "es wäre spannend gewesen, dieses Projekt weiter zu begleiten, zu erleben, wie sich die jungen Spieler noch mehr entwickeln, als sie dies in den vergangenen Monaten getan haben."

Er traut dem TSV Bayer zu, "in der kommenden Saison oben mitzuspielen in der 3. Liga West, wenn der Kader noch sinnvoll ergänzt wird." Dass sich die Dormagener gegenüber dem Dezember-Debakel eindeutig weiter entwickelt haben, ist auch dem eifrigen Video-Studierer Klatt nicht verborgen geblieben. "Daran haben die jungen Spieler großen Anteil", sagt der NHV-Trainer, der nicht so recht daran glauben mag, dass die Gastgeber morgen freiwillig auf das Jugendtrio verzichten werden: "Wir bereiten uns jedenfalls so vor, als wenn Dormagen komplett wäre." Aber auch in diesem Fall würde das nichts an der Neusser Zielsetzung ändern: "Wir wollen unsere Serie fortsetzen, nicht nur in Dormagen, sondern auch eine Woche später gegen Hagen, und ungeschlagen die Saison beenden", sagt Klatt. Welche Auswirkungen das dann auf den körperlichen Zustand seiner Schützlinge hätte, wäre egal - die neue Saison beginnt erst Ende August.

Quelle: NGZ
 
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