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Lokalsport
Manchurian triumphiert am Hessentor

Neuss. Vor rund 1000 Zuschauern wird Vinzenz Schiergen gestern Abend seiner Favoritenrolle gerecht. Bürgermeister Reiner Breuer ehrt den 18 Jahre alten Amateur-Champion bei der ersten Galopp-Veranstaltung des Neusser Rennjahres 2016. Von Klaus Göntzsche

Es war ein faszinierender Endkampf um den Sieg im Preis der Stadt Neuss gestern bei der ersten Veranstaltung des Neusser Rennjahres 2016 vor gut 1000 Besuchern. Der niederländische Derbysieger Jungleboogie mit Jockey Rene Piechulek wehrte sich intensiv, doch dann war er der Spurtkraft des Favoriten Manchurian mit dem 18 Jahre alten Amateur-Champion Vinzenz Schiergen nicht mehr gewachsen.

Damit bestätige das von Champion Peter Schiergen für den amerikanischen Besitzer J.M.O'Connor trainierte Pferd seinen letzten überlegenen Sieg am Hessentor. Eine halbe Länge trennte die beiden Pferde im Ziel. Bürgermeister Reiner Breuer war mit seiner pferdeinteressierten Gattin Ute vor Ort. Breuer: "Ich hielt es für meine Pflicht, zum Preis von Neuss auf der Bahn zu sein." Mit dem pünktlich zu diesem Rennen erschienenen Rennvereins-Präsidenten Jan Antony Vogel wird es in Kürze Gespräche über die Zukunft der Rennbahn geben. Dem Zitat, "die Neusser Rennbahn muss erhalten bleiben", fügte er dezent hinzu: "Aber nicht um jeden Preis."

Das Ehepaar Breuer wurde vor dem Rennen von einem der größten Experten der Szene fachlich beraten. Harald Siemen (66) ist der Chef-Handicapper des deutschen Galopprennsports und dabei auch für die Einschätzung der deutschen Pferde in der Weltrangliste zuständig. Der in Timmendorfer Strand lebende Siemen weilte zu einer Tagung mit seinem Kollegen Christoph Freiherr von Gumppenberg-Pöttmes-Oberbrennberg in Köln und besuche deshalb gestern die Neusser Rennen. Siemen: "Der Preis der Stadt Neuss war das bestbesetzte Rennen des Tages."

Zum Auftakt siegte gestern Flame Hawk mit Stefanie Hofer, die nach dem zweiten Rennen im Auto circa 1200 Kilometer zum Riviera-Meeting nach Cagnes-sur-Mer düste. Dort laufen zahlreiche Hofer-Pferde. Evento aus dem Weber-Stall wurde in diesem Rennen guter Dritter, hatte aber mit dem Aufgewicht des Sieges zuvor keine Chance auf Platz eins. Noch weniger war das bei Do Wah Diddy Diddy der Fall, der Drittletzter wurde. Nach ihrem Erfolg in Mons (siehe Kasten) ging die Erfolgsphase von Katja Gernreich im zweiten Rennen weiter: Lou Bega punktete mit Jozef Bojko. Das Viererwetten-Rennen sicherte sich danach in beeindruckendem Stil Dieu Merci mit dem Italiener Michael Cadeddu. Der fünfjährige Hengst Cassilero aus dem traditionsreichen Gestüt Erlenhof imponierte im vierten Rennen mit Enki Ganbat und Trainer Karl Demme war sicher: "Das Pferd mag diese Bahn." Der in Engelskirchen geborene Luca Murfuni (16) gewann im Sattel von Borneo für Trainer Bruce Hellier (75) das sechste Rennen. Früher war er ein erfolgreicher Hindernisreiter, verbrachte als Trainer einige Jahre in seiner englischen Heimat, jetzt ist der Vater des einstigen Klassejockey Terence Hellier wieder am Mülheimer Raffelberg tätig. Der aus Brasilien stammende Jockey-Weltenbummler Francisco Franco Da Silva erfreute den aus dem 330 Kilometer entfernten Reifenberg in Rheinland-Pfalz angereisten Besitzer Armin Weidler. Sein Glückskauf Narborough wiederholte den Neusser Sieg vom letzten Jahr. Das Rennen lief ohne Electric Qatar, die Reiterin Cindy Klinkenberg blieb beim Sturz vor dem Rennen aber unverletzt. Deshalb endete der Renntag mit einer Verspätung von 20 Minuten erst um 20.45 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt schaffte Vinzenz Schiergen mit More Than Honey seinen zweiten Sieg. Umsatz: 71.697 Euro, davon 17.655 Euro auf der Bahn.

Quelle: NGZ
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