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Matchwinner geht ins Saisonfinale

Lokalsport: Matchwinner geht ins Saisonfinale
Der bisher größte Erfolg eines Erfolgstrios: Am 3. Oktober gewann Matchwinner mit Andreas Helfenbein sehr zur Freude von Trainer Axel Kleinkorres (v.l.) den "Preis der Deutschen Einheit". Am Sonntag geht es in Iffezheim weiter. FOTO: F. sorge
Neuss. Am Sonntag endet in Iffezheim die Galoppsaison auf Gras mit der Baden-Württemberg-Trophy, am Dienstag geht es in Neuss mit dem ersten Renntag auf der Sandbahn weiter. Dann wird auch Championjockey Filip Minarik am Start sein. Von Klaus Göntzsche

Nur zehn Rennpferde in Deutschland haben es in dieser Saison geschafft, mehr als ein Rennen der begehrten Europa-Gruppen-Kategorie zu gewinnen: Windstoß, Guignol, Lacazar, Dschingis Secret, Millowitsch, Palace Prince, Dragon Lips, Matchwinner, Delectation und Wonnemond.

Zwei aus diesem erlesenen Kreis treten am Sonntag zum Finale der Saison in Baden-Baden/Iffezheim in der Baden-Württemberg-Trophy an. Der Vorjahressieger und dreifache Gruppe-Sieger Palace Prince (5) mit Champion Filip Minarik und der ebenfalls fünfjährige Hengst Matchwinner mit Jockey-Senior Andreas Helfenbein (50). Im Gegensatz zu fast allen anderen der zehn Pferde und auch zu Palace Princeaus dem Schlenderhan-Ullmann Privat-Stall bei Trainer Jean-Pierre Carvalho in Bergheim kommt Matchwinner aus dem vergleichsweise kleinen Stall mit 30 Pferden von Axel Kleinkorres in Neuss.

Kleinkorres hat Matchwinner mit großer Behutsamkeit aufgebaut. Sogar der kritische Chefhandicapper und begehrte Blogger Harald Siemen zollte ihm Respekt. Für 2017 gab Kleinkorres das Ziel aus: "Wir wollen den Preis der Deutschen Einheit in Hoppegarten gewinnen." Das ist am 3.Oktober gelungen, zuvor war Matchwinner schon beim Derbymeeting in Hamburg erfolgreich. Zum Start morgen in Iffezheim meint er: "Matchwinner mag den Kurs in Iffezheim. Ein schnelles Rennen wäre für seinen Speed sehr gut. Dann wird Andreas Helfenbein es schon richten."Matchwinner wird in Iffezheim die Saison 2017 wahrscheinlich beenden. Nicht zu Ende gehen werden die Anrufe für einen Verkauf bei Besitzer Jens Schwarma. Sein tolles Pferd erfüllt das ideale Anforderungsprofi für Australien und Hongkong. Der Trennungsschmerz wird meist angemessen bezahlt.

Am Dienstag ab 17 Uhr wird die Wintersaison des deutschen Turfs eröffnet. Mit wahrscheinlich acht Rennen in Neuss und den üblichen Live-Übertragungen zur finanziellen Absicherung nach Frankreich. In Neuss wird auch der amtierende deutsche Championjockey Filip Minarik antreten. Hinter ihm liegt eine schwere, mittlerweile überwundene Zeit. Im Februar 2017 hat er in einem Gespräch mit dem Info-Dienst Galopp Intern zusammen mit seiner Ehefrau Katja über seine Krisen, seinen Ruf in diesem Sport und sein "komplett verändertes Leben" gesprochen: "Ich war das Enfant Terrible im deutschen Rennsport." Beharrlich legte er sich mit der Rennleitung an, kassierte einen neunmonatigen Lizenzentzug und auch der Umgang mit dem Kollegen Andreas Helfenbein war derart bedenkenswert, dass Filip Minariks großer Freund und Förderer Hein Bollow (96) fassungslos reagierte: "Filip, das geht so nicht weiter."

Es ist alles wieder im Lot, der Umgang miteinander wieder in der Normalität angekommen. Auch ein Jockey-Aufenthalt im fernen Zockerparadies Macao (50 Kilometer westlich von Hongkong gelegen) erwies sich mehr als Fluch denn als Segen. Das Leben von Filip Minarik war auf der Achterbahn der Überholspur mächtig aus der Spur geraten. Bis zum Jahre 2014, der Mensch und Sportler Filip Minarik schien am Ende. Er ließ sich von seiner Ehefrau in eine Klinik fahren. Dazu sagt sie: "Ich bin stolz darauf, wie offen er sich dem Problem gestellt hat." Die Mutter der zwölf Monate alten Tochter Finja Julie kennt sich im Rennsport aus, hat selbst am Stall von Otto-Werner Seile in Hannover Rennen geritten und wurde zu seinem großen Rückhalt: "Ich wusste doch um seine Vergangenheit. Er ist wie ein Gebrauchtwagen, aber mit TÜV-Plakette."

Trauzeuge der Eheschließung war Hein Bollow. 96 Jahre, Jockey- und Trainerlegende und für Filip Minarik eine Art Ersatzvater. Das aber war keine Einbahnstraßen-Beziehung. Filip Minarik hat Bollow immer mit zu den Rennen chauffiert und ihn nicht aus den Augen gelassen. Das beruht auf Gegenseitigkeit. Minarik: "Er ist mein Vorbild, meine Motivation."

Quelle: NGZ
 
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