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Lokalsport
Max Bettin feiert mit 16 Toren ein Comeback zur rechten Zeit

Dormagen. So etwas nennt man wohl perfektes Timing: Gleich im ersten Einsatz nach seinem Nasenbeinbruch, den er sich im vorletzten Testspiel vor Saisonbeginn zugezogen hatte, avancierte Maximilian Bettin gestern Abend zum besten Spieler auf Seiten des TSV Bayer Dormagen. Von Volker Koch

Mit 16 Treffern, davon sechs vom Siebenmeterpunkt, hatte der angehende Physiotherapeut vor 919 Zuschauern wesentlichen Anteil am dritten Saisonsieg des Handball-Drittligisten, der mit 29:23 (Halbzeit 14:12) über den VfL Gummersbach II am Ende um einiges deutlicher ausfiel als es über lange Zeit den Anschein hatte. "Es war die erwartet zähe Angelegenheit", kommentierte Spielertrainer Alexander Koke die Tatsache, dass seine Schützlinge zwar nicht ein Mal in Rückstand gerieten, sich aber bis weit in den zweiten Durchgang hinein auch nie deutlicher als mit drei oder vier Toren absetzen konnten.

"Wir waren am Anfang nicht so aggressiv wie in den voraufgegangenen Spielen", lautete Kokes Erklärung, warum seine Deckung sich immer wieder von den unbekümmert aufspielenden Gästen düpieren ließ. Was vielleicht auch an seinem Fehlen lag: Der 37-Jährige blieb mit den Folgen einer Bauchmuskelzerrung bis zur 36. Minute auf der Bank, versuchte es dann mit einem Kurzeinsatz, beschränkte sich nach ein paar Minuten aber wieder aufs Coachen, "weil ich wieder Schmerzen hatte. Keine Ahnung, wie lange es dauert, bis ich wieder voll einsatzfähig bin", zeigte sich Koke ein wenig ratlos.

Dessen Fehlen im Angriff durch den grandiosen Auftritt von Max Bettin kompensiert wurde. "Es hat mich ein bisschen gewundert, dass es schon so gut lief, denn eigentlich fehlt mir noch Spielpraxis," sagte der 22-Jährige. An 16 Tore in einem Spiel konnte er sich zwar erinnern, "aber das war garantiert nicht in Dormagen." 16 Siebenmeter in 60 Minuten, die das Schiedsrichtergespann Cefdet und Kenan Kamper gestern verhängte (davon 9 für die Gäste), daran konnte sich Dennis Marquardt auf keinen Fall erinnern: "Das habe ich noch nie erlebt", sagte der wegen chronischer Schulterbeschwerden zuschauende Abwehrchef des TSV Bayer Dormagen , "ich glaube, viele Schiedsrichter in dieser Liga sind mit dem Tempo überfordert.

Die am gestrigen Abend waren es auf jeden Fall, weil die beiden jüngsten Teams der 3. Liga West - beim TSV stand zeitweise kein Feldspieler auf der Platte, der älter als 22 Jahre war - mit Tempo-Handball nicht geizten. So dauerte es bis zu 34. Minute, ehe Max Bettin per Gegenstoß zum 17:13 die Hausherren erstmals mit vier Treffern in Front warf. Ruhe kehrte auch nicht ein, als Alex Kübler diesen Vorsprung erstmals auf sechs Tore (22:16, 44.) ausbaute. Im Gegenteil, Gummersbach kam bis auf 19:22 (48.) wieder heran, bevor der TSV in der Schlussphase etwas mehr zuzusetzen hatte. Souverän war die Vorstellung aber auch im dritten Saisonspiel noch nicht.

Quelle: NGZ
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