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Lokalsport
Mit einem Prost in die knüppelharte Saison

Grevenbroich. Am Samstag (19.30 Uhr) startet Basketball-Regionalligist NEW' Elephants mit einem Heimspiel gegen die Hertener Löwen in die Saison. Von Dirk Sitterle

Diese kleinen Gags liebt Hartmut Oehmen. Weil Michael Hollmann, Geschäftsführer des neuen Brustsponsors Bolten Alt, seine berufliche Karriere bei Jever begonnen hatte und das friesische Brauhaus mal in gleicher Funktion beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach tätig war, ließ der ausgewiesene Marketing-Experte die von ihm als Trainer und Manager betreuten Regionalliga-Basketballer der NEW' Elephants mit dem offiziellen Mannschaftsfoto ein altes Werbebild der Fohlen-Elf mit dem Slogan "Keine Kompromisse" nachstellen. "Das passt zu uns und der bevorstehenden Saison", sagt der 50-Jährige. Denn die Korbjäger aus Grevenbroich erwartet ein knüppelhartes Programm. Die großen Drei Schalke04 ist in die 2. Bundesliga (Pro B) aufgestiegen, doch potente Nachfolger stehen in den Startlöchern. Allen voran die ART Giants Düsseldorf: Dem von Robert Shepherd gecoachte Powerhouse, entstanden aus der Fusion des ART mit den Giants Düsseldorf (beide Regionalliga) und verstärkt mit Klasseleuten wie den beiden Litauern Paulius Kleiza und dem bis April in der Schlossstadt tätigen Sprungwunder Dainius Zvinklys, soll ein Budget von 150.000 Euro zur Verfügung stehen - das ist fast doppelt so viel wie die Elephants ausgeben können. Pro-B-Absteiger EN-Baskets Schwelm, der unbedingt sofort wieder zurück ins halbprofessionelle Geschäft will, gibt seinen Etat sogar mit 200.000 Euro an. "Damit musst du aufsteigen", findet Oehmen. Sein erklärter Lieblingsfavorit sind indes die von Philipp Kappenstein trainierten WWU Baskets Münster. "Da wird sehr professionell und konstant gut gearbeitet", lobt er die "Studis", zuletzt zweimal in Folge Vizemeister im Westen. Der erste Gegner Die Hertener Löwen, am Samstag (19.30 Uhr) zu Gast an der Erft, zählen mit Grevenbroich, der BG Hagen, den Telekom Baskets Bonn II (fügten den Elephants zuletzt eine 18-Punkte-Packung zu) und der BG Dorsten zu den Mannschaften, die dem Führungstrio am ehesten gefährlich und damit zum Zünglein an der Waage werden könnten. Dass der Absteiger aus der Pro B im auch von Oehmen überaus geschätzten Ex-Schalker Rishi Kakad ("Das ist mein Wunschspieler auf Guard.") einen Top-Mann verloren hat, ficht Oehmen nicht an. "Herten wird schnell nachlegen."

Doch selbst ohne den aus "familiären Gründen" nach Hannover gewechselten Engländer verfügt Löwen-Coach Cedric Hüsken über genug Fachpersonal der Güteklasse "A": Power Forward Nathan Schall kam von den Manchester Giants zum Revierklub. Der 26-jährige Brite spielte in Liga eins rund 18 Minuten und markierte dabei 3,5 Punkte und 4,8 Rebounds. Der US-Amerikaner Jevonte Hughes (University of Charleston/NCAA) kann auf beiden Flügelpositionen eingesetzt werden. In seinem letzten Jahr auf dem College absolvierte er 27 Spiele und legte im Schnitt 12,3 Punkte und 7,63 Rebounds auf.

Jan Petrovic trug zuletzt das Trikot der Giants Nördlingen (Pro B), Lukas Kazlauskas war in der abgelaufenen Saison mit 14,5 Punkten zweitbester Schütze der BG Dorsten. Auch aus der Distanz war der Litauer erfolgreich: 34,6 Prozent seiner Dreierversuche fanden den Weg in den Korb. Atanas Penev (Bulgarien) stieg mit Schalke 04 auf. Oehmen: "Das sind alles gestandene Imports." Unangenehm und gefährlich Nichts mit dem Abstieg zu tun haben sollte die BBG Herford, aber auch vor dem Neuling DJK Adler Frintrop warnt Oehmen: "Das ist eine richtig coole Truppe - ähnlich, wie ich sie früher mal in Willich hatte. Da spielen Leute, gegen die bin ich selber noch aufgelaufen. Wenn du da nicht aufpasst, hauen die dich weg." Spielertrainer Sebastian Rathjen (34) war in jungen Jahren ebenso schon höherklassig aktiv wie Markus Klotz (34), Nikola Jovanovic (33) sowie die Brüder Tim (28) und Tom Doll (34). Unterm Korb räumt Dijon Smith, ehemaliger Topscorer der Giants Düsseldorf, auf. Müssen aufpassen Dass Vereine wie Liga-Dinosaurier TV Salzkotten, Ex-Zweitligist TSVE Bielefeld (Aufsteiger), der SV Hagen-Haspe und die AOK Ballers Ibbenbüren, in der vergangenen Saison noch Gegner der Elephants im Finale des WBV-Pokals, allgemein im letzten Drittel der Tabelle erwartet werden, spricht eher für die Stärke der Regionalliga West. Oehmen rät darum zur Vorsicht: "Im Notfall holt Ibbenbüren an Weihnachten noch drei Imports, dann werden die Karten komplett neugemischt." Elephants sind gerüstet Natürlich hätte auch Oehmen gerne noch mehr Zeit zur Vorbereitung gehabt, "sechs Neue integrierst du nicht so einfach", doch grundsätzlich sieht er seine Mannschaft auf einem richtig guten Weg. "Wir haben uns professionell vorbereitet. Das war das Beste, was wir je gemacht haben. Ich habe ein gutes Gefühl." Mit Ausnahme von Max Boldt (Mittelfußbruch), der am Montag seinen Gips loswird, können die Elephants gegen Herten in Bestbesetzung antreten. Im WBV-Pokal setzte sich der Titelverteidiger derweil mit 108:38 gegen den Kreisligisten Greek Baskets Düsseldorf durch. Marko Boksic versenke dabei neun der insgesamt 13 "Dreier" der Gäste.

Quelle: NGZ
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