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Mit letztem Aufgebot ins Schicksalsspiel

Lokalsport: Mit letztem Aufgebot ins Schicksalsspiel
Im Hinspiel hatte der TuS Ferndorf um den Ex-Dormagener Alexander Koke (hinten) gegen Alex Kübler und Co. meist das Nachsehen, übermorgen dürfte das beim Dormagener Gastspiel in der Stählerwiese anders aussehen. FOTO: H. J. Zaunbrecher
Dormagen. Mit nur neun gesunden Feldspielern reist Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen am zweiten Weihnachtsefeiertag zum Kellerduell beim TuS Ferndorf. Von denen fordert Trainer Jörg Bohrmann: "Wir müssen jetzt Charakter zeigen". Von Volker Koch

Das Handballjahr endet, die Rückrunde beginnt, doch für den TSV Bayer Dormagen bleibt alles beim alten: Vor dem Kellerduell beim TuS Ferndorf (Samstag, 18 Uhr, Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal), dem angesichts der Tabellenkonstellation in der Zweiten Liga der Hauch eines "Schicksalsspiels" anhaftet, muss Jörg Bohrmann einmal mehr improvisieren.

Denn nach dem gestrigen Vormittagstraining zählte der Übungsleiter die Häupter seiner Lieben und stellte ziemlich angefressen fest: "Voraussichtlich fahren wir nur mit neun Feldspielern nach Ferndorf." Der ernüchternde Blick in den Kader offenbart: Für die Positionen Rückraum Mitte, Rückraum links und Linksaußen steht ihm jeweils nur ein Spieler zur Verfügung, die anderen sind immerhin doppelt besetzt. "Wechseln werde ich kaum können", sagt Bohrmann.

Was ist passiert? Zu den Ausfällen des vor einer Woche an der Schulter operierten Dennis Marquardt und des wegen seines lädierten Sprunggelenks noch bis Anfang Januar krankgeschriebenen Pascal Noll gesellt sich der von Mikk Pinnonen hinzu. Der estnische Nationalspieler, wegen Krankheiten und Verletzungen öfter auf der Ausfallliste als auf dem Spielberichtsbogen zu finden, seit er im August in Dormagen anheuerte, hat sich beim Spiel in Friesenheim am Fuß verletzt. "Er hat seither nicht trainiert, ich glaube nicht, dass er spielen kann", sagt der Trainer über den 25-Jährigen, dem Abwanderungsgedanken nachgesagt werden.

Bisher konnte Bohrmann die Lücken noch durch Spieler aus dem Bundesligateam der A-Jugend füllen. Ja mehr als das: Lukas Stutzke spielte am Samstag in Friesenheim einen hervoragenden Part als vorgezogener Mann in der 5:1-Deckung. Doch er reist am zweiten Weihnachtsfeiertag ebenso wie Eloy Morante Maldonado und Torhüter Janis Boieck auf Einladung des Deutschen Handball-Bundes zum Lehrgang in die Sportschule Saarbrücken. Einen Tag später nimmt die von Jochen Bepler und Klaus Langhoff trainierte A-Jugendnationalmannschaft am Sparkassen-Cup in Merzig (bis 29. Dezember) teil.

Da bleiben Bohrmann für das Gastspiel in der Stählerwiese nur noch Peter Strosack (macht sein Abschiedsspiel), Robin Doetsch (beide Rechtsaußen), Jo-Gerrit Genz, Kevin-Christopher Brüren (beide Rückraum rechts), die Kreisläufer Alexander Kübler und Patrick Hüter sowie Jonathan Eisenkrätzer (Mitte), Max Bettin (Rückraum links) und Sebastian Damm (Linksaußen) übrig. "Wir müssen jetzt Charakter zeigen", sagt der Trainer und verspricht: "Wir werden kämpfen bis zum Umfallen", schiebt aber verständlicherweise gleich nach: "Mit nur neun Mann wird das nicht einfacher."

Mut macht den Dormagenern höchstens der Blick in die Vergangenheit: In der Sporthalle Stählerwiese machten sie im Kampf um die Drittliga-Krone und den Zweitliga-Aufstieg mit dem 29:24-Sieg im März 2014 ihr Meisterstück. Und im Hinspiel zum Saisonauftakt erteilten sie dem Aufsteiger mit dem 37:25 eine wahre Lehrstunde, bei der Sebastian Damm (12/6), Johnny Eisenkrätzer und Jo-Gerrit Genz (je 7) zusammen mehr Tore erzielten als der gesamte TSV Bayer in 18 der folgenden 19 Meisterschaftsspiele.

Ein Ergebnis, das verständlicherweise immer noch an den Siegerländern nagt: "Da haben wir noch etwas gut zu machen", sagt Trainer Michael Lerscht. Ein Grund mehr, weshalb sich die Dormagener übermorgen "nur als Außenseiter" (Bohrmann) sehen. Der andere ist die Heimstärke des inzwischen um den aus Dormagen nach Ferndorf zurückgekehrten Marijan Basic verstärkten Neulings, der 14 seiner 15 Punkte allesamt in der Stählerwiese holte, dort zuletzt die HSG Nordhorn (29:25) und Eintracht Hagen (32:31) bezwang und bisher nur gegen Bietigheim (23:30) und Coburg (24:36) verlor.

Quelle: NGZ
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