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Lokalsport
Mit speziellem Training zu den Special Olympics

Holzbüttgen. GWN-Tischtennisspieler Oliver Burbach und Jörg Hader bereiten sich bei der DJK Holzbüttgen auf die World Games vor. Von Jens Rustemeisr

Es ist Hochsommer in Deutschland. Die meisten Tischtennisspieler suchen zu dieser Zeit als Alternative zur Sporthalle lieber sonnige Gefilde auf, um sich in der spielfreien Zeit von der Saison zur erholen. Das gilt allerdings nicht für Oliver Burbach (34) und Jörg Hader (46) von den Gemeinnützigen Werkstätten in Neuss.

Der Sportler mit geistiger Behinderung und sein Partner ohne Handicap bereiten sich den ganzen Sommer schon intensiv auf das Highlight der Saison vor. Die Weltspiele der Special Olympics in Los Angeles. Beide treten dort als einziges deutsches Duo im Unified-Doppel an, einem Inklusions-Wettbewerb, bei dem Sportler mit Behinderung zusammen mit Sportlern ohne Handicap ein Team bilden. Bei den nationalen Sommerspielen 2014 in Düsseldorf gewannen sie zusammen die Goldmedaille.

Am 21. Juli startet der Flieger nach Los Angeles, vier Tage später werden die Weltspiele eröffnet. Bis zum Abflug will das Duo noch jede Trainingsstunde nutzen. Dabei profitieren sie von einer ganz besonderen Kooperation. Beide waren in den vergangenen Monaten Teil der Trainingsgruppe bei der DJK Holzbüttgen. Unter der professionellen Anleitung von DJK-Abteilungsleiter und A-Lizenz-Inhaber Stefan Vollmert haben sie sich viele Tricks und Kniffe für das anstehende Großereignis geholt. "Beide sind mit vollem Engagement und Einsatz dabei und wir hoffen, dass das Sondertraining Ende Juli erfolgreiche Früchte tragen wird", so Vollmert, der für diese Zusammenarbeit von Beginn an Feuer und Flamme war: "Wir sind als DJK Holzbüttgen sehr gerne die Kooperation mit der GWN eingegangen und haben eine Art Patenschaft für das Doppel mit Olli und Jörg für die Spiele in Los Angeles übernommen. Damit möchten wir auch ein Zeichen gelebter Inklusion durch integrative Trainingsarbeit im Tischtennissport setzen."

Die Zusammenarbeit der GWN mit der DJK entstammt einem lockeren Kennenlernen bei einem der Tandem-Tage auf Gut Gnadental. Schon im vergangenen Jahr gab es für die Sportler ein einmaliges Sondertraining mit den Regionalliga-Cracks als Vorbereitung für die nationalen Special Olympics in Düsseldorf. In diesem Jahr war die Zusammenarbeit viel langfristiger aufgebaut, so dass die Teilnahme der beiden GWN-Sportler schon zum festen Bestandteil des Trainingsbetriebes in der Sporthalle am Bruchweg wurde. Und anderem profitierten sie auch von dem Training mit dem starken DJK-Nachwuchs. Die Initiative, die Idee der Zusammenarbeit in die Tat umzusetzen, ging von GWN-Sportlehrer Thomas Gindra aus, der stets an der Seite seiner Sportler steht und auch als Coach und Betreuer mit in die USA reist. Er ist hochzufrieden darüber, dass die Kooperation so intensiv läuft: "Wir freuen uns sehr, dass die DJK Holzbüttgen uns zum zweiten Mal unterstützt. Das ist noch einmal eine gewaltige Steigerung zu der Vorbereitung auf die nationalen Spiele in Düsseldorf."

Als aufmerksamer Beobachter der Trainingseinheiten hat er schon nach kurzer Zeit bei seinen Schützlingen eine deutliche Verbesserung festgestellt: "Insbesondere Oliver beeindruckt mich, dass er die jeweils fast zwei Stunden dauernden, intensiven Trainingseinheiten so konzentriert absolviert." Großes Lob hat er aber auch für die Art und Weise der Vermittlung übrig: "Ich bin begeistert von der Professionalität und dem Einfühlungsvermögenvon Cheftrainer Stefan Vollmert. Man gewinnt den Eindruck, als hätte er all die Jahre auch regelmäßig Spieler und Spielerinnen mit geistiger Behinderung trainiert. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass ich noch nie Athleten zu internationalen Special Olympics Veranstaltungen begleiten durfte, die so intensiv und professionell vorbereitet wurden." Auch die beiden Sportler sind begeistert: "Das hat verdammt viel Spaß gemacht und ich hab das Gefühl, dass mir das verdammt viel gebracht hat. Ich habe viele Techniken neu gelernt und beigebracht bekommen", sagt GWN-Koch Jörg Hader, der es auch Klasse fand, dass alle bereit waren, mit den Beiden zu trainieren.

Auch Oliver Burbach, der bei den nationalen Special Olympics das Gesicht der Spiele war, ist sicher, dass ihm das Sondertraining geholfen hat, sein Ziel zu erreichen: "Wir wollen Gold", formuliert er selbstbewusst. Die Vorfreude auf die Spiele ist durch die Kooperation auf jeden Fall noch größer geworden.

(-rust)
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