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Lokalsport
Modeste: Vom Helden zum Buhmann in zwei Monaten

Köln. Vom Helden zum Buhmann in zwei Monaten: Anfang Oktober hatte ganz Fußball-Köln Anthony Modeste zu Füßen gelegen. Der Franzose hatte am 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga sein sechstes Tor erzielt und in der Domstadt begannen - vor allem wegen ihm - schon die ersten Fans vom Europacup zu träumen. Am Samstag, 62 Tage später, pfiffen die FC-Fans Modeste dermaßen aus, dass Trainer Peter Stöger ihn auswechselte, um ihn zu schützen.

Und plötzlich fragten sich auch viele, wieso ausgerechnet dieser Stürmer mit dem "Pech an den Stiefeln" (Stöger) beim Stande von 0:0 gegen den FC Augsburg zum Elfmeter antreten durfte. "Es war eine Möglichkeit, aus seiner Situation rauszukommen", sagte der Trainer über seinen Torjäger a. D., der in diesem Moment schon 599 Minuten auf einen Bundesliga-Treffer gewartet hatte: "Wenn er nicht hingegangen wäre, hätten die Leute gesagt: Nicht einmal Elfmeter schießen, traut er sich noch." Dass die Fans ihren einstigen Liebling nach dem vergebenen Strafstoß und einer weiteren Großchance so lautstark auspfiffen, gefiel dem FC-Coach gar nicht. "Die Leute sollen mal nachdenken, was der Junge für uns geleistet hat", wetterte der Österreicher: "Er hat bei zehn oder elf von unseren 15 Toren seine Beine im Spiel gehabt." Nur das letzte Mal ist eben schon lange her und so ist Modeste plötzlich die personifizierte Torkrise und plötzlich für viele der Grund, warum der FC doch noch nicht reif für den Europacup ist.

Und Stöger hofft, dass das Ganze bei Modeste kein ausgewachsenes Kopfproblem wird. "Wir müssen schauen, dass er sich nicht zu viel selbst fertig macht", sagte er und versprach: "Irgendwann wird er wieder treffen. Er hat noch zwei Chancen auf einen positiven Jahresabschluss. Und falls das nicht klappt, werden wir nach der Winterpause wieder den erfolgreichen Modeste sehen."

(sid)
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