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Müde Kapellener verspielen den Sieg

Lokalsport: Müde Kapellener verspielen den Sieg
In der 67. Minute überwindet George Madatsidis Fischelns Schlussmann Halil Özcelik zum 2:1. Kurz darauf vergibt der Stürmer allerdings gegen den überragenden Torhüter die Chance zur Entscheidung. FOTO: l. berns
Kapellen. Ein vermeidbares Gegentor in der 88. Minute kostet den Fußball-Oberligisten beim 2:2 gegen den VfR Fischeln den nächsten Erfolg. Nach dem 2:1 fehlt dem geschwächten SCK einfach die Kraft, das Spiel sicher zu Ende zu bringen. Von Christos Pasvantis

Unverdient war der Punkt nicht, den der VfR Fischeln gestern aus dem Erftstadion entführte. Vermeidbar aus Sicht des SC Kapellen aber definitiv. Die Gastgeber hielten bis zur 88. Minute eine redlich erarbeitete 2:1-Führung (Halbzeit 1:1), ehe Christos Pappas mit einem Flachschuss aus 16 Metern für den VfR noch zum Ausgleich traf. "Uns haben am Ende die Körner gefehlt", stellte Trainer Frank Mitschkowski fest.

So hätte ein spielstarker Lennart Ingmann im Mittelfeld sicherlich für Entlastung sorgen können. Die Zweikampfstärke eines Marcel Lüft oder die Lufthoheit von Marcel Koch hätten sicherlich dazu beitragen können, den Sieg vor 291 Zuschauern nach Hause zu bringen. "Hätte, wenn und aber, das bringt uns alles nichts", sagte Mitschkowski, der wegen der Verletztenmisere in Ede Ungefug nur eine wirkliche Alternative auf der Bank hatte. Das Tempo gegen den Ball, das den SCK gegen spielstarke Krefelder lange auszeichnete, war auf einem tiefen Rasenplatz in der Schlussphase nicht mehr zu halten. Der Ausgleich war letztlich nur eine Konsequenz des Fischelner Drucks in den letzten zehn Minuten - auch wenn die Gäste vor Pappas' Schuss in gleich drei Zweikämpfen sicherlich hätten konsequenter gestört werden müssen.

Dabei verlief der Start in die Partie optimal, als Kani Taher bereits in der ersten Minute volley eine sehenswerte Kapellener Kombination veredelte. "In den ersten 30 Minuten haben wir richtig guten Fußball gespielt", fand Mitschkowski. Es folgte der Aufreger des Tages, als Schiedsrichter Sebastian Lattberg nach einem Fischelner Freistoß auf ein Handspiel des in der Mauer stehenden Frederik Leufgens entschied und Pappas per Elfmeter ausglich (30.) - angesichts der Tatsache, dass Leufgens Arm keineswegs zum Ball ging, eine sehr fragwürdige Entscheidung. Der Coach war sauer: "Ich verstehe das langsam nicht mehr. Wir können uns die Arme nicht abschneiden, Frederik hat die Hand am Körper angelegt."

Während der läuferisch erneut überragende George Madatsidis nach 47 Minuten - die Chance hatte er sich durch einen Ballgewinn selber erarbeitet - zunächst am sensationell reagierenden Gästetorwart Halil Özcelik scheiterte, überwand er den Schlussmann 20 Minuten später zur Führung. Eine einfache Kopfballverlängerung Andrej Hildenbergs nach einem Freistoß von der Mittellinie hatte als Vorarbeit ausgereicht. Özcelik war es auch, der kurz darauf die Vorentscheidung verhinderte, als er mit zwei weiteren Wahnsinnsreflexen gegen Taher und Shota Arai (77.) rettete. "Ich glaube nicht, dass sich Fischeln davon noch einmal erholt hätte. Der Torwart hat sie heute im Spiel gehalten", fand Mitschkowski.

Von der Leistung seiner Elf war er trotz des unglücklichen Ausgangs aber einmal mehr überzeugt: "Ich bin zufrieden. Wir haben phasenweise richtig gut gespielt, eine klare Chance von Fischeln habe ich vor dem 2:2 eigentlich nicht gesehen. Am Ende fehlte uns vielleicht ein bisschen die Substanz und die Ballsicherheit. Wir hätten auf Platz sechs klettern können, jetzt ist es halt Platz acht." Die spielfreie Woche kommt ihm entgegen: "Die Jungs brauchen dringend eine Pause. Wir haben heute ohne sieben Leute gespielt, die alle Kandidaten für die Startelf sind. Dafür haben wir das heute gut gemacht."

Quelle: NGZ
 
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