| 19.39 Uhr

Dycker Schlosskonzert
Musikgenuss unter freiem Himmel

Dycker Schlosskonzert: Musikgenuss unter freiem Himmel
Warme Decken waren am Samstag durchaus angebracht: Gegen Abend wurde es merklich kühler. FOTO: L. Berns
Dycker Schlosskonzert. Schloss Dyck Den ganzen Samstag über schauten die Organisatoren des großen Open Air-Konzertes "Summertime" (im Rahmen der "Dycker Schlosskonzerte") mit Bangen zum grauen Himmel. Doch es blieb trocken, und die Scharen der Besucher, die teils voll bepackt den Weg durch den Park Richtung Orangerie nahmen, konnten getrost Picknicktaschen und Klappstühle auf den Rasenflächen verteilen. Von Heide Oehmen

Man war erinnert an das legendäre englische Glyndebourne, wo in ähnlichem Ambiente renommierte Opernaufführungen stattfinden. Die 1000 Stühle, die im Schlosspark zur Verfügung standen, waren nicht restlos besetzt, so dass es diesmal keinen Ärger um Sitzplätze gab.

"Summertime - das Beste aus amerikanischen Musicals" war der Titel der Sommermusik, zu der Cheforganisator Hans Willy Maassen eine ganze Reihe honoriger Ehrengäste - an deren Spitze den amerikanischen Generalkonsul - willkommen heißen konnte. Auch die Jugend war vertreten - eine gerade 18-Jährige feierte in großer Runde mit diesem Konzert ihren Geburtstag.

Dirigent Guido Harzen und Pianist Stefan Palm, beide von der Kirchenmusiker kommend, aber perfekt in der Musicalmusik zu Hause, waren samt dem "Palm Symphony Orchestra" und dem sich mit Vehemenz und Klangpracht einbringenden "Jungen Konzertchor Düsseldorf" die tragenden Säulen des Programms.

Dem vom Orchester etwas blass interpretierten "Adagio for Strings" von Samuel Barber folgte ein umfangreicher Querschnitt durch George Gershwins Meisterwerk "Porgy and Bess", der nicht nur für den Chor und zum Schluss für einen glasklar intonierenden Kinderchor dankbare Aufgaben bereit hielt. Er forderte auch den Pianisten in ausgedehnten Soli auf das Äußerste, und Rosemara Ribeiro sowie Allan Evans steuerten die eingängigen Gesangsnummern bei.

Hier war die Mezzosopranistin eindeutig im Vorteil, denn dem Bass-Bariton mangelte es sowohl an geschmeidiger Stimmführung als auch an Höhensicherheit. Großartiges leisteten, ebenfalls mit Gershwin-Melodien, der Klarinettist Andy Miles und Stefan Palm am Flügel. Der erstklassige Geiger Florian Meierott strapazierte - trotz stilsicherer Interpretation und makelloser Orchesterbegleitung - die Nerven des sehr gemischten Publikums ein wenig mit dem halbstündigen Violinkonzert von Samuel Barber.

Doch alle waren wieder versöhnt beim klangschönen und bestens gelungenen Finale mit den schönsten Melodien aus Leonard Bernsteins "West Side Story". Hier gesellte sich zu Rosemara Ribeiro der junge Amerikaner John Harrison Bower, er sich mit einschmeichelndem Tenorschmelz in die Herzen der begeistert applaudierenden Zuhörer sang.

Mehr lesen Sie am Montag in der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

Quelle: NGZ
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