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Lokalsport
Nach Traumhochzeit für die TG an die Platte

Rhein-Kreis. Neuzugang Jochen Lang steht mit Neuss vor einem harten Auftakt in der Tischtennis-Oberliga. Am Sonntag Lokalderby in Holzbüttgen. Von Jens Rustemeier und Volker Koch

Gut möglich, dass Kristin Silbereisen demnächst einen Stammplatz in der Turnhalle der Maximilian-Kolbe-Schule hat. Denn die Tischtennis-Nationalspielerin, die an der medicoreha Welsink-Akademie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin absolvierte, heiratete Anfang August auf Mallorca ihren Lebensgefährten Jochen Lang - und der trägt in dieser Saison erstmals das Trikot der TG Neuss.

Lang blickt auf eine lange Tischtennis-Erfahrung zurück. Insgesamt 20 Jahre stand der mittlerweile 46-Jährige bei Vereinen von der Ersten bis zur Dritten Bundesliga unter Vertrag. 1990 wurde er zusammen mit Jörg Rosskopf und Steffen Fetzner (Doppel-Weltmeister von 1989) Deutscher Mannschaftsmeister mit Borussia Düsseldorf. Zuletzt spielte er beim 1. FC Köln und hatte sowohl Einsätze in der Oberliga als auch in der Zweiten Liga. Lang ist Geschäftsführer der Deutschen Sport Online GmbH, zu der auch das von ihm gegründete Internetportal "mytischtennis.de" gehört.

Seinem neuen Klub steht in der Oberliga erneut ein knüppelharter Saisonstart bevor. Wie schon in den vergangenen Jahren erwarten die Quirinusstädter gleich zum Auftakt am Samstag (18 Uhr) einen Mitfavoriten im Kampf um den Titel. Während die TG ihre Saisonpremiere feiert, haben die Velberter ihre ersten beiden Punkte durch einen hart erkämpften 9:7-Erfolg gegen den TTV Ronsdorf bereits auf dem Konto.

Für die Neusser geht es bereits tags darauf mit einem "Knüller" weiter. Dann steht um 14 Uhr (Sporthalle am Bruchweg) das Lokalduell bei der DJK Holzbüttgen auf dem Programm. Die DJK muss ihrerseits ebenfalls am Vorabend an die Tische. Die Kaarster gastieren um 18.30 Uhr (Apostelgymnasium, Biggestraße) bei der Zweitvertretung des 1.FC Köln.

"Das ist direkt mal ein Doppelspieltag zum Saisonbeginn, der nicht wünschenswert ist", sagt TG-Kapitän Bernd Forelle, "wieder einmal geht es zu Beginn gegen einen Mitfavoriten." Die Neusser haben mit der Konstellation schlechte Erfahrungen gemacht. In den Vorjahren haben sie sich oft schon an den ersten Spieltagen vorzeitig aus dem Rennen um die Meisterschaft gespielt. "Für beide Spiele gilt diesmal aber, dass wir als Siegerteam von der Platte gehen wollen. Gegen Velbert wird es richtig schwer, da hier ein ähnliches Spielerniveau vorliegt. Und Holzbüttgen hat mit dem 9:4-Sieg gegen Uerdingen gezeigt, dass die Truppe schon richtig gut in Form ist. Und da es ein Derby ist, wird auch diese Aufgabe nicht leicht", so Forelle.

Die Neusser Zuschauer dürfen sich neben Jochen Lang auf ein weiteres neues Gesicht freuen: Der 32-jährige Illia Barbolin stammt aus Minsk in Weißrussland und war in der Junioren-Nationalmannschaft seines Landes aktiv. In Deutschland spielte er zuletzt in der Saison 2015/16 beim TTC GW Bad Hamm in der 3. Bundesliga. Zusammen mit Spitzenspieler Michael Servaty, Sebastian Schwarz und Ran Wei sorgen die beiden an den Positionen zwei (Barbolin) und drei (Lang) gemeldeten Neuzugänge für eine Ausnahme-Aufstellung in der Liga. Aber auch die Velberter brauchen sich mit David Stepanek, Tomas Janasek, Henning Hu, Jens Berkenkamp, Timotius Köchling und Lucas Erhard nicht vor der Konkurrenz verstecken. Es geht vor dem Derby am Sonntag also schon einen Tag vorher in die Vollen für die Neusser.

Bei der DJK Holzbüttgen war die Freude über den Auftaktsieg gegen Uerdingen groß. "Wir wollen diesen Schwung und die Euphorie mit in das kommende Wochenende nehmen. Vor allem gegen Köln können wir durchaus etwas mitnehmen. Die Mannschaft zählt für mich zu den Teams, wo wir punkten können. Das wollen wir auch erreichen", sagt Kapitän Joachim Beumers. "Mit Robin Malessa haben die Kölner einen absoluten Spitzenspieler auf Position eins, dahinter ist die Mannschaft gut, aber nicht unbedingt besser als wir", so Beumers. Für das Derby am Sonntag sehen die Vorzeichen für ihn schon anders aus: "Servaty, Barbolin, Lang und Schwarz, das sind alles Spieler für Regionalliga oben", findet Beumers, fügt aber an: "Derby-Zeit ist Außenseiter-Zeit. Wir werden alles geben und uns nicht kampflos geschlagen geben."

Quelle: NGZ
 
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